Gegen Goldmine und Schiefergase

Hermannstädter protestierten am Wochenende gegen die Ausbeutung von Rohstoffen in Siebenbürgen

Dienstag, 10. September 2013

Auf der Lügenbrücke skandierten Demonstranten, vom Turm der evangelischen Stadtpfarrkirche mahnte das Protestplakat. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Gemeinsam retten wir Roşia Montana“ - diese Losung war am Sonntag auf einem großen Banner zu lesen, das weithin sichtbar am Turm der evangelischen Stadtpfarrkirche befestigt war. Mit der Aktion reihte sich die Kirchengemeinde ein in die Schar jener Hermannstädter, die seit mehreren Tagen gegen das kürzlich von der Regierung vorgelegte Gesetzesprojekt protestieren.

Etwa 200 bis 300 versammelten sich am Sonntag ab 17 Uhr auf dem Großen Ring/Piaţa Mare, wo zeitgleich der Töpfermarkt stattfand. Auf dem Weg durch die Heltauer Gasse/Str. Bălcescu wuchs der Protestzug langsam auf das Doppelte an, als sich Passanten auf Aufforderung spontan an der Kundgebung beteiligten. Anschließend ging es zurück zum Hermannstädter Hauptplatz sowie weiter auf den Kleinen Ring/Piaţa Mică, wo die Protestanten auf der Lügenbrücke Halt machten und Plakate am Geländer befestigten. Währenddessen wurden Losungen wie „Das ist ihre Brücke, die Lügenbrücke“ oder „Wir wollen keine Lügen mehr“. Am Rande des Protestes sammelten Freiwillige Unterschriften gegen das Goldminenprojekt. Die Demonstranten wandten sich außerdem gegen die derzeit im Kokelgebiet und im Harbachtal/Valea Hârtibaciului stattfindenden, vermuteten Schiefergas-Sondierungen durch das Unternehmen SC Prospecţiuni SA.

Für die Mehrzahl der vielen Tausend Besucher, die am Wochenende im Hermannstädter Zentrum unterwegs waren, scheinen die Themen Roşia Montana und Schiefergas weit weg zu sein. Die meisten Besucher des Töpfermarktes sowie des Festivals der Roma-Kultur auf dem Kleinen Ring zeigten sich wenig beeindruckt von der Kundgebung und frönten lieber dem Bummel zwischen Töpferwaren und Kupferkesseln. Überwiegend sind es junge Erwachsene und Jugendliche, die an den Protesten teilnahmen. Begonnen haben diese in Hermannstadt/Sibiu, aber auch zahlreichen anderen siebenbürgischen Städten, nachdem die Regierung am 27. August ein Gesetzesprojekt zum geplanten Start der Goldförderung in Roşia Montana genehmigte.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 10.09 2013, 13:43
Wer glaubt, die Umweltverschmutzung betrifft ihn persönlich ja sowieso nicht, soll sich einmal die Lebenserwartungsstatistik von Rumänien im Vergleich zu anderen Ländern anschauen.

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