Google schickt seine Nutzer zur Schnitzeljagd auf die Straße

Ein Spiel, das die reale mit der virtuellen Welt verbindet

Donnerstag, 16. Mai 2013

Mit Ingress hat Google ein Spiel geschaffen, welches die reale mit der virtuellen Welt verbindet. In einer Kombination aus erweiterter Realität und Schnitzeljagd schickt der Internetriese seine Nutzer nun auf die Straße.

Wir befinden uns in Meyrin, im Kanton Genf. Hier in der französischsprachigen Schweiz befindet sich das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, wo Wissenschaftler den Aufbau der Materie und die fundamentalen Wechselwirkungen zwischen den Elementarteilchen erforschen. Also den Fragen nachgehen, woraus unser Universum besteht und wie es funktioniert. Im Rahmen der Experimente muss jedoch etwas mächtig schiefgelaufen sein, denn überall auf der Welt öffnen sich Portale, aus denen eine exotische Materie tritt. Ihr Ursprung und Zweck ist noch unbekannt, aber einige Forscher glauben, dass sie die Art, wie wir denken, beeinflusst.

Im Umgang mit dieser geheimen Kraft besteht Uneinigkeit, sodass sich zwei Fraktionen gebildet haben, die Erleuchteten (The Enlighted) und der Widerstand (The Resistance). Während erstere den Nutzen der neuen Energie fördern wollen, sehen letztere in ihr eine Bedrohung für die Menschheit.
Noch befindet sich Ingress in der geschlossenen Testphase, zur Teilnahme benötigt es eine Einladung von Google oder einem bereits aktiven Spieler. Ist es dann soweit, muss man sich entscheiden, für die Frösche oder für die Schlümpfe, wie die beiden Fraktionen aufgrund ihrer Farben grün und blau landläufig genannt werden.

Und da Ingress kein Spiel für Stubenhocker ist, heißt es, Smartphone eingesteckt und ab nach draußen. Um der eigenen Fraktion zum Sieg zu verhelfen, müssen die Portale aufgesucht werden, an denen die exotische Materie austritt. Mit Hilfe einer futuristischen Straßenkarte lassen diese sich in jeder Stadt ausmachen, üblicherweise an Sehenswürdigkeiten, Skulpturen, aber auch Orten, die man erst durch Ingress wahrnimmt. Hat der Spieler genug Energie gesammelt, kann er sich daran machen, die gegnerischen Portale zu erobern und die eigenen zu verteidigen. Sogenannte Kontrollfelder lassen sich durch das Verlinken von drei Portalen erzeugen, je größer diese sind, desto besser. Denn entscheidend für die Punktzahl der Koalitionen ist die sich aus den Feldern ergebende Anzahl an Mind Units, welche anzeigen, wie viele Menschen die eigene Partei kontrolliert.

Erfahrene Teamkollegen können einen selbst am Anfang schnell weiterhelfen. Mit ihrer Unterstützung steigt es sich leichter in höhere Level auf, welche bessere Angriffs- und Verteidigungswaffen bereithalten. Und auch im weiteren Verlauf des Spiels ist Kooperation gefordert, denn nur gemeinsam lassen sich stärkere Portale errichten und größere Kontrollfelder erzeugen. Da die Portale sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen, lernt man beim Verteidigen und Attackieren dieser nicht nur neue Leute kennen, sondern erlebt die eigene Stadt auch aus einem anderen Blickwinkel – gewissermaßen Sightseeing für Einheimische.

Von Temeswar bis Konstanza kämpfen die Erleuchteten und die Widerständler bereits um die Vorherrschaft in Rumänien. Während sich in Hermannstadt jedoch erst zwei Dutzend Portale befinden, dürften es in Bukarest schon einige Hundert sein. Dabei kann jeder Spieler auch selbst Portalvorschläge an Google schicken, ein Bild und die GPS-Koordinaten reichen dazu aus. Und am Ende gewinnen so nicht nur die Spieler, denn mehr Portale bedeuten gerade in kleineren Städten mehr Abwechslung, sondern auch Google, da sich durch die Bewegungsdaten der Spieler beispielsweise der hauseigene Kartendienst Google Maps optimieren lässt.

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