Glasfaserkunststoff für den Brückenbau

Doktorarbeit wurde mit „Exzellent“ bewertet

Freitag, 16. März 2012

Der zum Doktor promovierte Lucian Blaga präsentierte seine Dissertation vor Lehrkräften aus Deutschland und Rumänien. Foto: Zoltán Pázmány

Er ist jung, ehrgeizig und fest entschlossen, in Rumänien zu bleiben: Der 27-jährige Absolvent der Abteilung für Bauingenieurwesen in deutscher Sprache an der TU Politehnica, Lucian Blaga, verteidigte Anfang März seine Doktorarbeit in Temeswar/Timişoara. Daran hatte er am Helmholtz Zentrum Geesthacht bei Hamburg in Deutschland gearbeitet.

„Innovative Materialien im Brückenbau“ hieß die Dissertation, die der Absolvent der Temeswarer Nikolaus-Lenau-Schule auf Englisch vor einer deutsch-rumänischen Fachkommission präsentierte.

Dabei ging es nicht nur um die Polymere, die als Baustoffe im Brückenbau verwendet werden können, sondern auch um das technische Verfahren, das angewandt wird, um diese zusammenzuschweißen. Die Doktorarbeit von Lucian Blaga begleiteten wissenschaftlich Professor Radu Băncilă von der TU Politehnica und Professor Sergio Amancio vom Helholtz Zentrum Geesthacht. „Die Promotionsarbeit von Herrn Lucian Blaga ist dadurch besonders, dass sie mehrere Forschungsgebiete anspricht. Lucian Blaga leistet einen sehr wichtigen Beitrag im Bereich des Notfallbrückenbaus“, sagte Doktorvater Sergio Amancio.
 

Mit dem von Bauingenieur Lucian Blaga entwickelten Schweißverfahren sollen künftig widerstandsfähige glasfaserverstärkte Notfallbrücken gebaut werden. Um die 300 Brücken aus Glasfaserkunststoff gibt es weltweit, berichtet Lucian Blaga in seiner Arbeit. Es sind zumeist Fußgängerbrücken, denn das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit des Baustoffs ist noch relativ gering. Lucian Blaga ist aber fest davon überzeugt, dass sich in Zukunft die Situation verändern wird. Glasfaserkunststoff ist fünf bis sechsmal leichter als Stahl, hat aber gleichzeitg dieselbe Festigkeit. Kunststoff sei das Baumaterial der Zukunft, vor allem im Bereich der Notfallbrücken. Doktorvater Radu Băncilă nannte die Doktorarbeit von Lucian Blaga eine „Weltpremiere“.


Eine Notfallbrücke aus Glasfaserkunststoff soll demnächst auch in Rumänien errichtet werden. Das Verfahren, das Lucian Blaga in Deutschland erforscht hat, soll hierzulande umgesetzt und somit auch getestet werden. Gespräche mit der rumänischen Armee und dem Notfalldienst wurden bereits geführt und beide zeigten sich begeistert über die neue Idee, verriet Professor Radu Băncilă.

Die Doktorarbeit über innovative Baumaterialien bewertete die Fachkommission als „exzellent“. „Das passiert äußerst selten. Für gewöhnlich erhalten die Promotionsarbeiten das Gutachten ´sehr gut´“, sagte Professor Băncilă nach der mündlichen Verteidigung der Doktorarbeit. Bauingenieur Lucian Blaga, der früher auch Mitarbeiter der ADZ/BZ war, stehen alle Türen offen, im Ausland groß Karriere zu machen, doch das kommt für ihn vorläufig nicht in Frage. „Ich werde den Kontakt zum Helmholtz Zentrum weiterpflegen“, sagt der junge Mann.
 

Dr. Lucian Blaga wird auch in Zukunft an seinem Projekt arbeiten, sei es in Deutschland oder in Rumänien. Eins steht aber jetzt schon fest: Im Herbst, wenn das akademische Schuljahr wieder beginnt, wird Lucian Blaga da stehen, wo es ihm am meisten gefällt: Vor seinen Studenten, an der deutschsprachigen Abteilung für Bauingenieurwesen in Temeswar.

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