FP-Angebot an SNP-Aktien diktiert Marktgeschehen, Bankaktien werden interessant

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 25. Oktober 2016

Der Umsatz an der Bukarester Wertpapierbörse erfuhr bereits zu Beginn der vergangenen Handelswoche einen kräftigen Schub durch die Umsetzung des Angebots an SNP-Aktien durch den Fonds Proprietatea (FP, 0,806 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5). Damit lagen SNP-Aktien (SNP, 0,2325 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) auch an der Spitze der umsatzstärksten Papiere. Doch dazu mehr weiter unten.

Die Indizes verzeichneten auch in der vergangenen Woche Verluste. Am stärksten ging der Hauptindex BET zurück, er verlor auf Wochensicht 0,5 Prozent. Der ROTX-Index verlor kaum registrierbare 0,005 Prozent und der Finanzwerte-Index legte sogar 0,47 Prozent zu. Trotz leicht rückläufiger Indizes legte der Großteil der Aktien (35 an der Zahl) zu, nur 16 registrierten Kursverluste. Obwohl sich die Marktkapitalisierung zunächst verschlechterte zeigte sich auf Wochensicht ein positives Bild: der Wert aller an der Börse gehandelten Aktien betrug am vergangenen Freitag umgerechnet 31,4 Milliarden Euro, immerhin 0,5 Prozent mehr als zu Beginn der Woche. Gewinner der Woche waren wieder einmal die Aktien des Chemieunternehmens Carbochim (CBC, 7 Lei, ISIN ROCBCHACNOR3) mit ihrem Plus von 11,11 Prozent und die des Maschinenbauers Turbomecanica (TBM, 0,0682 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9) mit einem Zuwachs von 7,9 Prozent. Die Verlierer hießen Napoca (NAPO, 2 Lei, ISIN RONAPOACNOR0) mit minus 9 Prozent und der Erdgasversorger Transgaz (TGN, 296 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) mit einem Verlust von 3,5 Prozent.

SNP-Aktien von FP auch in London angeboten

Das Angebot des Fonds Proprietatea über 3,6 Milliarden SNP-Aktien wurde am Montag vergangener Woche am Markt umgesetzt. Das generierte 155 Millionen Euro Umsatz an dem betreffenden Handelstag, was zu Folge hatte, dass der durchschnittliche Tagesumsatz an der Bukarester Börse auf das Elffache im Vergleich zur Vorwoche anstieg. Gleichzeitig aber brachte der Fonds 10 Prozent der angebotenen Aktien in Form sogenannter Global Depository Receipts (Aktienzertifikate) an die Londoner Börse. Die dort angebotenen 373 Millionen SNP-Aktien waren Teil des Gesamtpakets, sodass der Fonds schließlich 3,26 Milliarden SNP als Aktien direkt und 373 Millionen Aktien als Zertifikate verpackt abstieß. Dafür kassierte der Fonds brutto 682,3 Millionen Lei und 19,2 Millionen US-Dollar. Der Chef der Bukarester Börse kritisierte die Entscheidung des Fonds, SNP-Aktien auch in London anzubieten. Das habe nicht zu einer Erhöhung des Firmenwertes von Petrom geführt, sondern vielmehr zu einer Fragmentierung der Liquidität von SNP-Aktien, so Ludowik Sobolewski. Kurzfristig lohnte sich die Aktion sowohl für FP- wie auch für SNP-Aktien: sie legten beide zu (0,12 Prozent beziehungsweise 1,08 Prozent).

Bankenwerte zukünftig  im Fokus

In den kommenden Tagen wird sich der Fokus der Anleger an der Bukarester Börse auf Bankenaktien verlagern. Am kommenden Freitag legt die Banca Comercială Carpatica (BCC, 0,094 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) ihre Quartalszahlen vor, am Donnerstag kommender Woche BRD (BRD, 10,8 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2). Am Tag darauf wird in Wien die Erste Group Bank AG ihren Quartalsbericht veröffentlichen. Während BRD im vormaligen Bericht einen Gewinnsprung von 65 Prozent meldete, schrieb Banca Carpatica zum fünften Mal in Folge Verluste. Damit wird die neue Berichtssaison eröffnet. Am 3. November wird auch der Maschinenbauer Turbomecanica die vorläufigen Zahlen für die ersten neun Monate dieses Jahres vorlegen.

Devisen

Der rumänische Leu wies zu Beginn der vergangenen Handelswoche einen starken Schwächeanfall gegenüber dem US-Dollar aus. Die amerikanische Währung stieg hoch ein in die neue Woche, der Stand von 4,1034 Lei war der höchste der vergangenen neun Monate. Auch der Euro nutzte die momentane Schwäche des Leu aus und stieg bei 4,5113 Lei in die Woche ein. Bis Ende der Handelswoche spielte die amerikanische Währung ihre Stärke gegenüber dem Euro auch im Verhältnis zum Leu aus. Am vergangenen Montag kostete ein US-Dollar 4,1343 Lei und damit 1,2 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Der Euro legte auf Wochensicht nur 0,11 Prozent zu und kostete gestern 4,5068 Lei.

 

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