Gedenkfeier an Russlanddeportation

Ploieşti: Eine der Überlebenden feierte auch Geburtstag

Donnerstag, 28. Februar 2013

Teilnehmer an der Veranstaltung (v. l. n. r.): Erwin Josef Ţigla (Vorsitzender DFBB Reschitza), Carmen Cobliş (Geschäftsführerin des Regionalforums Altreich, Bukarest), die beiden ehemaligen Russlanddeportierten aus Ploieşti: Elena Costache und Dora Dumitru, und Mariana Tudor (Forumsvorsitzende Ploieşti)

Am vergangenen Samstag fand im Paul-Constantinescu-Gedächtnismuseum der Kreishauptstadt Ploieşti eine Gedenkveranstaltung zum 68. Jahrestag der Russlanddeportation der Rumäniendeutschen unter dem Motto „Festum musicae. Tag der Deportierten“ statt. Gemeinsam mit der Kreisratsverwaltung Prahova, dem Geschichts- und Archäologiemuseum Prahova und dem Paul-Constantinescu-Memorialmuseums hatte das Demokratische Forum der Deutschen des Kreises Prahova zahlreiche Interessenten dazu eingeladen, um an das schreckliche geschichtliche Geschehen beginnend mit dem Januar 1945 zu erinnern und damit zu verhindern, dass in Zukunft Ähnliches geschieht.
Einleitende Worte zum Gedenken sprach die Vorsitzende des Deutschen Forums vor Ort, Mariana Tudor, die seit Februar 2012 diese Funktion innehat. Es folgte mit einem Grußwort die Geschäftsführerin des Regionalforums Altreich mit dem Sitz in Bukarest, Carmen Cobliş, und danach, als Gast, Erwin Josef Ţigla, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen in Reschitza, der einen Überblick über die Landesgedenkveranstaltungen nach der Wende und die Buchveröffentlichungen zum Thema vermittelte.

An die Russlanddeportation und ihre Folgen erinnerte auch Lidia Trică, geb. Gober. Sie unterstrich die Bedeutung des Romans „Atemschaukel“ von Herta Müller, wodurch die Russlanddeportationen weltweit thematisiert wurden.
Es folgte ein Musikprogramm, vorgestellt von Prof. Dr. Alexandru I. Bădulescu, Vizepräsident des Musikvereins „Paul Constantinescu“, welches die Schüler des Carmen-Sylva-Kunstlyzeums und des Kinderpalais von Ploieşti vortrugen. Als Gäste wirkten  Cristina Trandafir (Mezzosopran) und der Pianist Mihai Nichita mit. An der Gedenkveranstaltung nahmen zwei von den im Kreis Prahova noch sechs lebenden Russlanddeportierten teil. Elena Costache, geborene Dietrich, und Dora Dumitru, geborene Kenzel, sind beide 89 Jahre alt. Dora Dumitru ist insbesondere durch die Veröffentlichung ihrer Erinnerungen an die Deportation „Erinnerungen/Amintiri“, vom Regionalforum Altreich des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, im Bukarester Verlag Semne, 2010, herausgegeben, rumänienweit bekannt. Sie beging ihren 89. Geburtstag am Tag vor der Gedenkveranstaltung und wurde von allen Teilnehmern mit Geburtstagstorte, Blumen und kleinen Geschenken gefeiert. Es war eine würdige Gedenkveranstaltung, an der über 50 Personen teilgenommen haben, deren Organisation Lob und Dank verdient.

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