Freelancer und Jäger spielten Waffenschmuggler für Sky News

Bistritzer Komparsen allesamt geständig

Freitag, 12. August 2016

Bukarest (ADZ) - Debakel für den britischen Nachrichtenkanal Sky News: Die Antimafia-Staatsanwaltschaft DIICOT bestätigte am Mittwoch nach einem mehrstündigen Verhör der vermeintlichen Waffenschmuggler, dass der TV-Beitrag der Briten samt und sonders gestellt war – die angeblichen rumänischen Kriminellen waren de facto Komparsen, deren Jagdwaffen als Schmuggelgut herhalten mussten. Der als „Fixer“ tätige Freelancer Aurelian Szanto sagte der Presse beim Verlassen des DIICOT-Sitzes, dass die Briten ihn „verarscht“ hätten – ihm sei gesagt worden, man suche Komparsen für eine „Doku“ über Waffenschmuggel in Osteuropa, in deren Abspann auf den fiktiven Charakter der Szenen hingewiesen werde. Er habe daher einen ihm bekannten Jäger und dessen Bruder angeheuert, die sich vor laufender Kamera strikt an das Script zu halten hatten. Honoriert worden sei man mit insgesamt 2000 Euro. Auf Anfrage der rumänischen Medien stärkte Sky News seinem angeschlagenen Korrespondenten Stuart Ramsey vorerst den Rücken. Letzterer dementiert derzeit alles – weder habe er Komparsen angeheuert noch seine Story inszeniert, alles sei „echt“ gewesen, einschließlich die Waffen, „Dummköpfe“ würden eben „nichts von Journalismus verstehen“, twitterte der Journalist.
Rumäniens Botschafter in Großbritannien, Dan Mihalache, erstatte derweil Anzeige bei der britischen Medienaufsichtsbehörde OFCOM.

Kommentare zu diesem Artikel

Leon, 13.08 2016, 08:35
Natürlich, wenn es einem etwas nicht passt, dann ist die Quelle hinterfragt. Die guten Deutschen exportieren Waffen nur an die "Guten", die bösen Rumänen an "böse" Länder. Typisch deutsche Einstellung...
Peter, 12.08 2016, 13:10
Wikipedia??? Warum ist diese Webseite als Quelle in Schulen und Unis nicht zugelassen (Deutschland)? Also immer mit einer gesunden Skepsis verwenden.
Leon, 12.08 2016, 11:37
Bevor man etwas sagt, sollte man ein wenig im eigenen Hinterhof schauen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_R%C3%BCstungsexport
Tourist, 12.08 2016, 07:26
zäumen wir das Pferd einmal von der anderen Seite auf: in Rumänien werden nach wie vor Kalaschnikov produziert, inkl. Munition, auch Panzerabwehrwaffen, Handgranaten und vieles mehr. Im Land gibt es dafür keinen legalen Absatzmarkt. Wo wandert also diese Produktion hin? Irgendwer kauft das Zeug ja, sonst wären die Fabriken ja längst pleite. Wohin wird das Zeug also exportiert?

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