Gerecht vor Gott

Sonntag, 07. April 2019

Der Mensch soll vor und mit seinem Nächsten gerecht sein; vor der weltlichen Obrigkeit soll er sich in einer gerechten Lebenshaltung befinden. Vor allem soll er vor Gott gerecht sein, denn das Verhältnis zu ihm ist nicht vergänglich, zum ewigen Gott bleibt es immer bestehen.

Wie der Mensch vor Gott gerecht ist und warum es so sein soll, ist in der Heiligen Schrift aufgezeichnet. Damit setzt sich der Apostel Paulus auseinander, damit hat sich Martin Luther beschäftigt.
In dieser Hinsicht betrachten wir die Worte, die Paulus an die Galater schreibt: ,,Weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes, denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht.“

Da wird ein Spannungsbogen dargestellt, der zwei Gegebenheiten einschließt. Einerseits ist die Rede von den Werken des Gesetzes – von den Geboten. Andrerseits handelt es sich um den Glauben. Über die Werke des Gesetzes heißt es, dass wir durch sie nicht gerecht werden. Über den Glauben wird gesagt, dass wir durch ihn gerecht werden.
Werden die Werke des Gesetzes annulliert – haben sie gar keine Bedeutung? Ist nur der Glaube, der Glaube allein, die Hauptsache?
Wie kommt es in diesem Spannungsfeld zwischen Gebot und Glauben zur Gerechtigkeit, die vor Gott gültig ist?
Am Anfang der Bibel wird nichts darüber berichtet, dass Gott sein Volk auffordert, an ihn zu glauben. Gott stellt sich seinem Volk vor: ,,Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten aus dem Sklavenhaus geführt hat.“

Während der Befreiung hat das Volk viele göttliche Wunder erlebt – es hat die Allmacht Gottes erfahren. Mit seinem Volk schließt Gott einen Bund, einen Vertrag. ,,Haltet meine Gebote, so sollt ihr mein Volk sein und ich will euer Gott sein.“
Als Allmächtiger kann er den Menschen sagen, was sie tun sollen. Die Gebote beginnen mit den Worten ,,Du sollst“.
Außer den zehn Geboten hat Gott seinem Volk noch Hunderte Rechtsvorschriften vorgelegt, die ebenfalls einzuhalten sind. Der Katechismus beginnt mit den zehn Geboten. Was sagt Gott mit den Geboten? Luther antwortet. ,,Gott droht zu strafen, alle die diese Gebote übertreten. Darum wollen wir nicht wider solche Gebote tun und uns vor seinem Zorn fürchten. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten, darum sollen wir ihn lieben und ihm vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.“

Was sagt Jesus über die Gebote? Der reiche Jüngling fragt ihn, was er tun müsse, um das Ewige Leben zu gewinnen. Jesus sagt ihm: „Wenn du das Leben erlangen willst, halte die Gebote.“
In der Bergpredigt stellt Jesus die Gebotsforderung auf die höchste Stufe, die der Mensch nicht erreichen kann. Auch sagt er: ,,Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen.“ Somit sehen wir, welch hoher Stellenwert dem Gebot in der Heiligen Schrift – und aufgrund der Schrift – zugesprochen wird. Sind die Worte des Apostels in Widerspruch dazu, wenn er behauptet, dass ,,durch die Werke des Gesetzes kein Mensch gerecht wird“? Sie sind kein Widerspruch, denn Paulus weist darauf hin, dass der Mensch durch den Glauben an denjenigen gerecht wird, der das Gesetz erfüllt hat. Das, was der Mensch bei der Erfüllung der Gebote schuldig bleibt, hat Christus durch sein Opfer für den Glaubenden getan.

 

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