Französische Riviera für Nicht-Millionäre

10 Dinge, die man in Nizza unbedingt tun sollte

Samstag, 08. August 2015

Die vielen öffentlichen Strände laden zum Baden im Meer ein

Die Altstadt von Nizza: schmale Gassen, bunte Häuser und viel Schatten

Der prächtige Hafen von Monaco liegt nur 20 Kilometer von Nizza entfernt

Alte Millionärinnen mit Dauerwelle, Taschenhund und Perlenkette, Jachten, auf denen Supermodels und berühmte Schauspieler Champagner trinken, russische Divas mit riesigen Hüten und Golduhren, überteuerte Restaurants und Bars- diese Bilder gingen mir jedes Mal durch den Kopf, als ich den Begriff „französische Riviera“ hörte. Heute, nach einem Besuch der Cote d´Azur, wurden sie durch andere Bilder ersetzt: viele Palmen, ganz normale Touristen, schöne Strände,  schmale Gassen, blaues Meer und ein Licht, das nirgendwo anders anzutreffen ist.

Man muss kein Millionär sein, um sich einen Urlaub an der französischen Mittelmeerküste leisten zu können. Nicht einmal der Weg bis hin ist teuer. Die rumänische Fluggesellschaft Blue Air fliegt zwei Mal pro Woche (dienstags und donnerstags) aus Bukarest in die französische Küstenstadt. Wer früh genug bucht, gibt nicht mehr als 120 Euro für einen Hin-und Rückflug mit Handgepäck aus. Aber auch der Aufenthalt kostet nicht mehr als andere Urlaube.

Was sollte man sich während eines Nizza-Urlaubs auf keinen Fall entgehen lassen? Es folgt eine Liste mit ganz persönlichen Tipps.

1. Eine Ferienwohnung mieten

Man muss nicht in einem Luxushotel wohnen, wenn man sich in Nizza gut fühlen will. Besonders, wenn man in einer größeren Gruppe (4-6 Personen) reist, lohnt es sich, ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung zu mieten. Auf Internetportalen wie airbnb.com oder fewo.de gibt es zahlreiche Angebote für jeden Geldbeutel. Auch wenn man nur zu zweit ist, kann man eine Studio-Wohnung mieten. Die Preise beginnen ab 25 Euro pro Person/Nacht.

Auf der Uferpromenade „Promenade d´Anglais“, der Hauptstraße von Nizza,  gibt es kleine und sehr günstige Wohnungen, die aber den Nachteil haben, dass es keinen Balkon gibt. Außerhalb des Zentrums kann man Villen mit Schwimmbad für sehr gute Preise buchen. Man muss aber in Betracht ziehen, dass man vom Bus abhängig ist, wenn man nicht zentral wohnt. Am Besten ist es, in der Altstadt (Vieille Ville) zu wohnen. Hier findet man geräumige Wohnungen mit großen Terrassen, Marktplatz und Lebensmittelläden sind sehr nahe, man braucht wenige Minuten bis zum Strand und bekommt viel vom Leben der Einheimischen mit.

2. Französisch essen

Nichts ist schöner als unter einem Zitronenbaum den Tisch für das Abendessen zu decken. Man muss keine komplizierten Gerichte kochen, weil der Urlaub zum Entspannen da ist. Bei den vielen Carrefour-Märkten in der Gegend gibt es unzählige Käsesorten und frisches Obst. Wenn man noch ofenfrische Baguettes und ein Glas Rose-Wein  zufügt, wird das Abendessen zum wahren Genuss. Ebenfalls im Supermarkt findet man alles, was man für ein gelungenes Frühstück braucht: Eier fürs Omelett, Oliven, Joghurt, Cherry-Tomaten, Toastbrot und Croissants.

Wenigstens ein Mal sollte man auch außerhalb frühstücken, und zwar auf dem Marktplatz „Cours Saleya“. Hier kostet ein Frühstück mit „Pain au chocolat“, Buttercroissant, Milchkaffee und Joghurt um die sieben Euro. Im Preis inbegriffen sind Honig, Nutella und mehrere Sorten Marmelade.

