Gedenken an Russlanddeportation

Samstag, 19. Januar 2013

Beim Denkmal der Russlanddeportierten

Reschitza - Am Mittwoch, dem 16. Januar, fanden in Reschitza die Gedenkfeierlichkeiten zur Russlanddeportation der Rumäniendeutschen statt, seit deren Beginn in diesem Januar 68 Jahre vergangen sind. Heute leben im Banater Bergland noch 92 ehemalige Russlanddeportierte oder dort während der Deportation Geborene, davon 42 in Reschitza.
Begonnen haben die Gedenkveranstaltungen in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Kirche mit einen Requiem, konzelebriert vom Erzdechant des Banater Berglands, József Csaba Pál und von Virgil Fechetă, Pfarrer in Slatina-Timiş. Im Geiste der Ökumene, die im Banater Bergland praktiziert wird, nahm am Requiem auch Egon Wonner, evangelischer Pfarrer des Banater Berglands, teil. Das Requiem wurde an der Orgel von Prof. Christine Maria Surdu begleitet. Nikolaus Rudolf  Pilly, der aus Reschitza stammende Vorsitzender des Deutschen Forums in Kalan/Călan, Verwaltungskreis Hunedoara, spielte zwei Lieder auf der Zugsäge.

Beim 1995 errichteten Denkmal der Russlanddeportierten wurde die Gedenkveranstaltung fortgesetzt. Nach Einführungsworten von  Erwin Josef Ţigla, Vorsitzender des DFBB, folgten Gebete von Pfarrer József Csaba Pál und Pfarrer Egon Wonner, und danach, während dem das Russlanddeportationslied gesungen wurde, wurden Blumenkränze von den Teilnehmerdelegationen niedergelegt. Darunter war auch eine Abordnung des Kreisrats Karasch-Severin unter der Leitung von Ion Imbrescu, Generalsekretär des Kreises. Am Requiem und an der Gedenkfeierlichkeit nahmen teil Russlanddeportierte und deren Nachkommen sowie Vertreter aus Diemrich/Deva, Dognatschka, Hunedoara, Ferdinandsberg/Oţelu Roşu, Kalan, Lugosch, Nadrag, Reschitza und Steierdorf-Anina, ein Beweis, dass sich die Reschitzaer Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Russlanddeportation 1945-1949 allmählich zur Regionalveranstaltung entwickeln.

Im Anschluss an die Kranzniederlegungen folgte ein gemeinsames Mittagessen im „Frédéric Ozanam“-Sozialzentrum der Reschitzaer Vinzenzgemeinschaft, das deren Mitglieder für alle Teilnehmer vorbereitet hatten. Der zweite Tag der Gedenkfeierlichkeiten 2013, der 17. Januar, vereinte am Nachmittag alle Interessenten und die Presse in der deutschen „Alexander Tietz“-Bibliothek. Im Programm stand die Präsentation des Dokumentarfilms „Reşiţa –  memoria deportării“ („Reschitza – das Gedächtnis der Deportation“), eine Produktion der Reschitzaerin Cornelia Dunăreanu, Chefredakteurin des Banater Bergland-Fernsehens „Banat TV“, musikalisch vom „Franz Stürmer“-Chor umrahmt (Dirigentin: Prof. Elena Cozâltea; an der Orgel: Walter Karl Fleck).

Nach der Einführung durch den DFBB-Vorsitzenden sprach Cornelia Dunăreanu, die über das Projekt, in dessen Rahmen der Film gedreht wurde, Einzelheiten berichtete. Das Projekt hieß „Das Gedächtnis der Zwangsarbeit der Deutschen aus Rumänien in der Sowjetunion“  und wurde finanziert mittels EU-Geldern durch EACEA - P7 - Europe for Citziens Programme - Action 4 - Decision 2011 - 3342 / 001 - 001. Projektmanagerin war Univ.-Prof. Dr. Lavinia Betea von der „Aurel Vlaicu“-Universität in Arad.
Der „Franz Stürmer“-Chor sang zwei Russlanddeportiertenlieder, die die Atmosphäre im übervollen Begegnungssaal der Bibliothek allgemein prägten. Für diesen Nachmittag wurde auch eine kleine Malerei- und Grafikausstellung mit  Arbeiten von Anton Ferenschütz und Franz Binder gezeigt, mit Themen aus der Deportation, wie die beiden Amateurkünstler sie als Jugendliche selbst erlebt hatten.

Im Saal waren neben ehemaligen Russlanddeportierten, dort Geborenen, deren Familienmitgliedern und Freunden, Lehrkräfte, Politiker, Direktoren und Vertreter mehrerer Kulturbehörden des Verwaltungskreises Karasch-Severin anwesend.

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