Großaktion gegen Zigarettenschmuggel

In Bokschan und Umgebung 12.000 Zigarettenpäckchen beschlagnahmt

Freitag, 31. März 2017

Bokschan – Die drei Schmugglergruppen des Großraums um Bokschan und die Gemeinde Berzovia, die am Mittwoch zerschlagen wurden, hatten den Handel mit geschmuggelten Zigaretten so weit geführt, dass sie Zigarettenpäckchen ohne Steuerstempel aus Serbien und der Ukraine sogar in nahezu allen Dorfläden und –kneipen anbieten konnten. Seit 2015 standen die Schmuggler unter polizeilicher Beobachtung und am vergangenen Mittwoch, im Morgengrauen, als die drei Gruppierungen einen großen Transport Schmuggelzigaretten erwarteten, schlug die Polizei zu. Der ganze Transport wurde dabei abgefangen und beschlagnahmt. Polizei und Gendarmerie führten ab 6.55 Uhr Hausdurchsuchungen – vor allem in Bokschan und ihrer westlich benachbarten Gemeinde Berzovia – durch und nahmen 38 Personen für 24 Stunden fest. Die Aktion stand in der Koordinierung der Polizeiabteilung zur Bekämpfung des Bandenwesens und des Organisierten Verbrecherwesens DIICOT und der Abteilung für Wirtschaftskriminalität. Die weiteren Untersuchungen und die Verhöre der 38 vorläufig Festgenommenen wurden von DIICOT Karasch-Severin durchgeführt. Unterstützt wurden die beiden Abteilungen des Kreispolizeiinspektorats Karasch-Severin von Polizeikräften aus Arad und Temesch sowie von der Gendarmerie aus allen drei westrumänischen Verwaltungskreisen.

Das größte Lager mit Schmuggelzigaretten – 12.000 Päckchen oder 240.000 Zigaretten - wurde in Berzovia ausgehoben. Die Schmuggelzigaretten aus Serbien und der Ukraine wurden in praktisch allen Ortschaften des Raums Bokschan-Berzovia verkauft. Bei den Hausdurchsuchungen wurden nicht nur unterschiedlich große Vorräte an Schmuggelzigaretten beschlagnahmt, sondern auch Feuerwaffen, für die es keinerlei Registrierung und Genehmigung gab, und viel Wildbret, woraus die Fahnder schlussfolgerten, dass sich die Köpfe des Schmugglerrings auch mit Wilderei abgaben. Kein einziger unter den Verdächtigten ist Mitglied eines Jagdvereins. „Es gibt den fundierten Verdacht“, gaben die Anti-Mafia-Staatsanwälte Mittwochabend in einem Kommuniqué bekannt, „dass ab 2015 im Raum Bokschan-Berzovia drei Verbrechergruppen tätig waren, die untereinander kooperierten und die den Handel mit Schmuggelzigaretten in diesem Raum vollauf beherrschten. Jede der drei Gruppierungen hatte ihre eigene Organisationsweise, auf drei Ebenen: Beschaffung/Versorgung, Transport/Lagerung und Handel/Distribution.
Den Straßenhandel haben Familienclans individuell organisiert oder er wurde über ‘Einzelhändler’ abgewickelt, allerdings standen die Straßenhändler der Schmuggelzigaretten untereinander in engstem Kontakt. Der ‘Detailhandel’ geschah aber auch über die kleinen Dorfläden und -schenken, wo man jederzeit jede Menge Schmuggelzigaretten kaufen konnte. Während der Voruntersuchungen konnten wir feststellen, dass die Mitglieder der Schmugglerringe zahlreiche konspirative Maßnahmen anwandten, um ihre Verbrechertätigkeit schwieriger verfolgbar zu machen: unaufhörlicher Wechsel der Mobiltelefonnummern, zahlreiche Telefonate von Straßentelefonen des Festnetzes aus, aufmerksames vorheriges Be-obachten von Übernahme- und Transferorten, Verfolgung ihnen verdächtig scheinender Fahrzeuge.“ All dies Beweise, dass den drei Schmugglerringen die Gesetzwidrigkeit ihres Vorgehens vollauf bewusst war.




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