Goldabbauprojekt Roşia Montană unter Beschuss

Stellungnahme aus Kronstadt von Christian Macedonschi

Mittwoch, 04. September 2013

Kronstadt - In seiner wöchentlichen Pressekonferenz ging Forums-Lokalratsmitglied Christian Macedonschi auf das Goldabbauprojekt Roşia Montană ein: „Sonntag, den 1. September, habe ich an der Kronstädter Protestkundgebung gegen das Projekt für Goldgewinnung mit Zyanidlauge und den Gesetzentwurf in der von der Regierung vorgeschlagenen Form teilgenommen.

Außer der Tatsache, dass wir mit dem jetzigen, von dem Ponta-Kabinett vorgeschlagenen und angenommenen Gesetz, welches einer Privatgesellschaft gestattet im Namen des rumänischen Staates zu handeln und in eigenem Namen zu enteignen, nicht einverstanden sein können, können wir auch dem  Goldabbau mit Zyaniden nicht dulden!“ Thomas Şindilariu, Vorsitzender des Ortsforums Kronstadt, ging seinerseits auf die Geschichte des Goldabbaus in der Region um Roşia Montană ein: „Schon die Römer, welche das Gebiet eroberten, legten hier Stollen an, welche heute ein einzigartiges Museum des Bergbaus darstellen. Doch auch sie wurden eines Tages vor die Frage der Wirtschaftlichkeit des Abbaus gestellt. Heute haben die Anlagen einen historischen Wert, der, langfristig betrachtet, weitaus größer ist, als der Gewinn aus einem industriellen zerstörerischen Abbau, der nur mittelfristig, für 10-15 Jahre, gedacht ist.“  Vor die Risiken, welche mit der Anwendung von Cyanidlaugen verbunden sind, warnen Fachleute eindringlich.

Bei dem Verfahren entweichen Blausäure und ihre Salze (Zyanide) in die Umwelt, teilweise auch in größeren Mengen, etwa bei Unglücken, Fehlfunktionen der Anlage oder Überschwemmungen. Solch ein Unfall ereignete sich im Raum Baia Mare im Jahre 2000, als etwa 100 Tonnen Zyanide ausliefen. Die Kehrseite ist, dass diese hochgiftigen Stoffe leicht zersetzbar sind und im Stoffkreislauf der Natur relativ schnell oxidativ abgebaut oder durch Hydrolyse zersetzt werden. Auf die Unsicherheit des Verfahrens und die kurzfristige Abwicklungsdauer des Abbaus gingen sowohl Christian Macedonschi als auch Paul Binder, Vorsitzender des Jugendforums Kronstadt, ein. Sie verglichen Gefahren und Nutzen des Abbaus und schlussfolgerten, dass, so lange es keine Garantien für einen sicheren Abbau gibt, davon abgesehen werden sollte.

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