Gelungenes Abschlusskonzert nach Orchesterfreizeit in Seligstadt

Vivaldi, Donauwalzer, Carmen, aber auch Pop- und Rockmusik in der Kirche von Fogarasch mit Aplomb interpretiert

Samstag, 11. August 2012

Das Donau-Jugendorchester begeisterte die Zuhörer durch das vielseitige, gekonnt interpretierte Repertoire. Rechts Theo Bross am Violoncello.

Anhaltender Applaus war abschließend der Dank an das Orchester, dessen Dirigenten Theo Bross und die Violine-Virtuosin Julia Galic.
Fotos: Dieter Drotleff

Ein nicht alltäglich stattfindendes Konzert, beson-ders für einen Kirchenraum, bot das grenzüberschreitende Jugendorchester am Freitagabend in der Evangelischen Kirche A. B. von Fogarasch.

Es war das Ergebnis der Orchesterfreizeit, veranstaltet im dem 35 KIlometer  weiter liegenden Jugendbegegnungszentrum von Seligstadt/Seliştat, wo schon zum zweiten Mal jugendliche Instrumentalisten vom 14. bis 18. Lebensjahr aus Donauländern zusammentrafen und einen homogenen Klangkörper bilden, um im zweiten Teil ihrer musischen Zusammenkunft vor dem Publikum mehrerer Länder aufzutreten. 

Gefördert wird diese Aktion, deren Pilotprojekt 2011, ebenfalls in Seligstadt ausgetragen wurde,  von der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg. Jugendliche aus Kroatien, Serbien, Ungarn, Baden-Württemberg, dem Gastgeberland Rumänien, aber auch ein schweizerischer Teilnehmer, haben innerhalb einer Woche von morgens bis spät abends geprobt, um die auserwählten  Stücke, ausgehend von Kammer- bis Film- und Opernmusik, aber auch Pop und Rock bestens in Griff zu bekommen und gemeinsam als Donau-Jugendorchester vor das Publikum zu treten. Unter der musikalischen und organisatorischen Leitung des Cellisten Theo Bross vom Pegasos-Ensemble aus Stuttgart, dem zur Seite sein Kollege Christian Pohl stand, der für die Ausbildung der Bläser zuständig war, haben die rund 45 Instrumentalisten das Repertoire als kompaktes Orchester bewältigt und interpretiert, was auch zum d anhaltenden Applaus des Publikums führte und Draufgaben forderte.

Begrüßt wurden die Musikfreunde in der Fogarascher Kirche – zu denen auch der Bischof der Evangelischen Landeskirche A.B. Reinhart Guib mit einem Teil seiner Familie gehörte –  vom Stadtpfarrer von Fogarasch Dr. Johannes Klein, der auch die umliegenden Diasporagemeinden einschließlich Seligstadt seelsorgerisch betreut. Von großer Hilfe während der Orchesterfreizeit war, wie immer, auch die aktive Kirchenmusikerin Christiane Neubert, die längst über dieses Umfeld zu einem Begriff in ganz Siebenbürgen geworden ist. Während des Konzertes, durch das Theo Bross führte, war sie nun die Dolmetscherin – in den vielen Jahren ihres hiesigen Aufenthaltes hat sie sich auch die rumänische Sprache angeeignet.

Eröffnet wurde das Konzert  mit dem „Sommer“-Part aus den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi, wo sich nicht nur die Violinisten besonders durch ihr Können auszeichneten. Allgemein waren die Einsätze der verschiedenen Musiker bestens abgestimmt mit dem gesamten Klangkörper. Das Repertoire stellte alle Instrumentalisten auf eine harte Probe, die sie bestens bestanden.  Das Stück passte auch zu der Jahreszeit, in der die Orchesterfreizeit hier nun stattfand und die Aufführungen folgten.

Das Programm ging weiter  mit Edward Grieg und einem Auszug aus dem Film „Schindlers Liste“. Es folgte das 1845 komponierte Konzert in e-Moll für Violine von Mendelssohn einfühlsam von Julia Galic interpretiert.
Auch wenn man denkt, Walzer sei nicht unbedingt etwas für die jungen Leute, konnte Johann Strauß mit seinem bekannten „An der schönen blauen Donau“-Walzer  nicht fehlen. Schließlich stammen alle Orchestermitglieder und Organisatoren, wie auch das Publikum aus den Donauländern.

Anschließend erklangen die bekannte Arie aus „Carmen“ von George Bizet und die unumgänglichen Draufgaben, gefordert von einem musikverständigen und begeisterten Publikum. Dieses zollte gleichen Applaus auch den einzelnen Instrumentalisten-Gruppen, die Theo Bross vorstellte und ihr Herkunftsland erwähnte. Schließlich eignet sich auch die Akustik des Kirchenraums sehr gut für das Konzert, das sicher in Erinnerung für das zahlreich erschienene Publikum bleibt.

Auch muss die Offenheit hervorgehoben werden, mit der Pfarrer Dr. Johannes Klein und das Presbyterium den unterschiedlichen musikalischen Aufführungen bis hin zu den Singspielen entgegenkommen.

Nach der in Fogarasch gebotenen Vorführung führte die Konzertreise des Donau-Jugendorchesters am nächsten Tag nach Schäßburg wo in der Synagoge, dann im Saal der Philharmonie von Arad konzertiert wurde. Nach einer Pause von einem Tag, trat das Orchester am Dienstag dem 7. August auf der Terrasse des Grand Hotel Danubius in Budapest auf, um die Konzertreihe morgen, den 10. August an der Bergstation Stubnerkogel in Bad Gastein in Österreich zu beenden.

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