Gauck warnt vor „vielen neuen Grenzen“ in Europa

Bundespräsident hält Europarede in Nationalbibliothek

Donnerstag, 23. Juni 2016

Bundespräsident Joachim Gauck und Staatspräsident Klaus Johannis besuchten Dienstag mit dem Bischof der Evangelischen Kirche, Reinhart Guib, und Ortspfarrer Lászlo Zorán Kézdi auch die Kirchenburg in Heltau. Gauck zeigte sich von Siebenbürgen und dem herzlichen Empfang tief beeindruckt.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Rumänien und zwei Tage vor dem Referendum in Großbritannien über den Verbleib des Königreichs in der EU hat der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck für ein besseres Gemeinschaftsgefühl und mehr Dialog innerhalb der EU plädiert. In einer Rede in der Bukarester Nationalbibliothek mahnte der Bundespräsident mehr Diskursfähigkeit in Europa an – der europäische Geist sei „der Geist der Vernunft“. Die EU-Bürger warnte Gauck ausdrücklich vor Rechthaberei, Abschottung und zunehmendem Nationalismus – einerseits dürfe niemand „den Eindruck haben, es gäbe in Europa Meister und Lehrlinge“, andererseits müsse man wieder „lernen, an die intellektuelle und moralische Tradition des argumentativen Disputs anzuknüpfen“, sonst drohen „intellektueller Isolationismus und moralischer Autismus“. Gauck hob den Europa-Enthusiasmus der Rumänen lobend hervor und warnte angesichts der Krise in der EU: „Wie absurd und zerstörerisch wäre es, wenn die eine große Grenze durch Europa, die wir vor einem Vierteljahrhundert gemeinsam glücklich überwunden haben, nun durch viele neue Grenzen abgelöst würde.“ Anschließend reiste das deutsche Staatsoberhaupt nach Hermannstadt und Heltau, wo er mit Vertretern des Demokratischen Forums der Deutschen und der Evangelischen Kirche A. B. zusammentraf.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 24.06 2016, 20:33
@Christoph- Die Entwicklung meiner Persönlichkeit ist bereits fortgeschritten und diese geht auch weiter,ich bleibe nicht stehen. Wenn ein Politiker auf, ihm zu kritische Fragen nicht Antwortet, diese dann noch pauschal als rechtspopulistisch bezeichnet, dann behindert er auch die Meinungsbildung. Ein Politiker hat auch die nötigen Informationen bereit zustellen, damit sich die Bürger eine Meinung bilden können. Aus Mangel an diesen Informationen laufen zu viele zur AFD und noch weiter Rechts.
Manfred, 24.06 2016, 09:48
In der Tat,das war ein sehr hölzerner,unbeholfener Auftritt unseres Präsidenten.
@ Tourist-leider hast Du recht...
@ Alexander-Du leider auch

Der Brexit könnte der Beginn des schleichenden Endes der EU bedeuten,dank Merkel.
Christoph, 24.06 2016, 07:32
@Peter, aus meiner Sicht muss schon jeder selbst an seinen Vorurteilen arbeiten. Diese abzubauen ist Teil deiner Persönlichkeitsentwicklung und nicht Aufgabe der Politiker.
Tourist, 24.06 2016, 01:44
Deutschland hat letztes Jahr das Dublin-Abkommen kaputt gemacht, deshalb gibt es heute neue Grenzen in Europa. Und so nebenbei war auch Deutschland selbst, trotz aller Willkommens- und Herbeirufkultur, ganz vorne dabei im Aufziehen neuer Grenzen, siehe Freilassing/Salzburg, Passau oder Kufstein. Rumänien war an den ganzen Vorgängen letztes Jahr überhaupt gar nicht beteiligt, trotzdem warnt hier der Vertreter der Akteure einen passiven Zuschauer vor den Konsequenzen dieses Agierens, paradox.
Alexander, 23.06 2016, 22:38
Ich lebe zwar in Rumaenien, der Europa Enthusiasmus ist mir aber bisher verborgen geblieben. Die politische Klasse Rumaeniens haelt Europa fuer einen Selbstbedienungsladen, dem Rest geht die Eu am A..ch vorbei, wie seine Vorschriften, seine Regeln, seine Ideale
Peter, 23.06 2016, 11:47
bla, bla bla! Standardgerede der Politiker.
Anstelle den Menschen zuzuhören und dem Bür­ger die Ängste, Bedenken, Vorurteile und Sorgen,gegenüber dem Fremden, zu nehmen. Werden alle die diese äu­ßern sofort als rechtspopulistisch abgetan. Nur die national orientierten Parteien haben angeblich ein offens Ohr für diese Probleme.
@Hermann - Bayern besteht auch nur aus Oberbayern, Lederhosen und Neuschwanstein.
Hermann, 23.06 2016, 09:08
Besteht Siebenbürgen tatsächlich nur aus Hermannstadt und Heltau. Gauck hat zwar hetzt
eine Kirchenburg in einer siebenbürgischen Kleinstadt gesehen. Siebenbürgen ist weit mehr
und beginnt erst nach den Stadtgrenzen der besuchten Städte, Herr Gauck.

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