Für mehr Sicherheit am Himmel

Privater Verein startet Warnsystem für Drohnenflüge

Dienstag, 19. Januar 2016

Als Ehrenpräsident fungiert Octavian Isăilă (Mitte), ein Mediascher, der im Frühjahr 2014 die erste Drohne beim Transportministerium offiziell registriert und zu ihrer Nutzung die entsprechende Genehmigung bekommen hat.
Foto: ITSC-SVFP

Hermannstadt – Bereits im Herbst des vergangenen Jahres wurde in Mediasch, der Geburtsstadt von Raketenpionier Hermann Oberth, der Verein „Institut für Training, Studien und Forschung an unbemannten Flugobjekten“ (Institutul de Training, Studii şi Cercetări pentru Sisteme de Vehicule fără Pilot) gegründet.

In der vergangenen Woche hat das Institut ein landesweites Warnsystem für unbemannte Flugobjekte, sogenannte Drohnen, an den Start gebracht. Es soll dabei helfen, die Luftsicherheit auch weiterhin zu gewährleisten. Remus Dogaru, leitender Beamter der Zivilen Luftfahrtbehörde (AACR), begrüßte die zivilgesellschaftliche Initiative für einen „sicheren Himmel“. Drohnenbesitzer können ihre Flüge auf der zum Institut gehörenden Internetseite anmelden und sich untereinander abstimmen, um Unfälle zu vermeiden. Erst seit wenigen Jahren auf dem Markt, entwickeln sich die kleinen Fluggeräte – in der Regel handelt es sich genauer gesagt um Quadrocopter – in Deutschland und Österreich bereits zu einem Massenphänomen.

Doch auch in Rumänien wird ihr Einsatz im privaten sowie auch im gewerblichen Bereich immer beliebter. Ausgestattet mit einer Kamera liefern sie spektakuläre Aufnahmen von Landschaften sowie Musik- oder Sportveranstaltungen, können aber auch in der Landwirtschaft zur Fernüberwachung, Bodenkunde oder dem Ernte-Management eingesetzt werden. Bei Konzerten wie den Media Music Awards oder Demonstrationen sieht man sie mittlerweile schon regelmäßig, und in Kronstadt/Braşov setzte Danny Păun die Stadt in dem Imagefilm „This is Braşov“ mittels einer Drohne in Szene. Das Rathaus von Karansebesch/Caransebeş setzt seit 2013 in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Innenministerium der Republik Serbien Drohnen nach NATO-Standard im Wert von je rund 408.000 Lei zum Katastrophenschutz ein. Einfache Quadrocopter für den Privatgebrauch sind hingegen bereits ab 450 Lei erhältlich.

Eine einheitliche Regelung über die Nutzung von Drohnen gibt es in der Europäischen Union bisher nicht. Im Dezember hat die EU-Kommission allerdings eine neue Luftfahrtstrategie vorgelegt, welche auch Regeln für den Einsatz unbemannter Fluggeräte enthält. In einigen Ländern wie Deutschland und Österreich gelten bereits sehr strenge Regeln, in vielen osteuropäischen Staaten ist ihr Einsatz hingegen bisher noch gar nicht gesetzlich erfasst. Hierzulande regelt der Ministererlass 8/2014 ihren Einsatz. Er sieht die Registrierung von Drohnen mit einem Gewicht ab einem Kilogramm beziehungsweise bei Ausstattung mit einer Kamera bei der Zivilen Luftfahrtbehörde vor.

Laut Remus Dogaru wurden bisher 130 unbemannte Flugobjekte für verschiedene Einsatzbereiche bei der AACR registriert. Ihr unkontrollierter Einsatz sei jedoch nicht nur ein Problem in Rumänien, so der Behördenvertreter weiter. Laut Medienberichten sollen nur rund drei Prozent der rumänischen Drohnen auch registriert sein. Kritiker des Gesetzes warfen der Regierung allerdings vor, den Sicherheitsaspekt als Vorwand zu nutzen, um den Privatgebrauch weitestgehend zu verbieten. Denn mit Kameras ausgerüstete Drohnen werden auch dazu genutzt, Behördenversagen wie den illegalen Holzeinschlag zu dokumentieren.

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