Gegend von Herkulesbad durch Wandern entdecken

Ehemaliger Mathematiklehrer bietet kostenlose Führungen

Mittwoch, 29. August 2012

Sebastian Pop (links) führt Touristen durch die Wälder des Domogledgebirge.

Die Räuber-Höhle (Grota Haiducilor) in Herkulesbad wird von unzähligen Touristen jeden Tag besucht. An diesem bestimmten Tag wartet Sebastian Pop hier auf die neugierigen Augen der Besucher und bietet denen Informationen bezüglich der Höhle, die sie anderswie nicht bekommen können. Dafür ist er da, damit er seine Kenntnisse jedem, der die Höhle betretet anbietet und das macht er aus puren Leidenschaft kostenlos. Für ihn sind die versteckten Ecken aus dem Cerna-Thal kein Geheimnis mehr. Schon seit einigen Jahren hat sich der in Karasch-Severin Gebürtige eine Hütte in Herkulesbad gebaut. Seit dann kommt er immer im Sommer hier und verbringt seine Zeit Mitten in die Natur. Rund um seine Hütte bietet er Interessenten auch die Möglichkeit zu campen und abends zusammen bei einem Schluck Schnapps zu plaudern. In diesem Jahr ist Sebastian Pop schon seit März fast ununterbrochen hier. „Meine Frau und mein Sohn besuchen mich ab und zu. Meistens verbringe ich meine Zeit hier bei schönem Wetter. Wenn es nicht mehr so angenehm ist, dann fahre ich nach Hause“, sagt Sebastian Pop.

„Komm wandern!“ so versucht Pop seine Kunden für eine Wanderung durch die Wälder und Hügel der Gegend zu begeistern. Seine Handynummer hat er überall ausgehängt und wartet begeistert auf jeden Anruf. Wanderungen bietet Sebastian Pop nicht nur im Cerna-Tal sondern auch im Donaukessel und zeigt den Touristen Orte, die sie meistens alleine nicht finden könnten. Sebastian Pop kennt alle Wege, die die Berge überqueren, alle Höhlen und Buchten, Wiesen und Bergspitzen und ist froh sie mit anderen teilen zu können.

An diesem bestimmten Tag bietet der ehemalige Mathematiklehrer eine Führung bis zur Dampfgrotte. Er verteilte den ganzen Morgen Zettelchen mit seiner Handynummer und werbte um diese Führung allen Touristen, die die Räuberhöhle neben dem Roman-Hotel betraten. Nun ist 17 Uhr nachmittags. Neben der Herkules-Statue wartet Sebastian Pop wartet er auf die Interessenten. Knapp über zehn Personen sammelten sich und pünktlich startet die Führung und geht somit auf den einstigen Spazierweg der Kaiserin Elisabeth (Sisi). Diesen Weg der Kaiserin Sisi kann man nachvollziehen, indem man die Zavoiului-Straße bis zum Coronini-Plateau hinaufsteigt. Inmitten des Plateaus zweigt der Weg nach rechts ab und es verläuft weiter als Parallelpfad zum Cerna–Fluss, ungefähr in gleicher Höhenlage. Nach Überquerung des Ogasul Munc-Schluchtes, gelangt man zu einem schönen Rastplatz. „Von hier ab kann man direkt zum Badeort hinabsteigen“, erklärt Sebastian Pop. Der Weg durch den Wald soll wie ein Spaziergang verlaufen, meint Pop. „Wir beeilen uns nicht – die Wanderung soll ein Vergnügen sein“, sagt er. „Die Führungen durch die Wälder laden dich mit positiver Energie auf“, fügt der Naturbegeisterte hinzu. 

Selber hat Sebastian Pop von den Leuten vor Ort alle Geheimnisse der Gegend gelernt. Dafür verlangt er nie Geld von seinen Begleitern. „All diese Ausflüge sind kostenlos – man sagt, dass es auf dieser Welt zwei Arten von Verrückten gibt: diejenigen, die nicht an Gott glauben und diejenigen die nur an sich denken“, schließt er.