Auf dem „Cours Saleya“ kann man zwischen 12 und 16 Uhr auch leckere Mittagsmenus (Plat du jour) finden. Für 13 Euro erhält man beispielsweise einen riesengroßen, bunten Salatteller und ein gegrilltes Thunfisch-Filet.

Wenn man schon in Nizza ist, sollte man unbedingt einen „Salade Nicoise“ bei einem der vielen Restaurants in der Altstadt probieren. Nach dem traditionellen Rezept, das seit 1893 existiert, werden Tomaten geviertelt, Bohnen, Blattsalat, Paprikaschoten, Zwiebeln, hart gekochte Eier, Thunfisch und schwarze Oliven vermischt, das Ganze mit Olivenöl angemacht, gewürzt, mit Sardellenfilets belegt und mit gehacktem Basilikum bestreut.

3. Abends am Strand picknicken

Ein schöner Abend in Nizza bedeutet nicht unbedingt, in eine Bar zu gehen. Man kann eine Decke mitnehmen, aus dem Supermarkt eine Flasche Champagner (ab 17 Euro) und Pappbecher kaufen, am Markt ein Stück Socca erstehen - eine Spezialität aus Kichererbsenmehl, Olivenöl, Salz und Wasser, die wie Pfannkuchen aussieht - und am Strand picknicken. Die beste Zeit dafür ist der Sonnenuntergang. Wenn es besonders warm wird, kann man anschließend auch im Meer baden. Nur muss man sich dafür mit genügend Handtüchern versorgen, weil es nachts kühl werden kann.

4. Das Hotel Negresco von innen bestaunen

In Nizza können Träume wahr werden: der Traum eines armen rumänischen Kellners, der mit 15 Jahren aus Bukarest an die französische Riviera zog, um dort sein Glück zu versuchen, hat eine riesige pinkfarbene Kuppel und erhebt sich stolz über die von Palmen umsäumte „Promenade des Anglais“. Das Luxushotel wurde 1912 gebaut und trägt den Namen seines Gründers: Henri Negresco. In wenigen Jahren hatte es der Kellner geschafft, zum Direktor des Casinos von Nizza aufzusteigen. Das Luxushotel im Stil der Belle Epoque hat gute und schlechte Zeiten überstanden und wurde vom französischen Staat zum  Baudenkmal ernannt.

Wer durch den Eingang kommt, landet in einer anderen Welt: die Portiers sind im Stil des 19. Jahrhunderts gekleidet, in den prächtigen Räumen befinden sich umfangreiche Kunstsammlungen klassischer und zeitgenössischer Maler.

Wenn gerade eine Auktion im Hotel stattfindet, hat man Glück: man kann sie besuchen. Das bedeutet: Werke von Andy Warhol bewundern, mit dem luxuriösen Aufzug fahren, die Toilette benutzen, die mit hunderten von Orchideen geschmückt ist, sich in den weichen Samtsofas ausruhen. Wenn keine Auktionen stattfinden, ist der Eintritt ins Hotel nur Gästen erlaubt, die eins der 121 Zimmer oder 24 Suiten gebucht haben. Eine Woche in einer Luxus-Suite mit Meerblick  kostet etwa soviel wie ein neuer VW.

5. Karussell fahren

Auf der Promenade des Anglais findet man in der Nähe des Negresco ein historisches Karussell, das im Jahr 1900 gebaut wurde. Für 2,50 Euro pro Person kann man etwa fünf Minuten lang fahren.

6. An einem öffentlichen Strand baden

Die Strände von Nizza sind insgesamt sieben Kilometer lang und haben das beste Wasser der ganzen Cote d´Azur. Während man an privaten Stränden 20 Euro pro Tag für Sonnenschirme und Liegestühle bezahlt, muss man an den öffentlichen Stränden auf dem Handtuch liegen. Das kann ein wenig unbequem sein, weil es keinen Sand gibt, sondern große Steine. Man kann sich aber daran gewöhnen. Wenn man ins blaue, klare Wasser geht, das oft spiegelglatt ist, vergisst man die Steine auf der Stelle. Alle öffentlichen Strände sind mit Duschen und Toiletten ausgestattet.

