Friedensbrot: Europaweites Projekt auch in Rumänien gestartet

Ausstellung erinnert an Bărăgan-Deportation

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Das Publikum zeigte Interesse an der Eröffnung der Ausstellung „Die Deportation in den Bărăgan: Zeugnisse aus der Geschichte einer Tragödie“
Foto: Museum für Landwirtschaft Ialomiţa

Im Museum für Landwirtschaft in Slobozia wurde am vergangenen Donnerstag eine Ausstellung eröffnet, die den Deportationen in die Bărăgan-Steppe gewidmet ist. Unter dem Titel „Die Deportation in den Bărăgan: Zeugnisse aus der Geschichte einer Tragödie“ sind Fotografien, Urkunden und Gegenstände zur Schau gestellt, die Unterdrückungsmaßnahmen des kommunistischen Regimes in den 50er Jahren dokumentieren. Erinnert wird auf diese Weise an die Bărăgan-Deportation, die zwischen 1951-1956 stattgefunden hat: Mehr als 40.000 Menschen, ganze Familien von Banater Schwaben, Bulgaren, Serben, Rumänen, Arumunen – ein Viertel davon waren Kinder – wurden in die Bărăgan-Steppe deportiert, ein echtes „rumänisches Sibirien“. Die Ausstellung gehört zum europaweiten Projekt für Friedenssicherung und nachhaltige Landwirtschaft. Sein Ziel ist es, Menschen für diese Themen zu sensibilisieren und zu zeigen, dass nachhaltige Landwirtschaft und Wohlbefinden nur während des Friedens möglich sind.

Nachdem man die Deportierten auf freiem Feld ausgesetzt hatte, entstanden durch die Bărăgan-Deportationen 18 Ortschaften. Eine davon ist auch Rubla (Valea Călmăţuiului), wo die zweite Etappe des Projektes Frieden und Landwirtschaft durch die Aussaat von Roggen durchgeführt wurde. Rumänien ist eines der zwölf europäischen Länder, die an dem vom deutschen Verein „Friedensbrot“ initiierten Projekt teilnehmen. 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs in Europa hat sich der Verein als Ziel gesetzt, in Berlin ein europäisches, symbolisches Friedensbrot aus Roggen zu backen, der in verschiedenen ex-kommunistischen Ländern geerntet wird. „Mit dem Anbau an symbolträchtigen Orten in den Partnerländern und der späteren ‘Rückkehr’ der Ernten nach Berlin im Jahre 2014 schaffen wir die Länder übergreifende Voraussetzung für das Backen eines europäischen ‘Friedensbrotes’“, sagte Manfred Fischer, der Vorsitzende des Vereins. Das Projekt wurde unter der Schirmherrschaft der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner veranstaltet. „Es geht um eine Aktion, die sich auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene erstreckt. Die Erziehung durch die Kenntnis von tragischen Ereignissen aus unserer Geschichte soll ein wirkungsvolles Instrument sein, Mentalitäten zu verändern“, verdeutlichte der Vorsitzende des Kreisrates Ialomiţa, Silvian Ciupercă. Ausführlichere Informationen über das Projekt finden Sie unter friedensbrot.eu

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