Fotografien aus der Sammlung „Emil Fischer“ im alten Rathaus ausgestellt

Donnerstag, 17. Mai 2012

Der Kürschnerturm in Straßburg am Mieresch/Aiud auf dem Ausstellungsplakat

Ausstellungskurator Dan Ivănuş und der Kronstädter Museumsdirektor Radu Ştefănescu bei der Vernissage
Foto: Ralf Sudrigian

Im Mai und im Juni können die Besucher des Geschichtsmuseums im alten Rathaus außer der ständigen Ausstellung auch eine sehenswerte Sonderausstellung besichtigen. Sie umfasst 72 Kopien von Glasplatten-Negativen die aus der Sammlung des Fotografen Emil Fischer (1873 - 1965) stammen, eine Sammlung, die heute zum Bestand des Hermannstädter Nationalmuseums Brukenthal gehört.

Bei der Vernissage sprachen Ausstellungskurator Dr. Dan Ivănuş (Hermannstadt) und der Kronstädter Museumsdirektor Dr. Radu -Ştefănescu über den Wert dieser Sammlung. Die Fotos haben heute einen dokumentarischen Wert vor allem für Restaurateure aber auch für die Eigentümer dieser Baudenkmäler, sagte Dr. Ştefănescu. Kronstadt selber ist in Fischers Sammlung gut vertreten mit Schwarzweiß-Aufnahmen die aus den 30-er und 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts stammen.

Fischer hat auch die bekannten Kirchenburgen in Tartlau und Honigberg wie auch die Bauernburgen in Reps und Rosenau sowie die Festung in Fogarasch fotografiert. Die Ausstellung umfasst 72 Fotografien, manche von ihnen mit Wehranlagen, die heute, zu Unrecht, im Schatten der bekannteren Kirchenburgen oder der Baudenkmäler in Kronstadt und Hermannstadt stehen. Das gilt für jene in Straßburg am Mieresch/Aiud (der Kürschnerturm der auch auf dem Ausstellungsplakat dargestellt wird), der Studententurm in Mühlbach/Sebeş oder Wehranlagen in Bistritz und Deva.

Alle sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit als die Bewohner dieser Ortschaften um ihr Leben im Falle feindlicher Angriffe fürchten mussten, unterstrich Dr. Ivănuş. Sie errichteten und erneuerten oft mehrere Jahrhunderte hindurch Stadtmauern, Wehrtürme wie auch Kirchenburgen und Bauernburgen, innerhalb deren sie Zuflucht fanden und wo sie sogar für eine Zeit lang ihren Alltag verbringen mussten.

So kommt es, dass auch Vorratskammern, Schulräume und andere Räumlichkeiten innerhalb der Burg gebaut wurden die  nicht einen unmittelbaren militärischen Zweck hatten.

Die Ausstellung in Kronstadt, eine gemeinsame Veranstaltung des Geschichtsmuseums Kronstadt und des Nationalmuseums Brukenthal, könnte als Wanderausstellung auch an anderen Orten gezeigt werden. Kurator Ivănuş kündigte auch ihre Fortsetzung an: ungefähr genau so viele Fotos sollen mit Wehranlagen aus Hermannstadt, Mediasch, Schäßburg, Hunedoara und anderen Ortschaften gezeigt werden, Fotos, die aus derselben Sammlung von Fischer stammen.

Wenn die notwendige Finanzierung gesichert wird, soll ein Fotoalbum zum Thema „Siebenbürgische Wehranlagen in der Sammlung Emil Fischer“ herausgebracht werden, kündigte der Direktor Radu Ştefănescu an. Alben mit Fotos von Fischer gibt es bereits zu anderen Themen (z. B. mit Fotos über den Lauf der Donau von dem Eisernen Tor bis zur Schwarzmeermündung) –sie stellen eine gute Möglichkeit dar, diese wertvollen Fotos den daran Interessierten leicht zugänglich zu machen.

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