Grüne Hauptstadt: Arad in der Endauswahl

Bürgermeister ist sich der Aufholjagd bewusst

Mittwoch, 18. November 2015

Die Initiative, jährlich eine „grüne Hauptstadt“ zu ernennen, geht auf ein Treffen 2006 in Tallin zurück und wendet sich an Ortschaften mit mindestens 100.000 Einwohnern. Im Blid: Blick auf das Arader Stadtzentrum.
Foto: Zoltán Pázmány

Es hängt möglicherweise auch von der berühmten rosaroten Brille ab, mit welchen Augen man seine Stadt sieht, aber auch von den Veränderungen der letzten Jahre und nicht zuletzt von der Erwartungshaltung jedes einzelnen. Während nun die einen sich freuen, dass Arad als Kandidat für den Titel einer “Grünen Hauptstadt Europas 2018“ in die Endauswahl aufgenommen wurde und einen Fortschritt in den letzten Jahren sehen, kritisieren andere die Sauberkeit und die grauen Betonklötze. Der Bürgermeister von Arad, Gheorghe Falcă, versucht es realistisch zu sehen: Arad liege zwar hinter anderen europäischen Kandidaten zurück, doch „gewertet wird der Ausgangspunkt, der Ist-Zustand und die Perspektive“.

Arad steht auf einer sieben Namen umfassenden Liste, die unter anderen auch europäische Hauptstädte umfasst. Im Sommer 2016 wird der Titel für 2018 vergeben. Außer Arad gehören noch Gent aus Belgien, Nijmegen und S´Hertogenbosch (beide aus den Niederlanden), Tallinn aus Estland, Umea aus Schweden und Polens Hauptstadt Warschau zur sogenannt „kurzen Liste“. Die Evaluierung der Kandidatendossiers erfolgt bis im März 2016, und im Juni kommenden Jahres wird in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana offiziell die Kandidatur für 2018 vergeben.

Bürgermeister Falcă baut in seiner Hoffnung auf eine grüne Hauptstadt Europas in Arad auf die Investitionen der letzten Jahre in den öffentlichen Nahverkehr und in Grünflächen. Das Stadtoberhaupt belegt mit Zahlen: 85 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner, die sechs  modernen Straßenbahnen eines lokalen Herstellers, die Sanierung einer erheblichen Gleisstrecke für Straßenbahnen und die Fahrradpisten. Bis Jahresende werden laut Falcă 135 Kilometer davon fertig sein und landesweit das größte Netz an Fahrradwegen nach Bukarest ergeben. „Eine gewichtige Rolle soll dem Marosch-Fluss zukommen, der für uns die schönste ´Straße´ ist“, sagt Falcă. Dabei denkt er daran, die Marosch schiffbar zu machen, die Ufer neu zu gestalten „und letztendlich wollen wir einen Park zwischen Marosch und der Arader Festung haben“. Falcă gibt im gleichen Atemzug an, dass die Gesamtinvestitionen, die derzeit abgewickelt werden, oder in Sachen Umweltschutz geplant sind, sich auf mehr als 100 Millionen Euro belaufen werden.

Arad gehört also zu den sieben Städten, die es in die Endauswahl geschafft haben. Die Vertreter von insgesamt 20 Städten, die sich um den Titel einer grünen Hauptstadt für 2018 beworben haben, waren im Oktober bei einem Treffen in Bristol zugegen. Die englische Stadt trägt in diesem Jahr diesen Titel. Indikatoren aus zwölf Bereichen werden bei der Vergabe berücksichtigt. Dabei geht es um Vorbeugung und Anpassung an den Klimawandel, Nahverkehr, Grünflächen, Natur und Biodiversität, gute Werte beim Niveau der Luft- und Lärmverschmutzung, Abfall- und Abwassermanagement, ökologische Innovationen, sowie energetische Effiziernz und nachhaltige Erwerbstätigkeit der Bürger.

 

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