Geschändeter Friedhof hergerichtet

Der Verein „Villa Abbatis“ nahm das Schicksal des Gottesackers in eigene Hände

Samstag, 08. März 2014

Der Friedhof im April 2011 (links). Herrichtungsarbeiten 2014.
Foto: Ştefan Vaida

Hermannstadt - Der am Karsamstag 2011 (23. April) geschändete evangelische Friedhof von Abtsdorf/Apoş bei Agnetheln/Agnita wurde im Rahmen einer Privatinitiative Anfang dieser Woche wieder hergerichtet. Drei Tage brauchten sechs Männer, um rund 50 Grabsteine entweder zu reparieren oder nur aufzustellen. Nachdem in den fast drei Jahren seit der Profanierung weder das evangelische Konsistorium noch die Heimatortsgemeinschaft (HOG) etwas unternommen haben, beschlossen Mitglieder des Vereins „Villa Abbatis“, die Reparaturarbeiten in die eigenen Hände zu nehmen. „2011 meldete Mihai Barbu den Vorfall bei der Polizei, die versprach, die Täter zu finden und zu bestrafen. Geschehen ist nichts“, sagte Ştefan Vaida, Diplomrestaurator und Vereinsmitglied. Die Vereinsmitglieder sind sich einig, dass die Friedhofsschändung auf einige Dorfjugendliche zurückgeht, die es „aus Spaß, als Wette oder aus reinem Übermut“ getan hätten. Damals waren 53 Grabsteine zerschlagen oder umgekippt, Zementvasen und wertvolle Obelisken aus dem schwarzen Granit den Hang hinuntergerollt worden. Die Schäden wurden auf rund 15.000 Euro geschätzt.

Gemeinsam mit drei Männern aus dem Dorf und einem Grabsteinmeister aus Agnetheln gelang es Mihai Barbu und Ştefan Vaida den Friedhof „einigermaßen in Ordnung zu bringen“. Rund zehn Grabsteine mussten geklebt werden, vier Obelisken wurden mit Pferdewagen aus dem Tal geholt, zusammengefügt und aufgestellt. Auch die Zementvasen stehen wieder an ihren Plätzen. Der Verein „Villa Abbatis“ plant mit der Unterstützung seitens der HOG weitere Arbeiten am Friedhof durchzuführen. Der Vereinsvorsitzende Barbu will das evangelische Pfarrhaus restaurieren und große Pferdestallungen bauen, um Pferdeliebhaber und Touristen ins Dorf zu locken. Von hier aus können berittene Tagesausflüge ins Harbachtal/Valea Hârtibaciului oder ins Kokeltal/Valea Târnavei unternommen werden. Im Dorf impliziert sich auch der Verein „Monumentum“, der 2012 eine Hausfassade restauriert hat und nun eine Ziegelei aufbaut, wo ab diesem Jahr handgemachte Dachziegeln und Backsteine gebrannt werden sollen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 11.03 2014, 05:30
Die Roma-Dorfjugend müssten man schreiben, denn eine andere gibt es ja in Abtsdorf nicht.

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