Große Retailer tricksen vor Mehrwertsteuer-Senkung

Supermärkte heben Regalpreise „vorsorglich“ an

Mittwoch, 29. April 2015

Symbolfoto: freeimages.com

Bukarest (ADZ) - Angesichts der zum 1. Juli in Kraft tretenden Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Erfrischungsgetränke scheinen viele Einzelhandelsketten nicht gewillt, bald geschmälerte Gewinnmargen in Kauf nehmen zu müssen. Daher setzen etliche große Retailer auf eine „vorsorgliche“ Anhebung der Regalpreise, damit diese ab Juli dann wieder gesenkt werden können.

Laut Medien, die die Regalpreise etlicher Super- und Hypermärkte in den letzten drei Wochen unter die Lupe nahmen, sind diese um teils bis zu 30 Prozent in die Höhe geschnellt – etwa bei Schweinefleisch (Keule) von 14 auf mittlerweile 18 Lei, Milch, Früchten u. a. Der Vorsitzende der Gewerkschaftsföderation aus der Nahrungsmittelindustrie, Dragoş Frumosu, warnte daher am Montag, dass unter diesen Umständen auch die Erwartungen über durchschnittlich 12-prozentige Preisreduzierungen ab Juli wohl unerfüllt bleiben werden.

Premier Victor Ponta kündigte an, dass die Behörden – allen voran das Kartellamt – die Preis- und Wettbewerbslage sowohl vor als auch nach dem 1. Juli genauestens beobachten werden – es dürfe nicht sein, dass eine von 24 auf 9 Prozent gesenkte Mehrwertsteuer letztlich kaum in den Endpreisen widerspiegelt werde. Verbraucherschutz-Chef Marius Dunca sprach von einer „Veräppelung“ der Kunden und stellte für „betrügerische Handelspraktiken“ Geldstrafen von bis zu 100.000 Lei in Aussicht.

