Freiwilligendienst „für Naturalien“

George Dumitriu – immer mit auf den Barrikaden

Mittwoch, 13. März 2019

Wer ist der rebellisch gekleidete Typ mit schlohweißem Pferdeschwanz und Schnauzbart, der immer und überall mit seiner Kamera auftaucht – ob zu Veranstaltungen im Schillerhaus, in Botschaften, zum Sachsentreffen oder auf der Haferlandwoche? Es ist ihm schon passiert, dass man ihn mit „Herr May“ angesprochen hat. Doch George Dumitriu nimmt’s mit Humor. Als „Volontär“ der ADZ lässt er sich gerne von mir, seiner Ehefrau, als Fotoreporter einspannen. Aber auch als Türöffner zu Kulturinstitutionen, Kontaktvermittler in die Welt der rumänischen Intellektuellen, Fahrer und Reisegefährte. Als Illustrator unzähliger Bildbände und Autor mehrerer Ausstellungen zum Thema Kulturerbe - im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit beim Denkmalschutz oder als Freelancer – kennt George Dumitriu das Land wie seine Westentasche. Auch sächsisches Kulturerbe ist ihm bestens vertraut, war er doch direkt nach der Wende jahrelang in die Dokumentation und Archivierung desselben in den Städten und Dörfern Siebenbürgens involviert, ein Projekt, von Dr. Christoph Machat und Dr. Martin Rill koordiniert. „In diesem Kontext habe ich schon damals Rohtraut Wittstock kennengelernt.“

Ein Vorteil ist dies alles auch für die ADZ: Stets springt auf unseren gemeinsamen Reisen – egal in wessen Auftrag – ein Tourismusartikel dabei heraus, oder man baut einen Abstecher für ein-zwei Reportagen ein. Spannend sind unsere Fahrten immer. Stressig manchmal auch. Gelegentlich habe ich die Chance, mich zu revanchieren. Etwa, als er 2017 Tausende Kilometer in kürzester Zeit zurücklegen musste, um im ganzen Land Synagogen für eine Ausstellung und einen Bildband zu fotografieren - eine Tour-de-Force. „Da warst du Reservefahrer, Navigator, Beleuchter, Objektivträger und Foto-Archivar“, erinnert er sich schmunzelnd. Mit Freude ist George Dumitriu stets auch bei der Realisierung des „Deutschen Jahrbuchs“ und des „Komm mit“-Reiseführers mit im Boot. Für uns keine Arbeit, sondern bereichernd.

Trotzdem scherzt er im Beisein anderer gerne: „Wie bezahlst du mich für meine Dienste?“ Ich provoziere: „In Naturalien.“ „Klingt vielversprechend“, frohlockt mein Göttergatte. Und dann amüsieren wir uns beide über die verblüfften Gesichter, wenn ich augenzwinkernd hinzufüge: „Kartoffeln, Zwiebeln, Käse, Eier...“

 

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