Große Erwartungen: Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021

Umfrage unter den Leitern einiger deutscher Institutionen

Samstag, 24. September 2016

Temeswars Bürger haben an der Entscheidung, ob Temeswar 2021 zur Kulturhauptstadt Europas wird, großen Anteil genommen.

Nachdem Temeswar den Titel einer Kulturhauptstadt Europas 2021 errungen hat, wollten wir wissen, wie die Leiter deutscher Institutionen zu dieser Ernennung stehen. Hier eine Umfrage, die die ADZ-Redakteurin Ştefana Ciortea-Neamţiu durchgeführt hat.
 

Rolf Maruhn, Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar: „Als Konsul in Temeswar freue ich mich selbstverständlich für die Stadt, aber auch aus neutraler Sicht glaube ich, dass Temeswar das verdient hat. Temeswar steht für Multikulturalität, für Offenheit, auch die Tatsache, dass hier die Revolution vor über 25 Jahren entstanden ist, steht in gewisser Beziehung zur Kultur, zu dem Freiheitsgedanken, den die Leute haben, mit Kultur verbunden, mit Demokratie, das ist ein großer Komplex. Deshalb bin ich sehr zufrieden, dass Temeswar es geworden ist. Nachdem Hermannstadt die Kulturhauptstadt war, wo die deutsche Minderheit eine große Rolle gespielt hat und noch spielt, ist es schön, dass Temeswar die Kulturhauptstadt geworden ist, weil hier die deutsche Minderheit auch zahlenmäßig eine bedeutende Rolle spielt. Immerhin ist es die Stadt, die zahlenmäßig die größte Anzahl der Angehörigen der deutschen Minderheit hat, und ich gehe davon aus, dass im Laufe der Vorbereitungen auf 2021 auch die deutsche Minderheit eine große Rolle spielt und erst recht 2021, und ich bin mal gespannt, wie das dann aussehen wird“.
 

Ovidiu Ganţ, Abgeordneter seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien im rumänischen Parlament: „Ich hatte es irgendwie erwartet, weil ich im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments war, als Hermannstadt Kulturhauptstadt geworden ist, und ich kannte auch sehr gut die Kriterien. Das, was entscheidend war, glaube ich – das wird wahrscheinlich auch der Bericht der Kommission bestätigen – ist eben die multikulturelle Gesellschaft Temeswars, die multiethnische, multireligiöse, das, was die anderen Städte nicht haben. Ansonsten ganz herzlichen Glückwunsch an Simona Neumann und ihr Team. Außerdem die Hoffnung, dass Temeswar die Ausgaben für Fußball in den nächsten Jahren aufgibt und mehr für Kultur diesbezüglich tut. Das müsste bedeuten, dass der Bürgermeister das begreift. Ich kann nur hoffen, dass er es begriffen hat“.
 

Johann Fernbach, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat: „Die Multikulturalität in einem multiethnischen Raum ist wahrscheinlich das entscheidende Argument gewesen, das zur Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas beigetragen hat. Die deutsche Gemeinde hat zu diesem Erfolg beigetragen und sie wird auch im Laufe des Jahrs 2021 mit ihren Mitteln zur Organisierung von hochwertigen Events beitragen. Wir gratulieren dem Verein ‚Temeswar – Kulturhauptstadt Europas 2021‘ und der Stadtgemeinde“.
 

Peter Hochmuth, Deutschsprachiger Wirtschaftsclub Banat: „Toll, toll! Temeswar hat es verdient und jetzt müssen wir alle zusammen helfen und was Schönes dazu machen. Hoffentlich gelingt es uns“.
 

Eleonora Ringler-Pascu, Univ.-Prof., Deutsche Schauspielklasse, West-Universität Temeswar: „Das ist eine große Freude, wir haben ein bisschen gezittert, aber es ist wirklich eine Errungenschaft, wir hoffen auch, dass sich alle jetzt sammeln und Projekte bringen und zeigen, dass Temeswar ein besonderes Potenzial hat“.
 

Helene Wolf, Leiterin des Nikolaus-Lenau-Lyzeums: „Ich freue mich sehr und es ist schon meine Überzeugung, dass Temeswar diesen Titel verdient. Ich hoffe, dass wir auch beweisen werden, dass wir ihn verdienen. Es geschieht vieles in Temeswar und ich will hoffen, dass noch mehr Kulturelles geschehen wird“.


Mona Petzek, Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Temeswar: „Ich bin so euphorisch, dass ich vorerst gar nichts sagen kann. Die harte Arbeit beginnt natürlich erst jetzt“.
 

Laura Cheie, Univ.-Doz., Germanistik-Lehrstuhl Temeswar: „Ich bin sehr stolz darauf. Ich weiß, dass wir ein Projekt mit einer strahlenden zentralen Idee hatten, aber ich weiß auch, dass so ein Wettbewerb vor allem mit Bukarest und Klausenburg sehr hart gewesen ist. Ich bin sehr gespannt, wie Temeswar in fünf Jahren aussehen wird. Ich freue mich jetzt schon darauf“.
 

Ioana Iacob, Interim-Managerin Deutsches Staatstheater Temeswar: „Natürlich ist es ein Gewinn für unsere Stadt, natürlich hat sie ihn verdient, aber die größte Herausforderung liegt noch vor uns und ich hoffe, dass dieser Titel sowohl in unserer Stadt als auch in unserem Theater sichtbare Spuren hinterlassen wird“.

Kommentare zu diesem Artikel

Josef, 24.09 2016, 18:06
Glückwunsch - warte wir das Jahr 2021 - wer von den Befragten wird noch zu seinem jetzigen Vorhaben, stehen und Helfen?

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