Grüße aus der Fabrikstadt!

Das historische Erbgut von Temeswar unter der Lupe

Freitag, 17. November 2017

Die von lokalen Künstlern erstellten Postkarten zur Fabrikstadt können in digitaler Form von der Online-Plattform www.heritageoftimisoara.ro heruntergeladen und gesendet werden.

Als eines der ältesten Stadtviertel von Temeswar/Timişoara hat die Fabrikstadt (rumänisch „Fabric“) den Namen von den ersten Fabriken und Werken vor Ort im 18. Jahrhundert bekommen. Mit zahlreichen Werkstätten und allerlei Läden war das wirtschaftliche und soziale Leben in der Fabrikstadt früher sehr dynamisch und rege. Kaffeehäuser, Biergärten, Wirtshäuser und Restaurants animierten, vor allem am Wochenende, die Stimmung im Stadtviertel. Heute ist davon in der Fabrikstadt mit ihren sanierungsbedürftigen Häusern und den verlassenen Fabriken, Werkstätten und Läden nicht mehr viel übrig geblieben. Allein die historischen Gebäude mit ihren rissigen Fassaden erinnern noch an die längst vergangene goldene Epoche des Temeswarer Stadtviertels. Doch hinter jeder dieser alten Fassaden mit abbröckelndem Putz, mit Löchern in den Dächern, mit schrägen Fensterläden und fehlenden Scheiben, stecken unzählige Geschichten, die es kaum erwarten können, entdeckt und erzählt zu werden.

Durch „Heritage of Timişoara“ (zu Deutsch „Das Erbgut von Temeswar“) hat sich eine Gruppe junger Leute all diese Geschichten angehört und auf Recherche begeben, um die Fabrikstadt allen bekannt zu machen. Beim Pilotprojekt, abgekürzt HoT, drehte sich monatelang alles rund um den historischen Stadtteil von Temeswar, um Gebäude und Erzählungen, Geschichte und Vergangenheit – kurz: das Erbgut des Stadtviertels.

Hinter diesem Projekt steckt der Temeswarer Verein „Prin Banat“ (Durch das Banat), der bereits seit mehreren Jahren durch die Region reist, interessante Orte vorstellt und auf Banater Ortschaften und Sehenswürdigkeiten neugierig machen will. Dabei sollen Touristen aus aller Welt ermutigt werden, das Banat zu erkunden, es soll aber auch einheimische Banater dazu bewegen, die Region neu zu entdecken.

Die Gruppe junger Leute will nun auch auf Temeswar neugierig machen. „Der Fokus soll nicht nur auf die Temeswarer Innenstadt gelegt werden, sondern auch auf die ehemaligen historischen Stadtviertel von Temeswar, wie die Fabrikstadt, die Elisabeth- oder die Josefstadt“, erklärte Alexandra Palconi, Temeswarer Journalistin und Initiatorin des Projekts zu Beginn des Pilotprojekts, Anfang des Sommers.

Das Viertel Fabrikstadt wurde als erster Stadtteil in diesem Projekt ausgewählt. Von Juli bis Oktober wurden hier einige Veranstaltungen organisiert und auch die Bewohner der Fabrikstadt wurden in verschiedene Aktivitäten einbezogen. Freiwillige sammelten Informationen über einzelne Gebäude, Künstler stellten ihre Lieblingsorte vor, Architekturführungen durch die Fabrikstadt fanden statt.

Ende Oktober wurde auch die Online-Plattform www.heritageoftimisoara.ro lanciert. Die Online-Plattform ist das Ergebnis einer umfangreichen Arbeit vor Ort. 15 Freiwillige sammelten Informationen und erstellten damit eine Datenbank für alle Neugierigen. Auf der Webseite kann man Informationen zu den Altbauten in der Fabrikstadt finden sowie interessante Geschichten von ehemaligen Fabrikstädtern und derzeitigen Bewohnern. Temeswarer Künstler stellten ihr eigenes Bild von der Fabrikstadt vor. So sind zehn einzigartige Postkarten entstanden. Diese konnten vor Ort  gesendet werden und können  weiterhin von www.heritageoftimisoara.ro in digitaler Form mit der Nachricht „Salutări din Fabric“ („Grüße aus der Fabrikstadt“) verschickt werden.

Das Projekt zur Förderung des Erbes der Stadt Temeswar wird 2018 fortgesetzt. Der Fokus soll auf der Josefstadt (rumänisch „Iosefin“) liegen. Bis zum Sommer des kommenden Jahres werden auf der Online-Plattform weiterhin Geschichten aus der Fabrikstadt veröffentlicht.

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