Kommentare zu diesem Artikel

Klaus, 04.05 2015, 10:05
Das ist ja wieder etwas.Die liebe Martha kauft nur etwas wo "bio" draufsteht.Das dann wohl auch noch auf der Piazza wo keine kühlmöglichkeiten sind.- Wenn ich in den kleinen läden morgens die tür auf mache und es richt nach essig dann ist mal wieder klar. es ist alte ware.-Wer kann schon den berg von wurst an einem tage verkaufen der da in der vitrine ist?-Da dann lieber verpackt beim discounter.Ausserdem ist BIO nichts als verarschen.Es besteht gar keine möglichkeit sich von anderen ab zukoppeln.
Was die mehrwertsteuer anbelangt so werden sich insbesondere die kleinen gierigen händler dagegen wehren.-Sie können die bürger nur noch um 9% betrügen.-Unter normalen umständen sollte es für den handel gleich sein ob 24% oder 9%.-Wenn ich beim großhandel 9% zahle gebe ich auch nur 9% an den kunden weiter.-Da aber der kiosk an der ecke mit allen tricks verhindert eine bon fiscal zu übergeben kann er nach gut dünken steuern abführen oder nicht.-Da ist eigentlich die steuer verwaltung gefordert den waren eingang und waren ausgang zu überprüfen.Leider sind die aber so mit kaffe trinken und dem austausch von neuigkeiten beschäftigt, da bleibt keine zeit für andere arbeit..
Manfred, 30.04 2015, 17:54
sraffa!Ich habe den Eindruck,das Martha frustriert ist...Fakt ist,wenn in D die Stiftung Warentest Produkte prüft,stehen die von LIDL und ALDI oft auf den vordersten Plätzen,während es bei den teureren "Markenprodukten" in Punkto Qualität,Preis-Leistungsverhältniss schlechter aussieht.
sraffa, 30.04 2015, 15:01
@Martha, wollen Sie ernsthaft unterstellen daß Lebensmittel von Lidl, einem der größten Deutschen Lebensmitteleinzehändler, qualitativ schlechter sind als von der Konkurrenz Carrefour, Megaimage und sie ausserdem unter illegalen Umständen angeboten werden ?
Oder sind Sie ihnen nur nicht Luxus- "Bio" genug, eine Frage also des Geldbeutels ?
Martha, 30.04 2015, 07:40
Ein mündiger Konsument wird sicher nicht bei Lidl & Co. einkaufen, wenn er weiß, welche Waren dort verkauft werden, was diese Waren enthalten und unter welchen Umständen sie ins Geschäft gelangt sind. Dasselbe gilt selbstverständlich für alle Ketten. Es ist durchgehend naiv zu glauben, man hätte die Wahl zur freien Entscheidung. Wir dürfen nur entscheiden zwischen dem, was man uns vorsetzt. Die Wirtschaft diktiert nicht nur den Preis, auch alle Modi rund um Lebensmittel. Preisabsprachen? Die gibt es überall, selbstverständlich auch in Rumänien, ja gerade hier.
Wer heute noch glaubt, er hätte - indifferent, in welchem politischen System - etwas zu sagen bzw er könne etwas bewegen, der hat verloren. Die Kollektivierung schreitet voran. Sie beginnt im Westen.
Sraffa, 30.04 2015, 02:46
Also, der mündige Konsument soll entsheiden und eben nur billiger kaufen ,z.B. bei Lidl !
Die Mafia wird dann auf der Ware sitzen bleiben !
Hanns, 29.04 2015, 21:22
@Helmut - Ihr Kommentar belegt wieder einmal, dass Sie gedanklich noch immer in der Vergangenheit leben.
Manfred, 29.04 2015, 20:15
Das ist weltfremd,Helmut!Der Markt ist frei,der Käufer ist es auch...Wenn die Kaffeeernte schlecht ausfällt,die Obsternte schlecht ausfällt,wird die Ware teurer.Ich werde nur noch dort im Urlaub einkaufen,wo diese Profitmaximierung nicht mitgemacht wird.Das sich alle abgesprochen haben,kann ich mir selbst in RO nicht vorstellen!
Martha, 29.04 2015, 20:07
Mein Gott seid Ihr alle naiv. Glaubt denn tatsächlich irgendwer, daß irgenetwas irgendwo noch irgenwann billiger wird ??? Wo lebt Ihr?
Helmut, 29.04 2015, 17:55
@Ingo...hier kann ich Dir nur zustimmen.Ab Stichtag 1.April 2015 müßten alle Preiserhöhungen unter Strafe gestellt werden.Es muß einen Preisstopp für mindestens 12 Monate auf alle steuerermässigten Produkte geben.Auch nach dieser Frist muß dafür gesorgt sein,dass dann die Preise nicht wieder sehr stark angehoben werden,um nachträglich wieder an Zusatzgewinne zu kommen.Nur so können solche Gaunereien am Konsumenten verhindert werden.Wenn Gauner versuchen sich am Verbraucher zu bereichern muß ihnen durch einen vom Staat verordneten Preistopp, ein Riegel vorgeschoben werden.95% der Bevölkerung würde eine solche Regierungsmaßnahme unterstützen.
Ingo, 29.04 2015, 17:22
Also ich verstehe die Argumentation in diesem Artikel nicht. Die Senkung der Mwst. schmälert doch nur die Staatseinnahmen und hat auf den Gewinn der Unternehmen höchstens eine positive Auswirkung da eventuell mehr gekauft wird. Ist die Preisanhebung, von der gesprochen wird, dann eine staatliche Anweisung? Alles andere macht keinen Sinn. Im übrigen tut es mir immer wieder weh, wenn ich an die Rumänen und deren Einkünfte denke und nun aus mehrjähriger eigener Erfahrung weiß, dass Lebensmittel dort teurer sind wie hier in Deutschland.

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