Geschichtliches Image für Königsschloss

Auch Kapelle und Orangerie für Königspark

Freitag, 18. Januar 2013

Das Juwel aus einer glanzvollen Zeit: Das Königsschloss von Săvârşin
Foto: Zoltán Pázmány

Arad - Anhand eines großangelegten Projekts soll die Sanierung des Königsschlosses Săvârşin im Kreis Arad dem Schloss und der gesamten königlichen Domäne zu dem früheren, geschichtlichen Image verhelfen. Als Grundlage sollen nicht nur Dokumentationen, sondern auch ein von König Mihai geschossenens Foto aus dem Jahr 1946 dienen. Kronprinzessin Margareta leitet dieses komplexe Sanierungs- und Bauvorhaben im Rahmen eines Programms des lokalen Vereins für dauerhafte Entwicklung. Ausgeführt werden die Arbeiten von jungen Volontären, einer Gruppe Banater Jungarchitekten, die schon ab diesem Monat an jedem Wochenende gemeinsam mit dem Schlosspersonal hier am Werk sein werden. Als erstes hat man mit der Sanierung der alten Holztreppen im Hauptfoyer des Schlosses begonnen. Darauf soll die Sanierung der Orginalfenster im Parterre und im ersten Stock folgen. Im Frühjahr wird eine zweite Gruppe Architekten, Fachleute in Sachen Parkgestaltung, mit der Sanierung des königlichen Parks beginnen.

Dem Königsbesitz soll, laut Prinz Radu, auch durch etliche neue Bauarbeiten zu altem Glanz verholfen werden: Geplant sind so der Bau eines königlichen Handwerkerdorfes, einer Königskapelle sowie einer Orangerie im Königspark. Sämtliche Bauten des Königsdorfs, darunter auch das Häuschen von Königin Elena, sollen generalüberholt werden, das Haus, das die Mutter von König Mihai in den Vierzigern während der Reparturarbeiten am Schloss bewohnte. Laut Prinz Radu soll das Publikum nach Abschluss der Sanierungs- und Bauarbeiten von Mai bis Oktober 2013, freien Zutritt zum Königsdorf, dem königlichen Dorf der Handwerker wie auch zum Schlosspark erhalten.

Der Bau des Königsschlosses, Eigentum der ungarischen Adelsfamilie Forray, wurde in der Zeitspanne 1650-1680 durchgeführt. Der Park, mit einer Fläche von 6,5 Hektar, See und Booteanlegestelle wurden von Andras Forray schon 1514 angelegt. 1784 wurde das Schloss von den Aufständischen des Horea verwüstet. Schlossherr Andras Forray sen. wurde gar von den Heyducken des Petre Baciu entführt, Kaiser Josef II. selbst musste ihn freikaufen. Seine endgültige Form erhielt das Schloss im Jahr 1870. Letztlich befand sich die Domäne bis 1932 im Besitz von Carol Hunyady, worauf sie Eigentum der Gesellschaft Corvin wurde. Deren Hauptaktionär Anton Mocioni verkaufte 1943 seine Aktien an König Mihai. Das Schloss hat nie König Carol II. gehört. Nach dem Abdanken des Königs am 30. Dezember 1947 wurde das Schloss verstaatlicht und dem Innenministerium zugeteilt. Später, bis zur Dezemberrevolution 1989, war das Schloss lange Jahre Jagdsitz des Diktators Nicolae Ceauşescu. Am 1. Juni 2001 wurden Schloss und Domäne der Königsfamilie rückerstattet.

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