FP, Biofarm und Energiewerte mischten den Markt auf

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Mittwoch, 24. September 2014

Bukarests Aktienmarkt ließ sich in der vergangenen Woche anscheinend vom Optimismus der ausländischen Märkte anstecken, nachdem der Westen nach der Volksbefragung in Schottland aufgeatmet hat. Auf Wochensicht konnten alle wichtigen Indizes mit Zuwächsen schließen. Vor allem die Umsätze machten Mut, dass der rumänische Aktienmarkt doch noch aus seinem Dornröschenschlaf aufwachen könnte.

Die Woche begann kraftvoll mit einem Tagesumsatz von umgerechnet 14,7 Millionen Euro. Dafür waren – wie so oft in jüngster Vergangenheit – die Aktien des Fonds Proprietatea (FP, 0,935 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) verantwortlich. Sie machten 55 Prozent des Tagesumsatzes aus. Auch sonst trugen sie in dieser Woche entscheidend zu den hohen Tagesumsätzen bei. Die FP-Aktien testeten in dieser Woche mehrere Allzeithochs. Gerüchte in den rumänischen Medien, dass FP sich von einem Teil der Beteiligung an OMV Petrom (SNP, 0,4575 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) trennen wolle, ließ den Kurs der FP-Papiere in die Höhe schnellen. Auf Wochensicht stieg der Kurs um satte 6,49 Prozent.
Dennoch machten in der vergangenen Woche vor allem Energie-Aktien und jene des Pharma-Herstellers Biofarm (BIO, 0,278 Lei, ISIN ROBIOFACNOR9) Gewinne. Letztere sorgten am vergangenen Mittwoch für eine Umsatzspitze von umgerechnet 24,23 Millionen Euro – 31 Prozent davon gingen auf den Handel mit BIO-Papieren zurück. Das Unternehmen ist Gegenstand einer Aktienrückkaufaktion, bei der die beiden Hauptaktionäre – die Investmentgesellschaft SIF Muntenia (SIF4, 0,82 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) und SIF Banat-Crişana (SIF1, 1,228 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) – sowie das Management Aktien vom Markt aufkaufen, um das Unternehmen am Ende von der Börse zu nehmen.

Einige Energie-Aktien entzückten in der vergangenen Woche die Anleger, was ebenfalls zu den hohen Tagesumsätzen führte. Neben dem Fonds Proprietatea sorgten noch die Erdgasversorger Romgaz (SNG, 36,2 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) und Transgaz (TGN, 231 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) sowie der Netzbetreiber Electrica (EL, 13,01 Lei, ISIN ROELECACNOR5) für hohe Umsätze. Als Auslöser für den Run auf Energie-Aktien gilt der geplante Verkauf der rumänischen Töchter des italienischen Energieriesen Enel, für dessen Aktiva sich schon mehrere rumänische Mitbewerber interessieren. Positiver Nebeneffekt: TEL-Aktien stiegen zu einem neuen Allzeithoch auf und legten auf Wochensicht 8,7 Prozent zu; TGN-Papiere verbuchten ein Plus von 2,5 Prozent und stiegen über die 230-Lei-Marke; Romgaz-Aktien schließlich legten zwar nur 0,33 Prozent auf Wochensicht zu, erreichten dafür aber ihr neues Allzeithoch von 36,48 Lei. Ein wenig abseits dieses Trubels entwickelten sich die Aktien des AKW-Betreibers Nuclearelectrica (SNN, 8,73 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) – sie legten 10,9 Prozent zu.

Rasdaq

Anders als die Indizes am Hauptmarkt konnte der Hauptindex am Sekundärmarkt in der vergangenen Woche kein nachhaltiges Plus aufweisen. Zwar gab es ein leichtes Comeback in der zweiten Wochenhälfte, am Ende aber reichte es nicht aus. Der Rasdaq-C verlor auf Wochensicht 0,69 Prozent und schloss bei 1374,42 Punkten. Umsatzmäßig stachen die Aktien der Molkerei Albalact hervor (ALBZ, 0,262 Lei, ISIN ROALBZACNOR0). Der Investmentfonds Tidal Wave Trading Limited trennte sich in diesem Monat von einer halben Million Aktien zum Stückpreis von 0,266 Lei. Das ließ die Aktie im Laufe der vergangenen Woche auf ihr Allzeithoch von 0,287 Lei steigen.

Devisen

Am Devisenmarkt konnte sich der rumänische Leu gegenüber den beiden Hauptdevisen behaupten. Nach einer längeren Stärkephase des US-Dollars musste in der vergangenen Woche auch die amerikanische Währung gegenüber dem Leu nachgeben. Der Wochenverlust beträgt zwar nur 0,04 Prozent, im Vergleich zum Verhältnis des Leu zum Euro zeigt sich der US-Dollar immer noch stark. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor zum Leu 0,35 Prozent. Am Montag kostete ein US-Dollar 3,4182 Lei, ein Euro lag bei 4,4027 Lei.

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