Kommentare zu diesem Artikel

Ronny, 29.10 2012, 21:52
Wenn man noch nie in Rumänien war, wenn man vor Ort nicht ständig im Gemüt eines Touristen stecken möchte, anfangs gerne eine gewisse lokale Orientierungshilfe in Anspruch nehmen mag, einen freundschaftlichen Kontakt mit Einheimischen sucht und in die Natur Rumäniens abzutauchen wünscht, dann ist der Kurort Baile Herculane eine präferierte Wahl und besonders auch darum, weil dort eine herzliche und junge Familie wander- und reiselustige Menschen willkommen heißt. Hier steht nicht der Nutzen des Tourismus im Vordergrund, hier geht es auch nicht um Wwoofing, es ist auch kein Ersatzort für eine Jugendherberge, sondern einfach eine ehrenwerte zwischenmenschliche Möglichkeit, in Rumänien anzukommen, sei es auch nur für eine Woche oder gar für einen Tag.
Von hier aus kann man innerhalb von circa 7 Tagen sich eigenständig auf den Weg machen, dabei die frei zugänglichen Thermalquellen und das Heilwasser genießen, wunderschöne historische Architektur bestaunen, auf dem Markt günstig regionale und saisonale Verpflegung einkaufen und trotz plötzlich endender Wanderwege im Nationalpark und Sprachbarrieren entspannt wieder nach Hause finden. Wer die Wildnis sucht wird schon bald in dem angrenzenden Nationalpark bei Dämmerung auf Bären stoßen. Stoßen ist vielleicht nicht das treffende Wort, man sieht sich und man kommt sich manchmal bis auf 150 m nahe, geht sich aber ohne Komplikationen aus dem Weg.
Vielmehr muss man sich an die herum streuenden Hunde, manchmal wild, manchmal Wachhunde der Almherden, gewöhnen. Daher immer zur Abwehr einen Stock zur Hand haben - nicht zum Schlagen – , welcher hauptsächlich als Wanderhilfe zu empfehlen ist und hin und wieder die Hunde im Notfall auf Abstand halten wird (die Hunde erkennen euch zwar als Fremde, jedoch ähneln sie dem autoritären Auftritt eines Hirten).
Auch muss man den Umgang mit dem Müll akzeptieren lernen. Überall wird man fündig, jedoch ist dieser keinesfalls als eklig-störend zu empfinden. Daher ist der Pioniergeist von Sebastian Popp, nationale und internationale Besucher für die Naturbesonderheiten vor Ort zu sensibilisieren, um das Bewusstsein gegenüber der zu schützenden Natur zu schärfen.
Wer einen wachsamen Blick hat, wird schon bald die Vielfalt der Flora erkennen. Neben besonderen Kräutern, die einst von den Griechen hier favorisiert wurden, gibt es auch viel zu essen oder zu sammeln. Auch wird euch bestimmt Sebastian, je nach dem zu welcher Jahreszeit ihr ihn antreffen werdet, eingeladen, von dem selbst angebauten Gemüse und Obst der Farm zu kosten. Bio muss hier nicht groß geschrieben werden, es gehört einfach zum Alltag.
… und diesen Alltag in Baile Herculane und den angrenzenden Nationalpark kennenzulernen, ist die Reise wert!
Dan Pop, 11.09 2012, 15:48
Telefonnummer von Sebastian Pop -
Resieleiter

Orange :
0758796397
Alexander, 02.09 2012, 22:24
Liebe Baile Herculane Besucher,
als jemand der mit dem Rucksack unterwegs ist, einer der schoensten Orte an dem ich je gewandert bin.Am ersten Tag bin ich doch gleich Sebastian und seiner Familie begegnet, die mich zu einer Ihrer bekannten Touren eingeladen haben.Sebastian ist Mathematiklehrer der nebenbei ein kleine biologische Farm besitzt und sich als Ziel gesetzt hat Besucher ueber die Schoenheit dieser Gegend aufzuklaeren.Er macht das sehr professionel,mit Freude und ohne Kosten. Da viele Rumaenen deutsch sprechen, war das Verstaendnis auch kein Problem.Am zweiten Tag haben sie mich dann auch nach einer tollen Tour zu sich nach Hause eingeladen.Wir haben alle zusammen gekocht und ich hatte ungelogen einen der schoensten Abende in meinem Leben.Wer Rumaenien pur erleben moechte kontaktiert bitte Sebastian Pop (0758 796397)
oder einfach mich (Alexander Siemon siemonster@gmx.net )
Gerhard, 31.08 2012, 19:03
Anfang August war ich mit meiner Frau dort. Wir wollten diesen berühmten Badeort einmal persönlich kennenlernen und waren sehr begeistert von den landschaftlichen Schönheiten des Cerna-Tales. Respekt für Herrn Pop, der sich so engagiert für die Schönheit seiner Heimat einsetzt und damit auch rücksichtsvollen Umgang mit der Natur vermittelt. Was auch dringend notwendig scheint, wenn man die entsetzliche Vermüllung der Landschaft sieht. Unaussprechlich die hygienischen Zustände entlang der Wege und Wild-Camper.

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