Gewerbeparks als große Chance für die wirtschaftliche Entwicklung

Ausländische Investoren zeigen immer mehr Interesse an derartigen Einrichtungen

Montag, 30. Dezember 2013

Symbolfoto: sxc.hu

Praktisch begann die Einrichtung von Gewerbeparks in Rumänien im Jahre 2001. Die Regierung sah deren Bedeutung ein und verabschiedete mehrere Verordnungen zu ihrer Entwicklung. Ausgehend von einer vorhandenen Infrastruktur kann in deren Rahmen eine vielseitige wirtschaftliche Entfaltung gesichert werden. Es war auch die Zeit, in der die Restrukturierung der ehemaligen Industriekolosse aus der kommunistischen Zeit mit großen Schritten voranging. An deren Stelle mussten neue Unternehmen entstehen, die vor allem Arbeitsplätze sichern sollten. Eine solche Möglichkeit wurde in der Gründung von Gewerbeparks gesehen.

Erste derartige Einrichtungen entstanden im Bereich der ehemaligen Rüstungsindustrie durch die Spaltung von Großbetrieben, wobei ein Teil von deren Aktiva auch an die öffentlichen Lokalbehörden jeweiliger Ortschaft gingen, meist um Schulden an die jeweiligen Finanzämter zu tilgen. Ein Beispiel ist auch der in Kronstadt/Braşov gegründete Carfil-Industriepark, der dem Kronstädter Kreisrat unterstellt ist. Dieser hat durch seine Vertreter im Aufsichtsrat ein Mitspracherecht bei Entscheidungen bezüglich des Gewerbeparks. Kurz darauf wurde ein weiterer Gewerbepark im Stadtgebiet gegründet, u. zw. Metrom, ein ehemaliger Betrieb, in dem vor der Wende vor allem Bestandteile für die Maschinenbauindustrie aus Buntmetallen hergestellt wurden. Beide Gewerbeparks weisen gegenwärtig gute wirtschaftliche Ergebnisse auf.

Interesse an der Gründung von Gewerbeparks müssten somit vor allem die Bürgermeister der Ortschaften zeigen, um auf dem Gelände ehemaliger Industrie- oder auch Landwirtschaftseinheiten  die erforderliche Infrastruktur wie Straßenanschluss, Energiezufuhr, Kanalisation zu sichern und so Investoren anzulocken. Die Zahl der gegenwärtig bestehenden Gewerbeparks ist landesweit noch relativ gering. Trotz noch bestehender Mängel der diesbezüglichen Gesetzgebung sind die Chancen für die Gründung neuer Gewerbeparks groß, ausgehend vor allem von der vorhandenen, zum Großteil qualifizierten Arbeitskraft in einigen Gebieten. Der damals noch amtierende Wirtschaftsminister Varujan Vosganian betonte im April dieses Jahres bei einer Konferenz, dass  von den im Lande bestehenden Industrieparks viele sehr gute Leistungen vorweisen können. Auch er betonte, dass die Industrieparks eine gute Fördervariante des Landes seien und dass auf diese Weise ausländische Investoren angezogen werden können.

Die Mehrheit der bestehenden Gewerbeparks wird von den jeweiligen Kreisräten verwaltet, wie schon im Fall von Carfil und Metrom vermerkt. Mehrere, vor allem spanische Investoren konnten in dem in Tartlau/Prejmer befindlichen Industriepark angesiedelt werden. Somit wurden in dieser Burzenländer Großgemeinde zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen, wobei auch eine wirtschaftliche Umstrukturierung da stattgefunden hat. War Tartlau vor 1989 vor allem durch den staatlichen Landwirtschaftsbetrieb landesweit bekannt, zog nun hier die Industrie ein. In Kronstadt zeigen die Stadtväter großes Interesse an einem Teil der Hallen des ehemaligen Kugellagerwerkes „Rulmentul“ um auch da einen Gewerbepark sowie ein technisches Museum der Kronstädter Industrie einzurichten. Davon war schon öfters die Rede; alles blieb vorläufig nur im Gesprächsstadium. Ein solches Museum könnte die Anfänge der Industrie in der Stadt unter der Zinne und deren weitere Entwicklung veranschaulichen. Geschieht das nicht bald, werden kommende Generationen kaum noch etwas über die ehemaligen Unternehmen Schiel oder Scherg, über den Flugzeugbetrieb IAR, die späteren Lastkraftwagen- und Traktorenwerke, über viele andere Betriebe und deren Produkte wissen.

