Fünf Millionen Euro für neues Kulturhaus

Museum und Kulturzentren in der Dermatologie-Klinik Temeswar

Samstag, 19. November 2016

Laut Projekt sollen die Innenräume des ersten städtischen Krankenhauses in Temeswar umfunktioniert und für kulturelle Zwecke genutzt werden.
Foto: Zoltán Pázmány

Das Temeswarer Bürgermeisteramt macht sich stark für die Umgestaltung des Gebäudes der ehemaligen Klinik für Hautkrankheiten in der Innenstadt. Bürgermeister Robu kündigte vor Kurzem an, dass alle Unterlagen dafür vorbereitet sind und dass die 5-Millionen-Euro-EU-Finanzierung schon bald beantragt werden kann. Wann genau die Umfunktionierung des Gebäudes in der Mărăşeşti-Straße passieren soll, ist im Moment ungewiss.

Schon zu Beginn des Jahres 2013 machte Nicolae Robu seine Pläne bekannt: Die Kultureinrichtungen und -zentren in der Stadt Temeswar, aber auch Konsulate und Honorarkonsulate sollen alle unter einem Dach funktionieren. Der perfekte Ort dafür – das Gebäude in der Fußgängerzone in der Mărăşeşti-Straße, in dem damals noch die Dermatologie-Klinik untergebracht war. Die Idee wurde von den Vertretern der Kultureinrichtungen in Temeswar gleich begrüßt; 2015 stimmten auch die Stadträte über das Projekt in der Kommunalratssitzung ab. Nun sollen weiter Schritte in dieser Hinsicht gemacht werden.

Die Idee, sich den Sitz mit anderen Kulturzentren in der Stadt zu teilen, fand der damalige Direktor des Französischen Instituts „einfach hervorragend“. „Das wäre eine große Chance für die europäische Kultur hier in Temeswar. Die gute Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum würde sich bestimmt intensivieren“, sagte Thierry Sète 2013. Auch der damalige Konsul der Bundesrepublik Deutschland, Klaus-Christian Olasz, war von der Idee begeistert, vor allem da die französisch-deutsche Zusammenarbeit in Temeswar seit Jahren erfolgreich funktioniert. „Insbesondere mit dem Französischen Institut hier in Temeswar verbindet sowohl das Deutsche Kulturzentrum Temeswar, als auch das Deutsche Konsulat eine sehr enge und vorbildliche Zusammenarbeit. Ich freue mich sehr, dass diese in absehbarer Zeit nun unter demselben Dach fortgesetzt werden kann, gemeinsam mit vielen weiteren internationalen Einrichtungen aus europäischer Nachbarschaft und aus entfernteren Weltgegenden“, betonte damals Konsul Olasz. In der Zwischenzeit aber hat man allein den Umzug der Kulturzentren in Betracht gezogen, die Konsulate in Temeswar sollen weiterhin in anderen Räumen in der Stadt funktionieren.

In kleinen Schritten ging die Idee des Bürgermeisters Nicolae Robu seit 2013 voran. Die Temeswarer Dermatologie-Klinik ist im Herbst des vergangenen Jahres in einen Neubau nach europäischen Standards im Studentenviertel umgezogen. Im Herbst des Vorjahres haben auch die Temeswarer Stadträte die Dokumentation für die Investitionsarbeiten und die Umgestaltung des Gebäudes in der Mărăşeşti-Straße von einem Krankenhaus zu einem Haus für kulturelle Einrichtungen genehmigt. Die Dokumentation sieht vor, dass etwa 27,4 Millionen Lei samt Mehrwertsteuer für die Umsetzung des Projekts notwendig sind. Die Arbeiten sollten rund 24 Monaten dauern.
Für die Umfunktionierung ist auch eine Genehmigung seitens des Gesundheitsministeriums fällig. In der Zwischenzeit wird nun eine EU-Finanzierung von 5 Millionen Euro beantragt. Die sind für mehrere Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten vorgesehen. Denn das Gebäude soll seinen Charakter als medizinische Einrichtung nicht komplett verlieren. Die Immobilie, die zwischen 1754 – 1757 als erstes städtisches Krankenhaus von Temeswar gebaut wurde, soll weiterhin die Klinik für Radiotherapie beherbergen. Genauer soll das Gebäude in zwei geteilt werden: Somit wird in einem Gebäudeflügel die Radiotherapieklinik funktionieren, im anderen Flügel die Kulturzentren. Bürgermeister Robu ließ vor Kurzem wissen, dass auch ein Museum der Temeswarer Festung hier eingerichtet werden könnte.

Die Immobilie in der Fußgängerzone der Temeswarer Innenstadt umfasst insgesamt 4300 Quadratmeter umbaute Fläche. Das Gebäude des städtischen Krankenhauses aus dem 18. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert saniert und ausgebaut. In den letzten Jahren wurden hier Reparaturen am Dach und an der Fassade vorgenommen. In den Innenräumen ist aber eine Generalüberholung fällig.

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