„Geschäftsmann“ rauft schon wieder

Kreisgericht Karasch-Severin erlässt ihm die Untersuchungshaft

Donnerstag, 25. April 2013

Reschitza - Cătălin R., der erst vor etwas mehr als zwei Jahren aus einer fast siebenjährigen Gefängnisstrafe freikam und zu aller Überraschung fast unmittelbar darauf eine Reschitzaer Filiale der rumänienweiten „Club Bamboo“-Kette eröffnete, war jüngst in einem Fitness-Club der Stadt in eine Schlägerei verwickelt, bei der er einen 28-Jährigen brutal zusammenschlug. Nachdem ihn die Polizei zuerst für 24 Stunden in Untersuchungshaft nahm, sprach das Munizipalgericht Reschitza eine 29-tägige U-Haftstrafe aus.

Der Frauenschwarm Cătălin R., der auch sein früheres Restaurant „Aristocrat“ vor Kurzem renoviert und wiedereröffnet hat, gilt als Halbweltler mit besten Beziehungen im Milieu und auch zur Polizei – viele vermuten, dass er, nach dem klassischen Modell des erpressbaren Individuums, auch als Informant von Polizei und Sicherheitsdiensten aktiv ist – und also nur dann antastbar ist , wenn er, unvorsichtiger- oder leichtsinnigerweise, seinem Naturell freien Lauf lässt.
Das scheint auch diesmal der Fall gewesen zu sein, als der als jähzornig bekannte Mittdreißiger sich in eine Schlägerei verwickeln ließ und brutalst zuschlug.

Vor fast zehn Jahren hatte der damalige Night-Club- und Restaurantbetreiber (dem die Polizei – vergeblich – auch Zuhälterei und Autohehlerei sowie Schmuggel nachzuweisen versucht hatte) sich als Schuldeneintreiber Temeswarer Unterweltler anheuern lassen und war dabei so brutal vorgegangen, dass er nicht lange danach verhaftet wurde und für fast sieben Jahre ins Gefängnis musste, weil ihm neben Gewalttätigkeit und schwerer Körperverletzung auch Freiheitsberaubung nachgewiesen werden konnte.

Nach der Entlassung aus der Haft – einige Monate Haftstrafe wurden ihm „wegen guter Frührung“ erlassen – brüstete er sich öffentlich, als eingefleischter Unternehmer schnell wieder festen Boden unter die Füße bekommen zu haben und den bestbesuchten Club der Stadt – eben „Bamboo“ – zu führen, wo „die auf alle Fälle schönsten GoGo-Tänzerinnen“ auftraten und wo er mit großer Regelmäßigkeit Stars der rumänischen Skandalpresse und möglichst leichtbekleidete Starletts auftreten ließ. Kaum ein Jahr später begann er auch mit der Renovierung des während seiner Haftstrafe geschlossenen Restaurants „Aristocrat“ im Reschitzaer Stadtzentrum, das er zu Beginn dieses Jahres – für ihn uncharakteristisch – in aller Stille und unter anderem Firmennamen wiedereröffnete. Nun darf man gespannt sein, was ihm die Polizei im Rahmen ihrer Untersuchungen nachzuweisen imstande ist, zumal die Reschitzaer Gerüchteküche bereits zu wissen meint, dass das im Fitness-Club brutal zusammengeschlagene Opfer keine Klage gegen ihn einzureichen gedenkt...

Vergangene Woche gab es nun an den beiden Reschitzaer Gerichten (Munizipal- und Kreisgericht) richtige Wirbel um den von der Staatsanwaltschaft in Gewahrsam genommenen Cătălin R., der für 29 Tage in Untersuchungshaft genommen wurde. Der „Geschäftsmann“ stelle „keine soziale Gefahr“ dar, entschied zuletzt der Richter des Kreisgerichts Karasch-Severin und urteilte, dass er, bedingt, auf freiem Fuß seine Gerichtsverhandlung abwarten dürfe.
Eine erste Berufung seiner Anwälte, die eine Untersuchung auf freiem Fuß, unter Bedingungen, gefordert hatten, wies das Munizipalgericht ab. Das Kreisgericht, an welches sich die Anwälte anschließend mit ihrer Berufung wandten, gab dem Einwand statt und setzte Cătălin R. „provisorisch und unter Justizkontrolle“, auf freien Fuß.

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