Goldene Konfirmation in Neppendorf

Reisegruppe aus Bayern besucht Erinnerungsfest und Heimattreffen bei Hermannstadt

Samstag, 02. Juni 2018

Festgottesdienst und Treffen des Jahrgangs 1953 in der Evangelischen Kirche Neppendorf
Foto: Klaus Philippi

Hermannstadt – Zahlreiche Gottesdienstbesucher strömten am vergangenen Sonntag, dem 27. Mai, bei schönstem Pfingstwetter in die Evangelische Kirche Neppendorf/Turnișor bei Hermannstadt/Sibiu, um das Fest der Goldenen Konfirmation des Jahrgangs 1953 zu feiern. Pfarrer Dietrich Galter hatte allen guten Grund, den Gottesdienst am Sonntag Trinitatis freudig zu eröffnen, da die Anwesenheit von 30 ehemals in Neppendorf konfirmierten und in Deutschland lebenden Gemeindemitgliedern den Festtag in der Heimatkirche zu einem besonderen Ereignis werden ließ. Ebenso erfreut wurde eine Reisegruppe aus der Gegend um Rosenheim und den Chiemsee in Bayern begrüßt, die unter der Leitung von Pfarrerin Cordula Zellfelder vonseiten der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Wasserburg am Inn eine Besuchsfahrt durch Siebenbürgen unternahm. Die beiden Gästegruppen unterschiedlicher Herkunft und den Gottesdienst zu Sonntag Trinitatis stellte Pfarrer Galter als lebendige Bausteine des Festtages zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit dar.

Von der Kanzel der Evangelischen Kirche Neppendorf aus sprach Pfarrer Galter während der Predigt von dem Inhalt der liturgischen Jahreszeit der zahlreichen Sonntage nach Trinitatis. Fast ein halbes Jahr lang habe man Zeit, sowohl mit einem Schuss Humor als auch mit tiefer Ernsthaftigkeit über die Bedeutung der Dreifaltigkeit nachzudenken.

Pfarrer Galter begleitete die Choräle eigenhändig an einem im Chorraum der Evangelischen Kirche Neppendorf aufgestellten Tasteninstrument. Nach der Predigt nahm er die Gitarre zur Hand und sang im Duett mit Elisabeth Leonbacher (Deutschland) eine im Heimatrhythmus komponierte Vertonung des Gedichtes „Gepriesen sei die Heimat mein“ von Leopold Leonbacher, ebenfalls in Deutschland lebend. Etliche Zeilen daraus sprechen für die nostalgische Lebenshaltung emigrierter Landler und Siebenbürger Sachsen: „Die Heimatglocken sind bis heut´ für mich noch nicht verklungen“. In Bezug auf die Definition des Heimatbegriffs führt Dichter Leopold Leonbacher einen weiten Horizont an: „Ich lasse beide ganz bewusst als meine Heimat gelten“.

Pfarrer Galter spendete den ehemals getauften und konfirmierten Gemeindemitgliedern den Friedenssegen in Erinnerung an den 7. April 1968, als 58 Jugendliche des Jahrgangs 1953 in der Evangelischen Kirche Neppendorf durch Konfirmation in die Christengemeinschaft eingetreten waren. Auch gab während des Festgottesdienstes Pfarrerin Cordula Zellfelder einige ihrer Reiseeindrücke bekannt. „Wir können von der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien lernen, die Angst vor den stetig abnehmenden Zahlen abzulegen und, genauso wie Sie, erfolgreich in die gesamte Gesellschaft hineinzuwirken“, so die Reiseleiterin der Besuchergruppe aus Bayern.

Im Anschluss an den Festgottesdienst und die Goldene Konfirmation erfolgte im Kirchhof eine andachtsvolle Kranzniederlegung in Erinnerung an die während des Ersten und Zweiten Weltkrieges gestorbenen Gemeindemitglieder. Im selben Zug wurde den verstorbenen Gemeindemitgliedern des Jahrgangs 1953 gedacht.

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