Frunzăverde-Prozess hat begonnen

Frunzăverde und Ghiorghioni vorerst für 60 Tage unter Justizkontrolle

Donnerstag, 09. Juli 2015

Reschitza – Vor dem Kreisgericht Karasch-Severin in Reschitza hat am Mittwoch der Prozess gegen den amtsenthobenen Kreisratschef Sorin Frunzăverde und seinen ebenfalls amtsenthobenen Stellvertreter Ionesie Ghiorghioni begonnen. In diesem Prozess sind die beiden angeklagt, im Präsidentschaftswahlkampf 2014 auf mehrere Bürgermeister Druck ausgeübt zu haben, um mehr Stimmen für Klaus Johannis herauszuschlagen, indem sie vom Wahlergebnis in der jeweiligen Gemeinde künftige Haushaltszuweisungen für 2015 und 2016 abhängig gemacht haben. Am ersten Verhandlungstag wurde den beiden die Anklageschrift der DNA-Staatsanwaltschaft verlesen. Sorin Frunzăverde wird vorgeworfen „die Gesetzesübertretung der Nutzung, durch eine Person, die eine Leitungsfunktion in einer Partei, einer Gewerkschaft oder einer Institution oder im Rahmen einer Rechtsperson ohne Profitzweck innehat, der Einflussnahme mit dem Zweck, für sich selbst oder jemand anderen Geld, sonstigen Nutzen oder ihm nicht zustehende Vergünstigungen zu erzielen“, heißt es in der DNA-Anklageschrift. Der selbe Vorwurf gilt auch Ghiorghioni gegenüber, zusätzlich aber die Vergehen, die er in der Folge seines zwischen den beiden Wahlgängen verursachten Unfalls begangen hat: „Beeinflussung von Zeugen, Beeinflussung von Zeugenaussagen in drei Fällen sowie Fälschung und Fälschungsnutzung“ (ADZ berichtete). Der erste Verhandlungstag fand in der Präliminärkammer des Kreisgerichts statt, wo das Publikum ausgeschlossen wird.

Das Gericht behielt die Maßnahme der Justizkontrolle gegenüber dem Angeklagten Sorin Frunzăverde bei, verlängerte sie aber auf 60 Tage, um damit die Sommerferien des Gerichts zu überbrücken. Der in seinem, parallel verlaufenden, Schmiergeldprozess vom Gericht auf freien Fuß gesetzte Ghiorghioni wurde in diesem Prozess neuerlich, für 60 Tage, unter Justizkontrolle gestellt. Als zusätzliche Auflagen hat das Gericht verfügt, dass Frunzăverde während dieser 60 Tage weder mit Lauren]iu Darian Ciobanu (dem amtierenden Sekretär des Kreisrats Karasch-Severin, der in den Aufzeichnungen der Telefongespräche zwischen Frunzăverde und Ghiorghioni als einer der Handlanger Frunzăverdes in der Beeinflussung der Bürgermeister des Raums Orawitza erwähnt wird, in diesem Prozess aber als Zeuge der Anklage auftritt...) Verbindung aufnehmen, noch mit den Bürgermeistern Ion Lala, Sergiu Adrian Stoicu, Ion Orbulescu, Iacob Ion Damian, Gheorghe Percea, Ion Ilie Hîrţăucă, Nicolae Daminescu, Ilie Canea und Ion Poplicean.
Ionesie Ghiorghioni hingegen darf neben den im Falle Frunăverdes aufgezählten Bürgermeistern und dem Sekretär des Kreisrats, die auch im Prozess gegen ihn sämtlich als Zeugen zitiert werden sollen, auch mit denjenigen Personen keinen Kontakt haben, die mit seinem Unfall, bei dem er offensichtlich unter Alkoholeinfluss stand, im Bezug standen: Romulus Raca, Daniel Savoni, Romulus Vasiloni, Horia Marin Dragomir, Ghidel Gheorghe Tuştean, Ioan Octavian Obrejan, Zaharia Tămăşilă, Victor Ţuculeanu und Ioan Lăscuţ Bociat – alle aus dem Großraum um Băuţar-Bucova, woher Ghiorghioni stammt und wo er seinen Hauptwohnsitz hat.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*