Für „Ein Rumänien der gut gemachten Dinge“

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Am Sonntag wird der Mann oder die Frau gewählt, der/die in den nächsten fünf Jahren das höchste Staatsamt wahrnehmen soll, also die Person die uns im Ausland vertritt, die, laut Verfassung, maßgeblich an der Gestaltung auch der Innenpolitik, mitwirkt und die, nicht zuletzt, ein Vorbild für die Bürger sein sollte. Zu den Premieren dieser Wahlen (u.A. zwei Kandidatinnen, zwei ungarische Kandidaten) gehört auch, dass erstmals ein Siebenbürger Sachse Präsident Rumäniens werden kann. Er heißt Klaus Johannis und kandidiert für das PNL-PDL-Wahlbündnis „Christlich-Liberale Allianz“ (ACL). Seine nicht nur in Rumänien bekannten und anerkannten Leistungen als Bürgermeister von Hermannstadt sind eine der besten Empfehlungen dafür. Ihm ist es auch gelungen die zwei größten Opposionsparteien zur neuen PNL zu vereinen.

Die Umfragen setzen Johannis nach Premier Victor Ponta an zweiter Stelle in der Wählergunst. Die Wahrscheinlichkeit einer Stichwahl zwischen den beiden, ist sehr groß. Wenn Johannis über die 30-Prozent-Grenze kommt und wenn ihn nur rund zehn Prozent von Ponta trennen, ist alles noch offen. Das wissen auch seine Gegner, die ihn von allen Seiten und mit allen Mitteln angreifen. Ein noch ausstehendes Urteil im Prozess mit der Integritätsbehörde (ANI), Gerüchte und Zweifel über die Herkunft seines Vermögens, keine Kinder, sogar, unterschwellig, seine Volksabstammung und Konfession  – alles wird ins Spiel gebracht. Die einen wollen ihn als Băsescu-Verbündeten darstellen; die anderen sehen ihn ihm einen „der Verschwörer“ und Ex-Wunschpremier des Anti-Băsescu-Lagers.

Unter den 14 Kandidaten sind zumindest zwei (Tăriceanu und Meleşcanu), deren überraschende Nominierung eine Absprache mit der PSD ahnen lässt.

So kam es überhaupt nicht überraschend, dass nicht Programme über Wirtschaft, Erziehung, Gesundheit, Außenpolitik, Umweltschutz verglichen und diskutiert wurden, sondern Themen, die allein um die Person des/der Kandidaten/in kreisen. Niemand verneint, dass man die Kandidaten „durchleuchten“ sollte und möglichst alles über sie erfahren will – aber allein das ist nicht genug, um in Sachkenntnis und ohne Vorurteile die Wahl zu treffen.

„Ein Rumänien der gut gemachten Dinge“ als Wahlslogan und auch -programm passt zu Johannis’ Wesen und Auftritt wie auch zu seinen liberalen Überzeugungen. Selbst wenn Johannis nicht als Unabhängiger oder Forumsmitglied Präsidentschaftskandidat ist, so dürfte diesmal den Forumsmitgliedern die Wahl keine Schwierigkeiten bereiten: der Ex-Forumslandesvorsitzende kann mehr bewegen als die anderen; ihm kann man mehr vertrauen; er ist kein typisch rumänischer Politiker – er ist viel besser. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch genügend andere Wähler das einsehen und für sich und Rumänien einen einfachen aber entscheidenden Schritt tun: Wählen gehen und für Johannis stimmen.

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