Gospel-Musik vom Feinsten

Verein Timişoara Gospel Project wird gegründet

Donnerstag, 14. Juni 2012

95 Personen machten in diesem Jahr beim Timişoara Gospel Project mit.

Und wieder gewann Dominic Samuel Fritz die Wette mit sich selbst, die er sich jedes Jahr stellt. Denn das achte Timişoara Gospel Project war erneut ein Erfolg, wie es der anhaltende Schlussapplaus verstehen ließ. Etwa tausend Zuschauer  klatschten Beifall im Capitol-Saal, kurz vor 22 Uhr.

Das Timişoara Gospel Project ist heute eine Tradition für Temeswar. 2005 fand das Projekt zum ersten Mal statt, auf Initiative des jungen Volontärs Dominic, der zwei Jahre davor als Freiwilliger in einem Kinderheim gearbeitet und die Stadt Temeswar in sein Herz geschlossen hatte. Der Deutsche initiierte einen Wochenend-Workshop für Gospel-Musik, an dem sich zehn Personen beteiligten. Der Workshop sollte mit einem öffentlichen Konzert enden. „Die letzten Proben waren so schlecht, dass ich die Leute dann fragte, ob sie wirklich wollen, dass wir uns blamieren oder lieber das Konzert ausfallen lassen“, erinnert sich Dominic Samuel Fritz. Das Konzert war schließlich „so super“, dass Dominic ernsthaft daran dachte, die Sache auch im nächsten Jahr und mit mehr Teilnehmern zu wiederholen. Die Geburtsstunde des Timi{oara Gospel Project hatte geschlagen.

Der Chor, den Dominic Samuel Fritz jedes Jahr zusammenstellt, besteht aus professionellen Musikern und Laien, aus jungen und älteren Teilnehmern aller Konfessionen. Mitsingen darf jeder, der Musik liebt und ernsthaft an den Proben teilnimmt. Geprobt wird nur eine Woche vor dem großen Konzert, danach gehen die Choristen auseinander, um erst im nächsten Jahr wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Jahr für Jahr werden auch neue Teilnehmer ins Timi{oara-Gospel-Project-Team aufgenommen.

2007 entschied Dirigent Fritz, das Abschlusskonzert einem guten Zweck zu widmen. Der Eintritt zum Konzert ist weiterhin frei, jedoch stehen Spendekästen zur Verfügung, in die die Zuschauer beliebige Summen stecken können. Der Erlös geht seit 2007 an das „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“, das Hospiz für Palliativkrankenpflege der Caritas Temeswar.

In diesem Jahr brach Dominic Samuel Fritz eine Regel des Timişoara Gospel Project. Das Abschlusskonzert fand nämlich nicht mehr – wie gewohnt - in einer Kirche statt, sondern zum ersten Mal in einem echten Konzertsaal. Grund dafür war die Erfahrung aus den vergangenen Jahren, als sich manch einer aus den hinteren Reihen beklagt hatte, dass er den Chor nicht richtig hören könne. Mit „This little light of mine“ wurde der Konzertabend kurz vor 20 Uhr eröffnet. Auf die Bühne trat der Star des Timişoara Gospel Project 2011, die neunjährige Cezara Cala. Mit kristallklarer Kinderstimme meisterte sie ihren Teil, bis ihr sich zwei männliche Sänger anschlossen – Ion Bogdan Andreescu und Lucu Valeriu Iocşa. Es folgte ein Gospel-Song aus Ghana, „Gye no di“, den viele der SängerInnen und der Zuschauer im Saal vom sogenannten „Timişoara-Gospel-Project-Experiment“ kannten. Im Oktober 2011 hatte Dominic Samuel Fritz an einem einzigen Tag den Chor ins Leben gerufen und zum Schluss ein Konzert dargeboten – damals in der Mansarde der Kreisbibliothek. Das Besondere an dem Konzert in diesem Jahr war, dass Dominic Samuel Fritz auch eine Eigenkomposition ins Programm aufnahm. „You´re my all“ nennt sich der Song, den der Dirigent schon vergangenes Jahr vorstellen wollte. „Ich hatte es mir dann aber doch anders überlegt, weil ich das Lied zu schwer fand“, gestand er.

Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr eine 20-minütige Pause mitten im Konzert, so viele Lieder hatte Dominic Samuel Fritz mit den Choristen eingeübt. Nach der Verschnaufpause ging es los mit „Higher and higher“, dem Lied, das den Titel des diesjährigen Konzerts verlieh. Zu den Songs zählte auch in diesem Jahr „Shackles“, das die Sängerin Mirela Iacob meisterhaft interpretierte. Der Dirigent wagte es, auch ein Nicht-Gospel-Lied vorzuführen. „Abide with me“ ist Dominics Lieblingslied überhaupt. Der Autor, Henry F. Lyte, habe das Gedicht nur zwei Wochen vor seinem Tod verfasst und deswegen würde es zur Einrichtung, die das Timişoara  Gospel Project unterstützt, perfekt passen, so Dirigent Dominic Samuel Fritz.

Nach dem traurigen Lied folgte kurz vor 22 Uhr der letzte Song im Programm. Freude war wieder angesagt, als der Chor „Oh Happy Day“ anstimmte und die Zuschauer von ihren Sitzen riss. Es wurde mitgesungen, geklatscht, gelacht. Damit das Timişoara Gospel Project in Zukunft auch eine rechtliche Basis hat, wird künftig auch ein gleichnamiger Verein entstehen, so Dominic Samuel Fritz. Ziel des Vereins ist nicht nur, das Fortbestehen des Timişoara Gospel Project zu garantieren, sondern auch weitere Gospel-Events in Temeswar zu ermöglichen. So zum Beispiel könnte sich Dirigent Dominic gut vorstellen, vielleicht ein Gospel-Festival ins Leben zu rufen und anderen Chöre nach Temeswar einzuladen.

 

 

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