Von den ehemaligen 40 Hektar, die das Kugellagerwerk umfasste, sind elf Hektar durch den Privatisierungsprozess der Stadt zugefallen; die restliche Fläche und Aktiva hat der Unternehmer Ede Erdély vermittels der Gesellschaft „Sigur Imob“ angekauft. Laut dem Kronstädter Vizebürgermeister Răzvan Popa ist die Stadt seit über einem Jahr bemüht, alle Genehmigungen vom Finanzministerium zu erhalten, um in die rechtmäßige Verwaltung dieses Anteils von „Rulmentul“ zu gelangen. Das benötigt jedoch immer wieder neue Akten und Dokumentationen. Ist es einmal so weit, werden in dem neuen Gewerbepark gute Voraussetzungen für Investoren geschaffen und dadurch entstehen auch neue Arbeitsplätze. Für dieses Vorhaben beabsichtigt die Stadt, eine europäische Finanzierung zu beantragen oder es durch eine öffentlich-rechtliche und private Partnerschaft zu verwirklichen. Die Gesamtinvestition wird auf 20 Millionen Euro eingeschätzt.

Der bisher größte geschaffene Gewerbepark befindet sich, was die Fläche betrifft, in Ploieşti und wird von dem Tetarom-Industriepark in Jucu, Kreis Klausenburg, mit einer Fläche von 154 Hektar gefolgt. Letzterer hat auch den Vorteil, sich nahe des Flughafens zu befinden. Diesbezüglich ist der Kronstädter Kreis noch benachteiligt. Wird der in Bau befindliche Flughafen bei Weidenbach/Ghimbav in wenigen Jahren betriebsbereit, wird auch der zweite Abschnitt der Autobahn Bukarest zwischen Comarnic und Kronstadt bis 2016 gebaut, so bestehen beste Chancen, dass weitere ausländische Investoren da ansässig werden, weil die Infrastruktur ausschlaggebend ist. Weitere positive Beispiele von Gewerbeparks, die von Bürgermeisterämtern verwaltet werden, sind: der Eurobusiness Park in Großwardein/Oradea als größter im nord-westlichen Teil des Landes, der Gewerbepark bei Vălenii de Munte im Kreis Prahova, der Industriepark von Hermannstadt/Sibiu. Heuer wurde am 4. Juli das Projekt des Industrie-, Technologie- und Wissenschaftsparks von Mioveni im Kreis Argeş in Anwesenheit zahlreicher Unternehmer und Botschaftsvertreter in Angriff genommen. Hier sollen Betriebe ihre Tätigkeit aufnehmen, die Autobestandteile herstellen, sowie solche, die im Bereich Haushaltsgeräte, Textilindustrie, Lebensmittelindustrie,  Kommunikation, Software, Hardware, IT aktiv sind.

Somit hängt sehr viel von der Lokalinitiative der Kreisverwaltungen und der Bürgermeisterämter ab, die sich im Besitz von Bauflächen befinden. Um derartige Industrieparks zu gründen, müssen sie die erforderliche Infrastruktur schaffen. Dann werden sich auch Investoren melden. Kürzlich hat die Kommission für Industrie der Abgeordnetenkammer eine Bestandsaufnahme der Gewerbeparks vorgenommen, ausgehend von der Absicht der Regierung, Gelder für die Neuindustrialisierung zur Verfügung zu stellen. Von den landesweit bestehenden 57 Industrieparks sind zehn im Kronstädter Kreis. Leider sind darunter auch zwei – jener in Viktoriastadt/Oraşul Victoria und jener in Vlădeni –, die nur am Papier bestehen, da sie für Unternehmer nicht attraktiv sind.

Kommentare zu diesem Artikel

Norbert, 03.01 2014, 19:37
Rumänien war ,ist und wird nie eine Industrienation.Wer denen das in die Birne gedrückt hat muß ein Genie sein.Rumänien ist ein Entwicklungsland ,das von außen mit Geldern aus der EU am Leben gehalten wird.Die Chancen wenn sie sie erkennen liegen in derLandwirtschaft .Es sieht aber aus als ob sie das verschlafen.Die Ukraine wird ihnen da bald den Rang ablaufen.Da besteht für auswärtige Investoren die Zukunft.Die investoren zieht es nach mitteleuropa hauptzächlich nach Deutschland. Aus aller Welt.Besonders aus Amerika und China. Die Investoren wollen rechtssicherheit und Geld verdienen.Rumänien ist ein Zulieferer land das mit vielen vielen anderen Ländern in billigsektor agiert.Wer da auf industrie setzt wird verlieren.Aus Deutschland gibt es nur Brotsamen als investitionen nach Rumänien.Die Ströme laufen fast komplett an Rumänien vorbei.Sie sollten ihre Landwirtschaft vorantreiben,denn bald sind sie da auch mit Afrika im Klinsch.Dort entstehen riesengroße Agraparks investiert aus der ganzen Welt.

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