Gastronomische Reise ohne Grenzen

Starker Auftritt Rumäniens als offizielles Partnerland bei der Grünen Woche in Berlin

Dienstag, 31. Januar 2012

Zum dritten Mal auf der Grünen Woche Berlin: Diana Sonia Stanciulov, Kaufmännische Direktorin von S.C. Sonimpex „Topoloveni“, mit Team und Messebesuchern beim Verkosten von Naturpflaumenmus. Zu den Verkauf-Hits gehören Marmeladen aus Obst ohne Zuckerzusatz und Konservierungsmittel.

Rosendüfte aus Hermannstadt, präsentiert von Nicoleta Florea auf der Grünen Woche in Berlin. Ihr gesamtes Sortiment sind Bio-Produkte aus Rosenblättern, traditionell hergestellt.

Messestand der Großfleischerei MARCEL mit Firmengründer Iacob Marcel (44) und Tochter Mirela (22), Studentin an der Universität Wien, sowie Mitarbeiterin Maria. Die florierende Firma wurde 1991 ausschließlich mit rumänischem Kapital gegründet und beschäftigt heute 350 Mitarbeiter.
Fotos: Berndt Brussig

Mit dem Slogan „Überraschend überraschend“ löste die weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau in den zehn Messetagen vom 20. – 29. Januar einen Ansturm von etwa 400.000 Besuchern aus aller Welt aus. Über 1600 Aussteller aus 59 Ländern präsentierten ihre attraktiven Produkte in 26 Hallenkomplexen auf 115.000 Quadratmetern Fläche unter dem Berliner Funkturm.

Rumänien beteiligt sich seit 1973 an dieser grünen Leistungsschau und fungierte als offizielles Partnerland der 77. Internationalen Grünen Messe Berlin 2012. Dafür hatte Rumänien die Halle 10.2 komplett angemietet und glänzte mit einem starken Auftritt. Sechzig Aussteller präsentierten regionale Spezialitäten unter dem Motto „Erkunde den Karpatischen Garten“. Der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, und weitere hohe Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft besuchten am Eröffnungstag diese herausragende Leistungsschau Rumäniens. Über 5000 Journalisten berichteten über die Grüne Woche weltweit, wobei Rumänien eine Hauptrolle spielte.

Seit dem Start der 77. Internationalen Grünen Woche Berlin zog diese Super-Ausstellung mit kulinarischen Köstlichkeiten und Erlebnisprogramm tagtäglich rund 10.000 Besucher in ihren Bann. Kondition war gefragt, wollte man die insgesamt acht Kilometer Strecke in den 26 Messehallen unter dem Berliner Funkturm zurücklegen, um die Messestände aller rund 1600 Aussteller neben dem Internationalen Congress Center abzulaufen. Doch Pausen einlegen konnte man nach Belieben. Gourmets kamen ebenso auf ihre Kosten wie Erlebnishungrige und Tatendurstige.

Über 100.000 Gaumenfreuden wie Truthahnsülze und Karpatischer Bär mit Pilzen aus Rumänien sowie Krodil-Chili aus Australien, aber auch ein umfangreiches Programm für Jung und Alt, erwarteten die Besucher. Rumänien war mit seinen Produkten an 60 Messeständen auf Bio fokussiert, was von den Besuchern durch Interesse und Sofort-Kauf honoriert wurde.

„Regionalität“ ist Trumpf

Die 77. Internationale Grüne Messe Berlin wartete mit einem Novum auf: Deutschlandtour mit regionalen Spezialitäten aus 14 Bundesländern. Will heißen: Die Besucher konnten sich auf Entdecker- und Schlemmertour von der Küste im Norden via Berlin-Brandenburg über Sachsen und Bayern bis runter zu den Alpen begeben bzw. ‘durchkosten‘. Überhaupt war „Regionalität“ das generelle Trendthema dieser Messe. „Regionalität“ der Lebensmittel rangiert in der Verbrauchergunstskala ganz oben. Auch die Aussteller Rumäniens setzten erfolgreich auf diesen Trend. Ausdruck dafür ist die Regionalisierung der Produkte nach Siebenbürgen, Banat, Walachei, Maramuresch und Moldau.

