Gemischte Gefühle an der Börse: Gute Quartalsdaten schützen nicht immer vor Kursverlusten

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 21. November 2017

Bukarests Börse schloss die vergangene Woche mit gemischten Gefühlen, wenn man sich das Gesamtbild der Indizes ansieht. Bei genauerer Betrachtung aber ist auch diese Handelswoche als Verlustwoche zu verbuchen. Der Hauptindex machte mit einem Plus von nur 0,007 Prozent eine Seitwärtsbewegung durch, er legte auf Wochensicht nur 0,5 Punkte zu. Der sonst so kurstreue BETPlus schloss die Woche sogar mit einem Minus von 0,13 Prozent. Der in der vorvergangenen Woche so starke Finanzwerte/Index verlor nun 0,08 Prozent, blieb jedoch über der 38.000-Punkte-Marke. Vorerst zumindest, denn bei einem Schlussstand von 38.044,99 hat sich der Index gefährlich der besagten Grenze genähert. Leicht zugelegt hat hingegen der ROTX-Index, auf Wochensicht waren dies 0,069 Prozent. Der Energiewerte-Index hingegen verlor in der vergangenen Woche 0,28 Prozent oder 1,89 Punkte.

Unter den 27 Emittenten, die in der vergangenen Woche Kursgewinne registrierten, hob sich besonders Petrolexportimport (PEI, 5,04 Lei, ISIN ROPEIMACNOR6) hervor mit seinem Wochenplus von 22,6 Prozent. Das Unternehmen konnte seit Jahresbeginn seine Verluste zum Stichtag 30. September im Jahresvergleich deutlich zurückfahren (minus 51 Prozent), gleichzeitig zog der Absatz an (plus 1180 Prozent) und die Maßnahmen zur Kostenkontrolle griffen, wobei vor allem die Finanzierungskosten gemindert werden konnten (insgesamt minus 97,5 Prozent). 44 Emittenten aber verbuchten Kursverluste in der vergangenen Woche. Ironischerweise war es ebenfalls ein Unternehmen aus der Erdölbranche (Energopetrol, ENP, 0,223 Lei, ISIN ROENPCACNOR7), das den höchsten Kursrückgang / minus 14,2 Prozent – auswies.

Banca Transilvania entzückt mit Aktienrückkauf

Die vergangene Handelswoche war eine sehr geschäftige für die Bukarester Börse. Mehrere im Hauptindex BET abgebildete Emittenten veröffentlichten ihre Quartalsergebnisse, darunter auch Banca Trasilvania (TLV, 2,135 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1). Deren Ergebnisse waren nicht berauschend, dennoch legten die Aktien auf Wochensicht 09, Prozent wohl vor allem aufgrund der Nachricht, 15 Millionen eigener Aktien zu einem Maximalpreis von 3,5 Lei aufkaufen zu wollen. Die Frist läuft am 31. Dezember aus. Banca Transilvania hat für die ersten neun Monate dieses Jahres 780 Millionen Lei als Reingewinn gemeldet. Aktuell notiert die Aktie etwa 40 Prozent unter dem Allzeithoch von 3 Lei. Das macht das Rückkaufangebot bei bis zu 3,5 Lei je Aktie umso attraktiver. Es ist also zu erwarten, dass die Aktie demnächst weiter zulegt.

Romgaz mit bestem Quartal seit 2013

Auch der Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 31,9 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) hat seinen Quartalsbericht veröffentlicht. Das größte an der Börse notierte staatliche Unternehmen hat in der Zeit vom Juli bis einschließlich September das beste Quartal seit 2013 erlebt. Der Reingewinn seit Jahresbeginn ist um 65 Prozent gestiegen, im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Aktien legten auf Wochensicht 2,7 Prozent zu und bewegen sich auf das 52-Wochen-Hoch von 34 Lei je Aktie.

BVB verliert trotz guter Daten

Nicht so gut erging es den Aktien des Börsenbetreibers BVB (BVB, 29 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0), obwohl das Unternehmen einen um 72 Prozent höheren Reingewinn vermeldete, als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Betriebserlöse erhöhten sich um 25 Prozent, außerdem ist die Fusion mit der Terminbörse Sibex beschlossene Sache. Dennoch verlor die Aktie auf Wochensicht 3,33 Prozent, was sich auch Marktkenner nicht erklären können.

Devisen

Der rumänische Leu erreichte am vergangenen Dienstag einen neuen offiziellen Tiefpunkt im Verhältnis zum Euro. Zwar machte die Landeswährung mit plus 0,0010 Lei auf Wochensicht eine Seitwärtsbewegung durch, doch reichte dies aus, den Euro für gestern bei 4,64 Lei zu beziffern. Zuvor hatte sich der Euro am Dienstag auf einen vorläufigen Höchststand von 4,6495 Lei emporarbeiten können. Dafür konnte sich der Leu gegenüber dem US-Dollar behaupten, was aber auch auf eine momentane Schwäche der amerikanischen Währung auf den internationalen Märkten zurückzuführen ist. Gestern lag der US-Dollar bei 3,9322 Lei, um 0,048 Lei unter dem Stand der vergangenen Woche.

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