Foto zeigt menschenunwürdige Bedingungen im Spital

Sanierungsarbeiten: Patienten in alten Krankenzimmern untergebracht

Mittwoch, 07. Februar 2018

Das im Temeswarer „Victor Babeş“-Spital geschossene Foto verbreitete sich rasend schnell im Internet. Wegen der hohen Patientenzahl und den laufenden Sanierungsarbeiten mussten einige Kranke auch in Räumen untergebracht werden, die seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert wurden. Im Bild ist der 87-jährige Großvater der Fotografin zu sehen.
Foto: Anamaria Czap

Temeswar – Schmutzige Wände, von denen der Putz abblättert, ein altes Metallbett mit vergilbten Bettlaken und einer löchrigen Schaumstoff-Matratze, das Mobiliar wie aus einer längst vergangenen Ära: Das Foto von dem alten Mann, der unter menschenunwürdigen Bedingungen im Victor-Babeş-Krankenhaus für ansteckende Krankheiten in Temeswar untergebracht ist, verbreitete sich vor wenigen Tagen rasend schnell im Sozialnetzwerk Facebook.

„Im Jahr 2018, Rumänien. Ohne Worte“, schreibt Anamaria Czap, die das Foto geschossen hat. Das Management des Spitals informierte kurz darauf die Medien, dass sich die Einrichtung aktuell in der Sanierungsphase befände und wegen des Platzmangels einige Patienten auch in den alten, noch nicht renovierten Krankenzimmern untergebracht werden mussten. „Die Zahl der Kranken ist sehr hoch. Wir konnten die Menschen nicht nach Hause schicken, weil wir keinen Platz für sie haben. Nach 40 Jahren wird nun das Krankenhaus endlich generalüberholt“, sagte Voichiţa Lăzureanu, die Managerin des „Victor Babeş“-Krankenhauses in Temeswar, der Presse gegenüber.

Das Spital am Jagdwald wird mit Mitteln aus dem Stadthaushalt saniert. Aktuell werden Arbeiten an der Pneumologie-Abteilung durchgeführt, anschließend sollen die Abteilung für ansteckende Krankheiten und die Verwaltungsbüros renoviert werden. Auch Bürgermeister Nicolae Robu äußerte sich zu dem Foto im Internet. Der Stadtvater lud einige Bilder von sanierten Krankenzimmern auf seiner Facebook-Seite hoch, um zu beweisen, dass „der Großteil des Spitals bereits ein anderes Gesicht hat“. „Nach fast einem halben Jahrhundert, in dem nichts unternommen wurde, werden aktuell zahlreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt! Und das, weil es mir, im Gegensatz zu meinen Vorgängern, nicht egal ist!“, schrieb der Bürgermeister. Bald sollen auch die Krankenzimmer wie jenes auf dem Foto komplett generalüberholt werden, ließ Robu wissen.

Das Foto blieb nicht folgenlos: Am Montag wurde das Krankenhaus von Vertretern des Temescher Gesundheitsamtes aufgesucht. Die Folge für die Krankenhausleitung: Eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Lei für das Unterbringen von Patienten in ungeeigneten Räumlichkeiten und das Verbot, weiterhin die Kranken in diesen Zimmern, die zur Pneumologie-Abteilung gehören, zu behandeln.

Kommentare zu diesem Artikel

Roland, 07.02 2018, 21:54
Fragwürdig ob nicht behandeln eine Alternative ist. Damit die Situation besser wird muss man die aktuelle Lage akzeptieren bis die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind. In meinen Augen ist lediglich eine weiterempfehlung in andere Krankenhäuser sinnvoll für jene die nicht ausweichen können wird es die Lage nur erschweren und die Geldbuße zieht nur dringend benötigtes Geld ab.

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