Gemeinde Tschanad gibt historische Zeitschrift heraus

Kommunalrat und Kulturverein betreten mediales Neuland

Mittwoch, 09. März 2016

Banater Abend mit Präsentation der Zeitschrift „Morisena“. Der Begriff geht auf die alte Bezeichnung von Tschanad zurück.
Foto: Zoltán Pázmány

Der Heilige Gerhard von Sagredo sei noch zu wenig erforscht, man wisse viel zu wenig über ihn, sagte der Buchautor und TV-Journalist Vasile Bogdan. Anlass, dass sich die Gespräche auf Gerardo – wie ihn der Historiker Ioan Haţegan in seinen Arbeiten zu nennen pflegt – fokussierten, war die Erstauflage der Zeitschrift „Morisena“. Finanziert wird sie vom Kommunalrat der Gemeinde Tschanad und erscheint unter der Schirmherrschaft der Tschanader Kulturgesellschaft „Concordia“. Die Zeitschrift, die vierteljährig  erscheinen soll, entsteht da, wo der Heilige Gerhard vor nahezu 1000 Jahren Geschichte geschrieben und die Christianisierung dieses Teil Europas begonnen hatte. „Morisena“ ist - Informationen nach - die einzige historische Zeitschrift Rumäniens, die im ländlichen Raum herausgegeben wird. Koordiniert wird sie von den in Tschanad geborenen Ioan Haţegan und Dusan Baiszki – letzterer als Journalist und Schriftsteller für die Zusammenstellung zuständig.

Die Herausgeber hatten es sich nicht nehmen lassen, ihre Zeitschrift dem breiten Publikum auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt zu machen. Sie stellten nämlich die Veröffentlichung im Temeswarer Bierhaus im Rahmen der hier veranstalteten „Banater Abende“ vor. Dabei waren studierte Historiker, aber auch solche, die sich daraus ein professionell zu wertendes Hobby gemacht haben. Der Ingenieur, frühere Journalist und in den letzten Jahren Geschichte studierende Ovidiu Forai dachte an die finanzielle Perspektive der Zeitschrift und vermisst den kommerziellen Absatz der Publikation. Als Produkt des Kommunalrates fehle die rechtliche Grundlage, die Zeitschrift zu verkaufen, so die Herausgeber. Der Hobbyhistoriker Sorin Forţiu machte sich Gedanken um die Zukunft der Themen für die Publikation: „Die erste Ausgabe macht sich leicht, möglicherweise auch die zweite, die noch von den übrig gebliebenen Beiträgen aus der Debütausgabe zehrt“, so Forţiu.

Der Grundgedanke, eine historische Publikation herauszubringen, war eher einem Zufall zuzuschreiben, sagte Duşan Baiszki. Die ebenfalls von ihm koordinierte und alle zwei Monate in Tschanad erscheinende Publikation „Cenăzeanul“ habe sehr viele geschichtliche Themen aufgearbeitet, sodass eine eigenständige Fach-Publikation nicht mehr ganz abwegig schien.

 

 

 

 

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