Grundstücksrückgabe an erfundene Erben

Reicher Roma nutzte gefälschte Urkunden

Mittwoch, 13. Januar 2016

Temeswar - Die Rückerstattung von Grundstücken an fiktive Eigentümer bringen Ionelaş Cârpaci, inzwischen in Ionel Sandner umgetauft, für mehr als zehn Jahre hinter Gitter. Der Fall geht auf das Jahr 2006 zurück, als Cârpaci eine gefälschte Verordnung der Temeswarer Stadtverwaltung nutzte, laut der mehrere Grundstücke an Rumäniendeutsche rückerstattet werden sollten. Diese angeblichen Erben gab es jedoch in Wahrheit gar nicht und die Grundstücke gingen an Ionelaş Cârpaci, der die illegal erworbenen Güter postwendend an eine Baufirma verkaufte, die ihrerseits auf dem Baugrund einen zehn Stock hohen Wohnblock errichtete.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zeigten bereits im Jahr 2010 den Betrug auf. In dieser Woche wurde das Urteil gefällt, wonach Täter und Mittäter für mehrere Jahre in Haft müssen. Ionel Sandner wurde zu zehn Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die ebenfalls am Betrug beteiligten Kelemen Francisc und Barabas Pal erhielten vier Jahre und zehn Monate bzw. fünf Jahre und acht Monate. Verurteilt wurde auch Sorin Todor Johann zu zwei Jahren Gefängnis. Petru Turpan erhielt ein Jahr auf Bewährung.

Sandner, Barabas und Kelemen müssen auch für Schadensersatz aufkommen. So haben sie 325.120 Euro an die Stadt Temeswar zu entrichten. Sandner wird auch verpflichtet, an die Baufirma, die den Wohnblock errichtete, 100.000 Euro zu begleichen, da diese nicht wusste, dass die Eigentumsurkunden des Verkäufers gefälscht waren.

In der gleichen Strafakte, mit noch nicht rechtskräftigem Urteil, wurden am Dienstag auch mehrere Transaktionen mit Appartements in einer Temeswarer Immobilie annulliert.

Ionel Sandner gehört zur Familie Cârpaci, die mit Immobilien- und Grundstücksgeschäften – vor allem im Zuge der Rückerstattung ehemals nationalisierter Immobilien - zu einer der reichsten Roma-Familien von Temeswar wurde.

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