Zehn Routen-Vorschläge für Entdecker und Genießer

Um das komplette Erlebnis- und Informationsprogramm zu absolvieren, waren drei volle Messetage nicht zuviel. Aber auch kürzere thematische Touren, die man unkompliziert mit Kindern und Familien (Familienkarte) oder an einem Halbtag (Happy-Hour-Karte) bewerkstelligen konnte, waren im Angebot. Um den Besuchern die Entscheidung zu erleichtern, hatte die Messeleitung zehn Routen als Entscheidungshilfe erarbeiten lassen. S

o die „Internationale Tour“ an einem Messetag mit einer Länge von 5,2 km, der vielfältigsten Schlemmermeile der Welt, die zu landestypischen Speisen und Getränken aus sämtlichen Regionen der Welt zum Kosten und Kauf einlud: 100.000 Spezialitäten der Küchen der Welt erwarteten die Besucher. Beispiele sind kanadischer Bison Jerky und Elchfleisch aus Norwegen. Diese Tour führte auch zur rumänischen Leistungsschau in Halle 10.2 mit Schwerpunkt BIO.

Sprungbrett für Mittelstandsunternehmen

Dass die Grüne Woche auch für rumänische Mittelstandsunternehmen durch-aus  lukrativ ist, konnte man an Messeständen in der Rumänien-Halle anhand mehrmaliger Teilnahmen solcher Firmen feststellen: Dreimalige Teilnahme von Diana Sonia Stanciulov, Kaufmännische Direktorin von S.C. Sonimpex Serv Com SRL „Topoloveni“, Produzent von Naturpflaumenmus und Marmeladen.

Ihre Produkte wurden mehrfach mit Öko-Zertifikaten der EU dekoriert und neuerdings als Regionales Produkt eingetragen. Schon das fünfte Mal beteiligte sich das Nationale Weinunternehmen O.N.V.P.V. an der Grünen Woche. „Diesmal sind wir sogar mit 60 Weinmarken von 25 Produzenten der renommierten Weinanbaugebiete Rumäniens präsent“, unterstrich Traian Petrea aus Jassy/Iaşi und verrät seinen Favoriten: Merlot Dealu Mare, Vitis Metamorfosis. Ein wirklich edler Tropfen!

Existenzgründer mit Erfolgsstory

Das erste Mal war DORIPESCO auf der Grünen Woche. „Doch nicht zum letzten Mal!“, versichert Ruxandra Coc aus Kronstadt/Braşov. Die studierte Technologin und Psychologin arbeitete in den USA und sparte sich Dollars zusammen. Nach der Wende kehrte sie in ihre Heimat zurück und gründete mit ihrem Bruder die Firma DORIPESCO. Zum Portfolio zählen Fischzucht in Siebenbürgen und Creation von Fischdelikatessen, vorgestellt auf der Grünen Woche. Vogelbeobachtung und Umwelttourismus sind auch wichtige Aktivitäten. Gleichfalls eine Erfolgsgeschichte: die Großfleischerei MARCEL aus Răchiteni bei Jassy.

Ausschließlich mit rumänischem Kapital gründete Iacob Marcel 1991 seine Firma mit Familienangehörigen. Zwischenzeitlich schuf Iacob Marcel (44) mit seinem Team 350 Arbeitsplätze. Über 10.000 Tonnen Fleisch verarbeitet MARCEL pro Jahr zu 150 Fleischsorten sowie Wurst- und Schinkenspezialitäten und Räucherwaren. Etwa 30 Prozent werden nach England, Italien und Zypern exportiert. Alles Bio – ohne irgendwelche Zusatzstoffe! Seine Tochter Mirela (22) studiert Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Wien. Nächstes Jahr, mit dem Diplom in der Tasche, wird sie Marketing-Chefin im Familienbetrieb.

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