Güterbahn-Privatisierung: Zuschlag geht an Grupul Feroviar Român für 202 Millionen Euro

Vertragsunterzeichnung voraussichtlich kommende Woche

Samstag, 22. Juni 2013

Symbolfoto: sxc.hu

Bukarest  (ADZ) - Im Privatisierungsverfahren der staatlichen Güterbahn hat Transportminister Relu Fenechiu am Donnerstag „weißen Rauch“ angekündigt: Der Zuschlag gehe an die private Bahngesellschaft „Grupul Feroviar Român“ (GFR), die – als einziger im Rennen verbliebener Bieter – für das Mehrheitspaket ein verbindliches Angebot in Höhe von 202 Millionen Euro unterbreitet habe und in den kommenden fünf Jahren weitere 900 Millionen Lei in die marode Güterbahn investieren wolle.

Fenechiu zufolge stellte der Bieter zunächst einige „Bedingungen“ – so sollte der Kaufpreis erst binnen zwei Jahren berappt werden. Nach stundenlangen Verhandlungen mit GFR-Eigentümer Gruia Stoica habe man sich schließlich auf eine zweimonatige Zahlungsfrist geeinigt. Der Vertrag werde voraussichtlich kommende Woche unterzeichnet, fügte Fenechiu hinzu.
Premier Ponta wertete das Ergebnis des Privatisierungsverfahrens als „gut“, doch ziehe er es vor, bei Einschätzungen „vorsichtig“ zu bleiben – schließlich müsse die Übernahme auch vom Kartellamt abgesegnet werden.

Wirtschaftsexperten warnen indes, dass die GFR damit ein absolutes Monopol innehaben wird – ihr Marktanteil habe bisher bei über 30 Prozent gelegen und werde sich nach dieser Akquise auf mehr als 80 Prozent belaufen. Auch sei diese Privatisierung nicht in trockenen Tüchern, solange Klagen der ausgeschiedenen Bieter im Raum stehen. Zudem sei das abgewickelte Verfahren nicht lupenrein gewesen, da das Transportressort die Spielregeln wiederholt während des Spiels änderte: So sei die Konvergenz der CFR Marfă-Altlasten in Aktien inmitten des Bieterverfahrens erfolgt, auch hätte es am Donnerstag keine Verhandlungen geben dürfen – das Angebot der GFR habe Ratenzahlungen enthalten, der Bieter hätte daher disqualifiziert werden müssen, so der Analystentenor.

Kommentare zu diesem Artikel

Alexander, 24.06 2013, 19:26
Ein typisches Spiel - und wieder mal kommen die Beteiligten damit durch ... aber dann muss man den Rumänen zurufen: Selbst Schuld, wenn ihr im Ausland arbeit müsst, weil euer Land nicht voran kommt!
sraffa, 24.06 2013, 17:29
Man sollte zuerst mal ganz neutral nachhaken, ob der Käufer überhaupt über eine Organsiation und ein Management verfügt, CFR Marfa konstruktiv zu reorgansieren und neu zu strukturieren - oder - ob lediglich Filetverkäufe stattfinden und Subventionen kassiert werden und der Rest in Konkurs gehen soll ?
Das sollte untersucht werden bevor man weitere Vorwürfe macht.
Ottmar, 24.06 2013, 17:18
@Herbert die haben sicher viel verdient, weil der Private Anbieter sicher nicht zahlen wird wenn er die Zusagen für das laufende und zukünftige Geschäft nicht bekommen wird dann zahlt der rumänische Anbieter gar nichts für die Güterbahn sondern bekommt noch jed Menge Zuschüsse. .
Herbert, 23.06 2013, 10:53
So etwas nennt man Privatisierung auf rumänisch! Jetzt wäre ich noch neugierig auf eine genaue Aufstellung was Ponta & Co dabei verdient haben?
Norbert, 22.06 2013, 23:36
Zuerst sollte der Investor die Kohle vorrab bezahlen. Der Rumänische macht dies auf rumänisch .Ich zahl später. Und der Staubwedel Pronto ,sagt super so mache mers.Ich wette das gibt der größte Kakascheiße ,das die rumänen je erlebt haben.
Dann holt schon mal die Schnapsflasche raus zu allgemeinen Besäufnis.
Norbert, 22.06 2013, 23:02
Hahahaha...Die Nichtskönner. Große Fresse. Wir haben internationale solide Anfragen für unseree Kake. Meine voraussage. Nur kriminelle. Türken chinesen und Rumänen- Selbst die chinnesen und die Türken zeigen denen den Vogel. Übrig bleibt eine rumänische superaufgestellte Firma. Leute verlasst dieses Land.Keine Zeit verschwenden .Ihr braucht euch noch nicht mal abmelden. Reine Zeitverschwendung.
sraffa, 22.06 2013, 20:14
Wenn das stimmt ist es ungehört; unglaublich was sich diese Herrschaften noch immer erlauben. Mit solchen Geschäftspartnern lässt sich doch kein halbwegs seriöser westlicher Investor ein. Das gehört genauestens untersucht und schnellstens auf EU-Ebene gezogen.
Gerd, 22.06 2013, 07:48
" Nun deckte die rumänische Presse auf, dass auf der Vollversammlung am 28. Mai, als die Privatisierung in vollem Gange war, mehrere hundert Aktiva – darunter auch zahlreiche Grundstücke sowie einige Bahnhöfe – mit einem Buchwert von mehr als 9 Millionen Euro von CFR Marfa an andere Schwesterunternehmen der rumänischen Bahn transferiert wurden. Premierminister Victor Ponta hatte noch am Tag zuvor erklärt, die Privatisierung sei legal abgelaufen." Quelle: debizz Anscheinend hat man schnell noch die Sahnestückchen in Scherheit gebracht.

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