7. Mit dem Bus nach Cannes und Monaco fahren

Nein, es ist kein Tippfehler: Busfahrkarten auf der ganzen Cote d´Azur kosten nur 1.50 Euro/Fahrt, unabhängig davon, wie weit man fährt.  Nach Monaco dauert die Fahrt eine Stunde. Es lohnt sich, auf der rechten Seite einen Platz einzunehmen, damit man die schöne Aussicht entlang der Küste bewundern kann. Auf dem Rückweg von Monaco nach Nizza sollte man unbedingt in Villefrance sur Mer aussteigen und dort an den Strand gehen. Die kleine Stadt mit vielen bunten Häusern und einem romantischen Hafen hat einen besonderen Charme.

Nach Cannes, der Stadt, die dank der Filmfestspiele berühmt wurde, dauert die Fahrt anderthalb Stunden, ist aber viel langweiliger. Wer Zeit gewinnen will, kann den Zug nehmen. Eine Fahrt kostet sieben Euro. Ein kleiner Tipp für Cannes ist der alte Flohmarkt mit Second-Hand Gucci-Kleidern aus den 50er Jahren, alten Fotos und Büchern. Eine alte Handtasche kostet zwar 200 Euro, man findet aber auch sehr gut erhaltene deutsche Bücher für zwei Euro.

Wenn man von Cannes kommt, sollte man in Antibes aussteigen und die schöne Altstadt besuchen. Den restlichen Tag kann man auf dem Sandstrand von Juan les Pins verbringen.

8. Souvenirs kaufen

Besonders in den schmalen Gassen der Altstadt und auf dem „Cours Saleya“ findet man Stände oder winzige Souvenirläden, in denen das Herumstöbern Spaß macht.
Wer von Kühlschrankmagneten begeistert ist, findet für vier bis fünf Euro besonders schöne, auf denen alte Werbeplakate abgebildet sind. Ein gelungenes Geschenk sind auch bemalte Frühstücktabletts mit diversen Motiven (drei bis sieben Euro, je nach Größe).

Besonders günstig sind die Parfüms aus Grasse, der Welthauptstadt der Düfte, die nur 50 Kilometer von Nizza entfernt ist. Eine 200-Milliliter-Flasche kostet um die 40 Euro, wobei der Duft den ganzen Tag hält. Auf dem Markt findet man auch Seife, die in Marseille hergestellt wird, in allen möglichen Farben und Düften. Die weltberühmte „Savon de Marseille“ besteht aus 72 Prozent Pflanzenöl. Bei ihrer Herstellung dürfen nur natürliche Farb- und Zusatzstoffe verwendet werden. Ein Stück kostet 1,50 Euro, wenn man mehrere kauft  werden sie günstiger.

Man sollte sich unbedingt einen Hauch französiche Lebensart nach Hause holen: eine bunte Gewürzmühle mit Kräutern der Provence kostet auf dem Markt nur 4,50 Euro. Die Mischung aus Thymian, Oregano, Lavendel, Rosmarin und Bohnenkraut verleiht jedem Salat einen besonderen Geschmack. Auch getrocknete Lavendel-Sträuße - ab einem Euro, je nach Größe - sollte man kaufen. Sie eignen sich hervorragend für Wäscheschränke und halten ihren Duft über Monate hinweg. Ebenfalls halten sie Motten und andere Insekten fern. Wer aufzugebendes Gepäck hat, sollte nicht ohne einen Rose-Wein nach Hause fliegen.

 9. Ins Museum gehen

Bis 2015 war der Eintritt ins Matisse-Museum noch frei. Jetzt muss man zehn Euro zahlen, um die Werke des französischen Malers bestaunen zu können. Das Museum befindet sich in der Villa des Arenes in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert, dessen Lage auf dem Berg Cimiez besonders schön ist. Außer der permanenten Kollektion werden wechselnde Sonderausstellungen geziegt.

10. Die Stadt von oben sehen

Wer die schönsten Fotos aufnehmen will, sollte unbedingt eine kurze Wanderung auf der „Colline du Chateau“ unternehmen. Der steile Hügel liegt in der Mitte von Nizza: auf der einen Seite liegt die Altstadt, auf der anderen der Hafen. Wer bis nach oben steigt, wird mit einem wunderschönen Ausblick auf die Alpen und die Küste belohnt.

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