Gewinner des Schreibwettbewerbs ausgezeichnet

Zwei Honterianerinnen und ein Schüler der Sfântul-Iosif-Schule nahmen Preise entgegen

Mittwoch, 04. April 2018

Die Mitglieder der Jury und die Preisträger des Schreibwettbewerbs: Kilian Wünsch, Ioana-Andreea Paul, Irina Teletin, Monika Hay, Beatrice Ungar und Hans E. Tischler (v.l.n.r.)
Foto: Vlad Popa

Hermannstadt - Die feierliche Preisverleihung anlässlich des von der Hermannstädter Zeitung und dem Deutschen Konsulat ausgeschriebenen Schreibwettbewerbs zum Thema „Rumänien seit 2007 in der EU. Vor- und Nachteile? Was hat der EU-Beitritt Rumänien gebracht? Wie seht ihr Rumänien in 10 Jahren in der EU?“ fand am Donnerstagnachmittag im Deutschen Konsulat in der Lucian-Blaga-Straße statt. Insgesamt 27 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Amtsbezirk der diplomatischen Vertretung nahmen teil und schickten ihre Aufsätze fristgerecht bis zum 9. Februar ein. Diese Arbeiten werteten die Vertreter der Hermannstädter Zeitung, des Konsulats und des Brukenthal-Lyzeums aus.

Den Gewinnern des Schreibwettbewerbs, die Elftklässlerin Ioana-Andreea Paul, die Neuntklässlerin Irina Teletin des Honterus-Lyzeums in Kronstadt/Brașov sowie der Elftklässler Kilian Wünsch von der Sfântul-Iosif-Schule in Karlsburg/Alba Iulia, gratulierten der Deutsche Konsul Hans Erich Tischler, die Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung Beatrice Ungar sowie die Schulleiterin Monika Hay im Beisein ihrer Lehrer und Familien. Diese sprachen ihre Freude aus über die große Anzahl an Schülern, welche Aufsätze einschickten aber auch über ihr Interesse am Thema und die Art und Weise, wie sie es verstanden haben, sich damit auseinanderzusetzen, auch wenn die Ansätze teilweise kritisch ausgelegt waren.

„Ihr als Preisträger seid in einem freien Land geboren und habt die meiste Zeit Eures Lebens in der Europäischen Union, der Rumänien 2007 beigetreten ist, verbracht. Diese 10-jährige Mitgliedschaft Rumäniens war Anlass für das Konsulat und die Hermannstädter Zeitung in Form eines Schreibwettbewerbs gemeinsam herauszufinden, was die junge Generation über dieses europäische Projekt denkt und was die Vor- und Nachteile sind. Die Aufgabe beim Schreibwettbewerb war es aber nicht nur, über Eure Erfahrungen zu berichten und Euren Wissensstand abzufragen. Vielmehr solltet Ihr Euch kritisch mit der gegenwärtigen Situation auseinandersetzen, und Ihr solltet auch darüber nachdenken, wie Ihr Euch Rumänien in 10 Jahren in der EU vorstellt. Dieser Aufgabe habt Ihr Euch zusammen mit vielen anderen Schülerinnen und Schülern in Siebenbürgen gestellt und Ihr seid heute hier, weil Ihr dies besonders gut gemacht habt und nun zu den drei Preisträgern des Wettbewerbs gehört. Allen Euren Aufsätzen war gemeinsam, dass Ihr die EU als eine Wertegemeinschaft beschreibt, in der Werte wie Toleranz, Rechtsstaatlichkeit, eine transparente Verwaltung, Rechenschaftspflicht der Politiker oder Minderheitenschutz festgeschrieben sind. Diese gemeinsamen Werte verbinden uns und sind Herausforderung für die Zukunft. Auch lobt Ihr die vielen Verbesserungen, die Ihr zwischenzeitlich in Eurem Land gesehen habt wie steigender Wohlstand, bessere Kontakte zu anderen Bürgern der EU oder Studienmöglichkeiten im Ausland. Gleichzeitig beschreibt Ihr aber auch sehr deutlich Defizite in der Gesellschaft, in der Ihr lebt, mahnt Verbesserungen an und sprecht Euch enttäuscht über den geringen Fortschritt aus. Auch macht Ihr nicht Halt vor Eurer eigenen Schule, wo viel zu viel Wert auf Auswendiglernen gelegt wird, während Kreativität und kritisches Hinterfragen in den Hintergrund treten. Solche Kritik ist notwendig und spornt uns an, uns noch mehr für das Gemeinwesen einzusetzen. Europa ist kein perfektes Konstrukt, lebt von seinen Bürgern und deren Einsatz. Europa braucht junge Menschen wie Euch, die mit wachem Verstand und kritischen Blick durch die Welt gehen und uns allen helfen, den Herausforderungen, vor denen wir stehen, zu begegnen. Eine bessere Zukunft können wir nur schaffen, wenn wir uns vorbehaltlos und offen den Fragen der Zeit stellen und kritisch hinterfragen, warum wir Dinge nicht besser machen können. Wir müssen Defizite ansprechen und diskutieren, damit wir aus den Erfahrungen lernen und gemeinsam Lösungen erarbeiten können. Ihr Preisträger habt Euch den nicht leichten Fragen des Wettbewerbs mit Bravour gestellt. Die Aufgaben habt Ihr alle drei in herausragender Weise gelöst, indem Ihr Defizite ansprecht und sie öffentlich in Form von Aufsätzen, die publiziert werden, zur Diskussion stellt. Alle habt Ihr durch eine besonders kritische Analyse überzeugt und dafür gebührt Euch Dank und diese Auszeichnung, zu der ich Euch von Herzen beglückwünsche“, so der Konsul Hans E. Tischler.

Anschließend hatten die Anwesenden noch Gelegenheit zum Austausch mit den Veranstaltern und den Wettbewerbsteilnehmern in lockerer Runde.

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