FP hält den Umsatz am Leben, Bankaktien legen kräftig zu

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 23. Juli 2013

Die rumänische Börse gab gemischte Signale vor dem Hintergrund einer ziemlichen Lustlosigkeit seitens der Anleger. Nur zwei von den fünf wichtigsten Indizes konnten in der vergangenen Woche im Plus schließen. Mit einem Plus von 0,18 Prozent weist der Hauptindex BET einen nur geringfügigen Wochengewinn. Der ROTX-Index konnte immerhin noch 0,09 Prozent zulegen. Die übrigen Indizes schlossen mit Verlusten. Besonders hart traf es den Finanzwerte-Index BET-FI. Dieser verlor über die Woche betrachtet 2,05 Prozent und fiel wieder unter 24.500 Punkte. Auch der Energiewerte-Index BET-NG wies einen Verlust auf (minus 0,39 Prozent).

Die Umsätze standen mit einem Durchschnitt von umgerechnet 4,3 Millionen Euro als Beweis für den schleppenden Handel. Auch in der vorigen Woche führte der Fonds Proprietatea (FP, 0,6445 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) die Liste der umsatzstärksten Emittenten an, mit Anteilen von bis zu 70 Prozent vom Tagesumsatz. Tatsächlich legten FP-Aktien über die Woche betrachtet nur 0,62 Prozent zu. Schuld daran ist wohl nicht nur die Flaute am Markt. FP schaffte im ersten Halbjahr nur etwa 116 Mio. Euro Gewinn, um über zehn Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das enttäuschte die Anleger.

Besonders scheinen die wenigen derzeit am Markt noch aktiven Anleger von der Entscheidung enttäuscht worden zu sein, SIF Banat-Crisana (SIF1, 1,065 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) die Übernahme des Vermögensverwaltung von SIF Muntenia (SIF4, 0,6495 Lei, ISIN ROSIFDACNOR6) zu erlauben. Zum eigenen Vermögen von 1,39 Milliarden Lei darf SIF Banat-Cri{ana nun also weitere Aktiva im Wert von 1,02 Milliarden Lei verwalten. Dies entschied die Finanzaufsicht ASF.

Das gefiel den Anlegern gar nicht. Sämtliche SIF-Aktien schlossen die Woche im Minus. Den höchsten Verlust verzeichneten SIF4-Papiere (minus 6,5 Prozent) und SIF1-Aktien (5,7 Prozent). Auch ein Versuch, 13 Millionen Aktien der SIF Moldova (SIF2, 1,21 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) abzustoßen, schlug fehl. Der geforderte Preis von 2,06 Lei (70 Prozent über dem letzten Börsenpreis vom Freitag) war schlicht zu hoch angesetzt. Analysten erwarten eine Neuauflage des Angebots in dieser Woche, aber zu einem marktnäheren Preis. Die Aktien verloren auf Wochensicht 3,9 Prozent.

Doch es gab nicht nur Verlierer in der vergangenen Woche an der Börse. Zu den Wochengewinnern zählt der Backwarenhersteller Boromir Prod SA (SPCU, Lei, ISIN) mit einem Wochengewinn von 12 Prozent. Der Kunststoffverarbeiter Romcarbon SA (ROCE, 0,095 Lei, ISIN ROROCEACNOR1) folgte mit einem Wochengewinn von 11 Prozent. Die Aktien des Bauunternehmens Impact SA (IMP, 0,1685 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0), die jüngst in den Fokus eines einheimischen Investors geraten sind, schlossen die Woche mit einem Plus von 9,4 Prozent.

Rasdaq

Die Umsätze am Sekundärmarkt Rasdaq brachen in der vergangenen Woche ein. Wurden in der Woche zuvor im Durchschnitt 0,25 Millionen Euro pro Tag mit Aktien umgesetzt, so waren es in der vergangenen Woche nur noch 0,04 Millionen Euro. Dabei startete die Handelswoche mit einem Umsatz von knapp 0,13 Millionen Euro – ein guter Wert für den Sekundärmarkt. Die Lustlosigkeit belastete den Hauptindex Rasdaq-C um satte 1,2 Prozent – auch ein hoher Wert für den freien Markt. Schlimmer ist, dass der Rasdaq-C somit unter die psychologische Marke von 1400 Punkten gefallen ist.

Devisen

Der rumänische Leu ließ sich in der vergangenen Woche vom Euro wieder ein wenig in die Enge drängen. Die europäische Gemeinschaftswährung legte auf Wochensicht 0,16 Prozent. Allein auf Wochensicht betrachtet, bewegte sich der Tauschkurs kaum, doch testete der Euro im Laufe der Woche erneut die 4,45-Lei-Marke. Am vergangenen Montag kostete ein Euro dann 4,4383 Lei. Gegenüber dem US-Dollar machte der Leu jedoch weiter Boden gut. Er legte auf Wochensicht 0,24 Prozent und drückte den US-Dollar weiter in Richtung 3,35 Lei. Die Woche begann der US-Dollar bei 3,3787 Lei.


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