Fotografien aus der Zwischenkriegszeit in Berlin

Bilder von Willy Römer in Kronstadt ausgestellt

Mittwoch, 29. November 2017

Andreea Pocol, Kuratorin, Arpad Bartha, Leiter des Kunstmuseums und Roxana Florescu, Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Kronstadt (von links nach rechts) bei der Eröffnung der Ausstellung

Einer der vielen Besucher will Römers Fotos festhalten.
Fotos: die Verfasserin

Eine einmalige Ausstellung mit Fotografien des deutschen Spitzen-Pressefotografen Willy Römer sind in den kommenden Monaten im Kronstädter Kunstmuseum zu besichtigen. Unter dem Titel „Willy Römer: Alltagsleben in Berlin. Fotografien 1919 – 1933“ sind unter den 50 Bildern, die hierzulande nur noch in Bukarest (2014) ausgestellt worden sind, Fotos von hohem politischen und sozialen Dokumentationswert zu entdecken, die sowohl Szenen vom Geschehen auf den Straßen oder in den Wohnungen Berlins verewigen, wie auch zeitgeschichtliche Momente aus der Zwischenkriegszeit, von der Beisetzung Rosa Luxemburgs, oder von der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Auf den qualitativ sehr guten Schwarz-Weiß-Fotografien, die einen hohen Detailreichtum aufweisen, sieht man eine Frau, die ein Schwein in der Küche ihrer Wohnung füttert, eine Großfamilie, die im Wohnzimmer tanzt, einen Leierkastenmann, der Kinder unterhält, hunderte von Menschen, die vor dem Arbeitsamt warten, Zeitungsverkäufer bei der Arbeit, oder Pferdewagen, die mit der elektrischen Trambahn und dem Automobil wetteifern. Einige von Römers Fotografien, die er während der Novemberrevolution (1918-1919) aufgenommen hat, sind zu Ikonen des Geschehens geworden. Bemerkenswert ist das große Einfühlungsvermögen des Fotografen, der sein Interesse auch den einfachen Menschen, dem scheinbar Nebensächlichen des Alltags widmete, nicht nur den großen historischen Ereignissen.

Obwohl viele seiner Bilder weltbekannt sind und seine Fotoagentur „Photothek“ in der Zeit der Weimarer Republik eine der bedeutendsten war, geriet Römers Werk bis in die 1980er Jahre in Vergessenheit. Sein Nachlass von rund 60.000 Papierbildern und 50.000 Glasnegativen, die er in der Zeit von 1905 bis 1935 machte,  wird wissenschaftlich aufgearbeitet.

Die Ausstellung des Goethe-Instituts, die in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte (Deutschland) entstand, wird in Kronstadt vom Deutschen Kulturzentrum in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum organisiert. Bis am 18.02.2018 sind die seltenen Fotos im Kunstmuseum Kronstadt (B-dul Eroilor Nr. 21) zu besichtigen, die Kosten einer Eintrittskarte betragen 3 Lei, ermäßigt 1,5 für Rentner, beziehungsweise 1 Leu für Schüler und Studenten. Mehr Informationen sind unter muzeularta bv.ro/Expozitii_ Temporare erhältlich.    

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