Geograf und Kulturvermittler

Prof. Dr. Wilfried Schreiber ist Korrespondierendes Mitglied der Südosteuropa Gesellschaft

Donnerstag, 10. April 2014

Prof. Dr. Wilfried Schreiber
Foto: Hannelore Baier

Klausenburg - Die Festveranstaltung zur Würdigung des namhaften Professors und Erforschers der Frühgeschichte Kurt Horedt anlässlich seines 100. Geburtstags erfolgte (am 4. April) auf Initiative von Prof. Dr. Wilfried Schreiber. Zu den Bemühen des Vorsitzenden des Klausenburger Deutschen Forums gehört, jene Rumäniendeutschen in die Öffentlichkeit zu bringen, deren Lebensweg in Klausenburg/Cluj Station gemacht hat. Als Professor und ehemaligem Prorektor ist es Dr. Schreiber gelungen, die Universität und das Institut für Archäologie und Kunstgeschichte, an denen Horedt gewirkt hatte, für die Feier zusammenzubringen. Er hatte aber auch den Kontakt zur Familie Horedt gehabt, sodass zwei der drei Kinder des Gewürdigten an der Feier teilnahmen und dank ihrer die Horedt-Büste entstand. Wurde Prof. Horedt posthum geehrt, so erlebte Prof. Dr. Schreiber kürzlich eine vorab-Ehrung zu seinem 70. Geburtstag (im Juli): die Südosteuropa Gesellschaft verlieh ihm auf ihrer Jahrestagung in Berlin den Titel eines Korrespondierenden Mitglieds.

Die Südosteuropa Gesellschaft (SOG) ist mit etwa 750 aktiven Mitgliedern die wohl größte wissenschaftliche Vereinigung Deutschlands, die sich mit Südosteuropa befasst. Ihr gehören neben bekannten deutschen Wissenschaftlern insgesamt 20 korrespondierende Mitglieder aus dem südosteuropäischen Raum an, wobei es aus Rumänien bislang vorrangig Historiker (Dan Berindei, Camil Mureşan, Elena Siupiur, Alexandru Zub) waren. Die Ehrung Dr. Schreibers erfolgte auf Vorschlag seines Wiener Kollegen Prof. Dr. Peter Jordan, den er seit 1986 kennt und der seit vielen Jahren an der deutschen Abteilung der Georgrafie-Fakultät unterrichtet. Geehrt wurde sowohl die wissenschaftliche Tätigkeit des Geografen Prof. Dr. Wilfried Schreiber, sodann sein organisatorischer Einsatz als Prorektor der Babeş-Bólyai-Universität (von 2000 bis 2004), verantwortlich für die Bereiche deutschsprachige Studiengänge, Promotion und postuniversitäre Aus- und Fortbildung, aber auch der Kulturaktivist der Siebenbürger Sachsen, wie dies Dr. Jordan in seiner Laudatio hervorhob. Bei der Südosteuropa Gesellschaft in München hat Dr. Schreiber 1993 bereits einen Vortrag gehalten und erhielt nun eine Einladung, einen weiteren im September zu bieten. 

In seiner Laudatio auf den 1944 in Kronstadt/Braşov geborenen „bedeutenden Geografen  Rumäniens”, erwähnte Prof. Jordan dessen Wirken als „Brückenkopf zur Geografie des deutschen  Sprachraums“. Prof. Schreiber ist seit 1974 als Forscher an der Babeş-Bólyai-Universität und  an der Zweigstelle Klausenburg der Rumänischen Akademie der Wissenschaften tätig, deren Geografische Abteilung er ab 1990 leitet. Im Oktober 2009 emeritierte Prof. Schreiber von der Uni, ist aber als Forscher im Akademie-Institut weiterhin tätig. Galt sein wissenschaftliches Interesse zunächst vor allem der Geomorphologie und der Physischen Geografie im Allgemeinen, wobei er sich besonders mit den vulkanischen Reliefformen im Osten Siebenbürgens, aber auch mit Geomorphologie, Böden und Klima in den anderen Randgebirgen Siebenbürgens sowie in der Siebenbürger Heide auseinandersetzte, so hat er sich nach 1990 Themen der Humangeografie zugewendet, wie der demographischen Entwicklung der Rumäniendeutschen, ökologischen Fragen oder den historischen Kulturlandschaften Rumäniens.
Prof. Schreiber gehört seit der Gründung des Deutschen Forums dem Vorstand des Klausenburger Ortsforums an und war zwischen 1994 und 1997 und ist seit 2006 wieder dessen Vorsitzender. Als Vertreter der Rumäniendeutschen engagiert er sich desgleichen in verschiedenen Gremien der Stadt und des Kreises Klausenburg – wie es zuletzt die Gedenkfeier für Kurt Horedt war.

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