Frühlingskonzert 2017 der Stadtkapelle Temeswar

Orchesterleiter Franz Hoffner möchte in den Ruhestand treten

Sonntag, 19. März 2017

Der langjährige Orchesterleiter Franz Hoffner bei seinem Abschiedskonzert vom Temeswarer Publikum
Foto: der Verfasser

Die Temeswarer Stadtkapelle Timişoara BigBand gab vor Kurzem ihr bereits traditionelles Frühlingskonzert im Capitol-Saal der Banater Philharmonie. Der Gründer und langjährige Leiter des Orchesters, Franz Hoffner, kündigte innerhalb der Vorstellung an, es ginge dabei um sein Abschiedskonzert, da er in diesem Jahr sowohl alters-, als auch gesundheitsbedingt in den Ruhestand treten und zurück nach Deutschland ziehen möchte. Die Darbietung war eine der bisher gelungensten in der mehr als 15-jährigen Tätigkeit der Temeswarer Musikerband.

Das Frühlingskonzert der Temeswarer Stadtkapelle startete mit dem Astronautenmarsch von Josef Ullrich aus dem Repertoire der böhmischen Kapelle von Ernst Mosch. Auch die diesjährige Auflage war dem Internationalen Frauentag gewidmet und beinhaltete im ersten Teil musikalische Märzchen für die besseren Hälften des männlichen Publikums, aber auch der Musiker. Einige von ihnen boten Stücke mit Instrumentalsolisten: „Memory of Spain” von Winfried Jerxen mit Andrei Candreanu an der Trompete, „Mein verträumtes Flügelhorn” von Franz Watz mit Ilie Răşinar am Flügelhorn und „Für meine Freunde” von Ernst Hutter mit Emanuel Sărăcuţ an der Posaune. Doch eines der gefühlvollsten Stücke des Abends kam von einer Frau: „The Rose” von Amanda McBroom mit Corneliu Meici an der Trompete. Die Temeswarer Stadtkapelle stellte auch ihre Gesangsolisten vor: das Banater Duo Anda und Daniel, gebildet aus Anda Boghian und Daniel Zah, sang in Begleitung des Orchesters drei deutsche Lieder: „Verliebte Herzen” von Franz Watz, arrangiert von Franz Hoffner, „Ohne Liebe geht es nicht” von Frantisek Kuda aus dem Repertoire von Ernst Mosch und „Rot sind die Rosen”, die deutsche Fassung des französischen „Toutes les fammes sont belles” von Michel Joudan.

Im zweiten Teil des Konzertes spielte das Temeswarer Orchester Jazz-, Blues- und BigBand-Stücke und auch darin stellten manche Instrumentalsolisten ihre Virtuosität unter Beweis: Tibi Bodo spielte Solotrompete im „Suger-Blues”, Bogdan Dijmărescu übernahm die Solo-Posaune in „Über sieben Brücken”, Zoli Bodo spielte das bekannte „Hey Jude” von John Lennon am Altsaxophon und Cristian Jurcan machte das Klarinettensolo in „Creole Jazz”. Auch in diesem Teil kamen einige Stücke mit Gesang zu Gehör und dafür lud die Temeswarer BigBand die Jazz-Sängerin Ingrid Nicolaescu auf die Bühne. Sie sang in Begleitung des Orchesters unter anderem das bekannte „Love“ von Bert Kämpfert, aber auch ein Stück, das in dieser Form in Erstaufführung erklang: „Beyond the Sea”. Eine Erstaufführung gab es auch zum krönenden Abschluss des Timişoara-BigBand-Frühlingskonzerts und dabei ging es diesmal um eine echte Temeswarer Produktion: der Temeswarer Walzer, ein Lied von Mircea Aurel Ciugudean auf Verse von Ionel Iacob Bencei, in der Bearbeitung des Banater Musikwissenschaftlers Franz Watz und gespielt von der Temeswarer Stadtkapelle unter Leitung von Franz Hoffner und ihren Solisten Ingrid Nicolaescu, Anda Boghian und Daniel Zah.

Für den langjährigen Leiter des Orchesters war das sein Abschiedskonzert vom Temeswarer Publikum. Franz Hoffner ist ein deutscher Staatsbürger mit banatschwäbischen Wurzeln. Sowohl vor als auch nach seiner Auswanderung nach Deutschland war er in mehreren Blaskapellen tätig. Er kehrte 2000 als Geschäftsmann ins Banat zurück und gründete die Kapelle „Temeswarer Spitzbuben“, die sich im Laufe der Jahre zur Stadtkapelle Timişoara BigBand entwickelte. Franz Hoffner blickt mit Stolz auf die gemeinsam verbrachten 16 Jahre zurück.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*