Gedenkfeier in Stanislau

Vor 71 Jahren Deportation der Sathmarer Schwaben

Mittwoch, 27. Januar 2016

Beeindruckende Feier am Denkmal der Russlanddeportierten

Viele Familienangehörige brachten Blumen und Kränze zum Denkmal.

Sathmar - An die Opfer der Russlanddeportation aus dem Kreis Sathmar/Satu Mare erinnerte man am 24. Januar in Stanislau/Sanislău. Die Gedenkfeier begann mit einem Festgottesdienst in der römisch-katholischen Kirche in Stanislau. Die Messe wurde von Lóránd Luczás, Pfarrer in Stanislau und Michael Orbán, Pfarrer der deutschen Gemeinde der Kalvarienkirche aus Sathmar zelebriert. Mit ihrer Anwesenheit ehrten die Gedenkveranstaltung Florin Găzdac, Vertreter der Präfektur und Rudolf Riedl, stellvertretender Vorsitzender des Kreisrats Sathmar. Anwesend waren auch Johann Forstenheizler, Vorsitzender des DFD Nordsiebenbürgen, Stefan Kaiser, stellvertretender Vorsitzender des Regionalforums Nordsiebenbürgen, Johann Leitner, Vorsitzender des Kreisforums Sathmar und seine Stellvertreter, Ladislaus Tempfli und Stefan Ressler, Josef Hölzli, Leiter der Sathmarer Stiftung für Internationale Zusammenarbeit sowie viele DFD-Bürgermeister und Ortsforumsvorsitzende.

Anschließend an den Gottesdienst fand am Denkmal der Russlanddeportierten im Zentrum der Gemeinde die Kranzniederlegung statt. Daran nahmen neben den römisch-katholischen Priestern auch der orthodoxe und der reformierte Pfarrer der Gemeinde teil und beteten am Denkmal für die in Russland verstorbenen Deportierten. Musikalische Untermalung boten dabei die Blaskapelle aus Fienen und der schwäbische Männerchor Großkarol-Petrifeld-Sathmar.
Im Kulturheim der Gemeinde begrüßte im Namen der Gastgeber Johann Forstenheizler, Vorsitzender des DFD Nordsiebenbürgen, die sieben anwesenden ehemaligen Russlanddeportierten aus verschiedenen schwäbischen Ortschaften des Kreises Sathmar, ihre Angehörigen, die Ehrengäste und alle Anwesenden in drei Sprachen. „Aus Nordsiebenbürgen wurden 5400 Deutsche zur Zwangsarbeit in die ehemalige Sowjetunion verschleppt. Beinahe 1000 starben in Russland,“ sagte der Vorsitzende. Aus Stanislau wurden über 400 junge Leute verschleppt. „Stanislau unterscheidet sich von den anderen Gemeinden, denn mehr als ein Drittel der Verschleppten waren rumänische und ungarische Menschen aus dem Dorf, die das gleiche Schicksal wie die Deutschen hatten“, so Forstenheizler. Grußworte richteten an die Russlanddeportierten auch Florin Găzdac, Vertreter der Präfektur und Rudolf Riedl, stellvertretender Vorsitzender des Kreisrats Sathmar.

Der 88-jährige Stefan Schlachter aus Kalmandi/Cămin sprach als ehemaliger Deportierter über die Verschleppung: „Wir hatten keine Wahl. Wenn wir nicht gegangen wären, hätte man unsere Familie oder uns getötet.“ Anschließend las er sein eigenes Gedicht vor, das er über die Deportation geschrieben hat. Die 96-jährige Maria Merk aus Großmaitingen/Moftinu Mare sang den Anwesenden ein Lied vor,  das während der Deportation entstand. Die Anwesenden konnten auch einem kulturellen Programm beiwohnen. Es traten die Blaskapelle aus Fienen auf, der schwäbische Männerchor, die Jugendtanzgruppe aus Stanislau und der orthodoxe Männerchor aus Stanislau. Schüler aus Stanislau lasen Gedichte ehemaliger Deportierter vor. Die Gedenkfeier wurde von dem Kreisforum Sathmar, dem Ortsforum Stanislau und vom Gemeinderat Stanislau organisiert.

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