Franziskanerkloster, Feuerwehr, Finanzspritzen

Mittlerorganisation mit Sparten übergreifenden Projekten

Mittwoch, 28. November 2012

Kreisratspräsident Titu Bojin (Mitte) sagt, die Ausstattung für den Katastrophenschutz sei auch ein Beweis, „dass man bei ADI Vest nicht schläft“. Foto: Zoltán Pázmány

Es sind Straßen und Brücken, Wallfahrtsorte, Spitäler, Industriebrachen und Firmen, die EU-Fonds erhalten. Mittlerorganisation ist die Regionale Entwicklungsagentur Vest (ADR), zuständig für die Verwaltungskreise Arad, Hunedoara, Karasch-Severin und Temesch. Die Projekte sollten immer im Einklang mit den realen Gegebenheiten stehen, sagt Miruna Vitcu, Kommunikationsdirektorin der ADR. Ein beredtes Beispiel führt sie an, wo in einem Banater Kurort zwar ein Vier-Sterne-Hotel gebaut wurde, die Straßen bis dahin seien jedoch weit von den Ansprüchen entfernt.

47 Millionen Lei stehen für die Sanierung der Wallfahrtskirche und des Klosters Maria Radna zur Verfügung. „Dieses Projekt muss man lieben, um dran zu arbeiten“, sagt Pfarrer Andreas Reinholz. Keine der acht zur Sanierung gemeldeten Baufirmen hat es jedoch scheinbar ausreichend geliebt. Oder nur das Geld dazu - denn Baustart wird frühestens ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung für die Gelder sein. Im März 2012 war es zur Unterzeichnung gekommen, die Vergabe des Bauauftrags wurde jedoch trotz zuletzt stattgefundener Ausschreibung verzögert, weil die Firmen den geforderten Kriterien nicht gerecht wurden. Nun ist die nächste Ausschreibung angesagt – mit voraussichtlicher Vergabe in den ersten Monaten kommenden Jahres.

High-Tech für den Katastrophenschutz

 

Ganz vorne steht die Kommandozentrale, weiter hinten Löschfahrzeuge, dann ein Wagen zur Intervention bei BC-Alarm (gegen chemische und biologische Verseuchung) – die neuesten Akquisitionen der Vereinigung für innergemeinschaftliche Entwicklung und Management von Notsituationen (ADI Vest) haben nahezu 53 Millionen Lei gekostet. Die Fonds kamen über die Mittleragentur ADR Vest, die für die Anwendung des Regionalen Operationsprogramms zuständig zeichnet. Corneliu Şurlin, leitender Offizier des Katastrophenschutzes, sagt, es gebe keine Feuerwehreinheit und keinen Katastrophenschutz der Welt, der mit seiner Ausstattung restlos zufrieden ist. Dass er von den Einsatzwagen, darunter welche von Magirus, begeistert ist, lässt er jedoch deutlich erkennen. Der Katastrophenschutz hat mit der neuesten Ausstattung sein Interventionspotenzial deutlich verbessert: Um 30 Prozent für den ländlichen Raum, für die Städte sind es sogar 40 Prozent. Die Anzahl und die Qualität der Ausstattung sei auf europäischem Niveau, „an der Vielfalt der Ausstattungen ist noch einiges zu tun“, sagt Sergiu Bălaşa, Direktor bei ADI Vest. Vergleichen würde er das Niveau der vorhandenen Technik mit „jener der Nachbarländer“. Insgesamt wurden 44 Interventionsfahrzeuge für die vier Kreise in der Entwicklungsregion Vest erstanden, 13 sind dem Verwaltungskreis Temesch zugedacht. 513 Personen wurden allein dazu ausgebildet, mit der Technik umzugehen, 156 aus dem Kreis Temesch. Der Temescher Kreisratspräsident Titu Bojin kann sich für die Zukunft ganz gut weitere Projekte zur Ausstattung der Einsatzkräfte in Notsituationen vorstellen. „Projekte, die auch von geringerer finanziellen Dimension sein können,“ sagt Bojin. Eine gute Verteilung auf Kreisebene der Ausrüstungen peilt Titu Bojin an, „um effizient eingesetzt werden zu können“.

Soziales für Hatzfeld

 

„Allein die Gehälter sind um einige Male geringer“, heißt es bei der Leitung des städtischen Krankenhauses Karl Diel in der Kleinstadt Hatzfeld im Verwaltungskreis Temesch. Mit solchen Aussagen deuten die Leiter des Krankenhauses auf das hin, was sich ab kommendem Jahr dem Personal und den Patienten an Arbeitsbedingungen bieten wird, wenn das integrierte Fachambulatorium auch ausgestattet ist. Derzeit sind die renovierten Räumlichkeiten im Zentrum der Ortschaft noch ohne Mobiliar und Medizintechnik, doch vom Baulichen her komplett renoviert. 3,4 Millionen Lei zur Finanzierung kommen aus Fonds der Europäischen Union, 520.000 Lei steuert die rumänische Regierung bei und der Nutznießer leistet einen Eigenbeitrag in Höhe von 80.000 Lei.

Die soziale Komponente erhält in Hatzfeld eine weitere Unterstützung: 3,6 Millionen Lei kommen nämlich dem Tagesheim für Kinder aus benachteiligten Familien zu. Dass Not nicht nur in Roma-Familien daheim ist, zeigt der Leiter der Einrichtung, Adrian Popa, wenn er sagt, dass nur 13 der insgesamt 40 ins Projekt aufgenommene Kinder dieser Ethnie angehören. „In vielen Familien können die Eltern selbst nicht richtig lesen und schreiben“, weist er auf den Sinn des Zentrums - Betreuung und Verpflegung für die Zeit nach der Schule - hin. Die Schüler der 5. – 8. Klasse, für die die Tagesstätte vorgesehen ist, kommen aus Hatzfeld und dem eingemeindeten Clarii Vii, aus Kleinkomlosch, Großkomlosch, Grabatz und Lenauheim. Überall, wo notwendig, ist der Transport gesichert. Nutznießer ist die Rumänienfiliale der Hilfsorganisation Blythswood. Die Finanzierung aus EU-Fonds in Höhe von 3,6 Millionen Lei ermöglichte die Sanierung eines Gebäudetraktes, der ehemals zum Ceramica-Betrieb gehörte.

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