Gesprächsrunde zu Rumänien als Automobilstandort

Hoher Beamter spricht von passiver Kommunikation

Montag, 23. Oktober 2017

Christian von Albrichsfeld hatte als Mitglied des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Temeswar im Banat die ersten Schritte zur dualen Berufsausbildung getan.
Foto: privat

Langzeitinitiativen mit Vorhersehbarkeit und Stabilität in der rumänischen Wirtschaft und die Förderung des rumänischen Neuwagenmarktes wurden beim sogenannten Rumänischen Automotive-Summit angesprochen. Die erste Konferenz dieser Art in Rumänien wurde vor kurzem von den Vereinigungen aus der Automobilindustrie, PAR (Partnerschaft der Investoren aus der Automobilindustrie) und ACAROM (Vereinigung der Automobilhersteller in Rumänien), in Zusammenarbeit mit der Rumänisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer in Bukarest, AHK, veranstaltet.

Die Automobilindustrie sei ein Industriezweig mit hartem Konkurrenzkampf und ein Bereich, der einem ständigen Wandel unterzogen ist, sagte Yves Caracatzanis, Geschäftsführer der Group Renault Romania, und PAR-Vorsitzender. Caracatzanis hob die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des Automobilsektors in Rumänien hervor. Es erfordere eine ständige Implikation und die Nutzung aller sich bietenden Gelegenheiten um die Erfolgsgeschichte dieses Wirtschaftszweigs fortzusetzen. Fast ein Viertel der rumänischen Exporte werden von der Automobilindustrie getragen und dieser Industriezweig generiert inzwischen 13 Prozent des BIP.

Florin Vodiță, Staatsbeirat des rumänischen Premierministers, zeigte sich extrem offen und ließ auch Mängel der Regierung erkennen, was so nicht alltäglich ist. Der Staatsbeamte rief dabei zu einer besseren Kommunikation zwischen Regierung und Industrie auf, heißt es in einer Pressemittelung der AHK. „Derzeit haben wir es mit einer passiven Kommunikation zwischen den beiden Seiten zu tun“, so Vodiță. „Die Unternehmen erwarten Maßnahmen seitens der Regierung, doch diese wieder wartet auf Lösungsvorschläge aus der Wirtschaft. Dabei haben wir doch ein gemeinsames Ziel – es möge uns allen gut gehen“, schloss der hohe Staatsbeamte.

Vertreter der PAR stellten ein Thesenpapier unter der Bezeichnung „Die rumänische Automobilindustrie H2025“ vor. Erstellt wurde diese „Vision“ von John Oldham, Vizepräsident der ACAROM und Präsident der Ford-Werke in Rumänien, Dragoș Anastasiu, Vorsitzender der AHK Bukarest und Christian von Albrichsfeld, Geschäftsführer der Rumänienniederlassung des deutschen Systemherstellers Continental. Angeschnitten wurden dabei Themen von gemeinsamem Interesse der Automobilindustrie. Zur Debatte kamen Aspekte der Verkehrsinfrastruktur, die Fachausbildung, Forschung und Entwicklung, Zulieferung und die 4.0 Industrie, was soviel bedeutet wie die Verzahnung der Industrieproduktion mit Informations- und Kommunikationstechnik. Angesprochen wurde auch die Notwendigkeit der dualen Berufsausbildung, die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur durch eine genaue Auswahl und Vereinfachung der vorgeschlagenen Projekte, Staatshilfen für Zulieferer, für die F & E-Sparte, Vorhersehbarkeit in Sachen Fiskalität sowie die Enthebung der Umsatzsteuer für neu auf dem Markt gekommene Unternehmen.

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