Gut bezahlte Jobs auch für Berufsanfänger

Programmierer nach wie vor gefragt / IT-Branche klagt über Personalmangel

Dienstag, 09. August 2016

Computerfachleute sind nach wie vor gefragt auf dem rumänischen Arbeitsmarkt. Junge Universitätsabgänger haben es leicht, im Arbeitsleben Fuß zu fassen – viele von ihnen finden bereits während des Studiums eine gut bezahlte Arbeitsstelle. Die IT-Branche boomt, und dennoch mangelt es hierzulande an gut ausgebildeten Arbeitskräften. „Das Polytechnikum, die Fakultät für Kybernetik, die Fremdsprachen und die Universität für Medizin sind Hochschulen, die ihren Absolventen fast garantieren können, dass sie nach dem Abschluss oder sogar während des Studiums sehr leicht eine Arbeitsstelle finden werden. Darüber hinaus ist es bekannt, dass diese jungen Leute am besten bezahlt werden und das bereits ab dem ersten Anstellungsjahr“, sagt Raluca Peneş, verantwortlich für Personalfragen bei Smartree, einem der führenden Unternehmen im Bereich der Unternehmensberatung in Rumänien.

Das Monatsgehalt eines IT-Spezialisten startet bei 3.500-4.000 Lei. Für Diana Panţa, die nun das dritte Studienjahr an der Fakultät für Computertechnik und Informationstechnologie der TU Politehnica abgeschlossen hat, war die gute Bezahlung nach dem Abschluss ausschlaggebend, als sie sich für das Studium entschloss. Aber nicht nur das: Auch der Job an sich, der das logische Denken fördert, macht Spaß, sagt sie. Seit etwa einem Jahr arbeitet Diana halbtags in einem Temeswarer IT-Unternehmen – und ist in den Sommerferien auf vollzeit umgestiegen. Dadurch sammelt sie Arbeitserfahrung und ist schon längst nicht mehr auf das Taschengeld ihrer Eltern angewiesen. Was die Fremdsprachen angeht, so seien vor allem Könner von „exotischen“ Sprachen gefragt, wie etwa Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Arabisch, Japanisch oder Chinesisch, sagt Raluca Peneş.

Eine weitere Kategorie von gefragten Hochschulabsolventen sind die Ärzte. Diesen stehen mehrere Optionen zur Wahl – die wohl verlockendsten sind das Ausland oder die privaten Kliniken in Rumänien, wo die Gehälter um ein Vielfaches höher sind als im staatlichen Gesundheitssystem. Zu den Hochschulabsolventen, die die meisten Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden, zählen jene, die Universitäten mit keinem klaren Profil abgeschlossen haben. „An diesen Abteilungen werden Kenntnisse aus mehreren Bereichen vermittelt, der Fokus wird aber nicht auf den Beruf gelegt. Es geht, unter anderem, um die Fakultäten für Management oder Wirtschaftsingenieurwesen“, sagt Raluca Peneş. Gleichzeitig gäbe es auch „spezialisierte“ Fakultäten, die keine besonderen Anstellungsperspektiven bieten, wie etwa Architektur oder Geologie.

Einen Spitzenplatz im Ranking der meistgesuchten Arbeitsbereiche wird der IT-Bereich auch in den kommenden fünf Jahren belegen. Dies sei vor allem den zahlreichen Software-Unternehmen zu verdanken, die sich in Rumänien niederlassen. „Die IT-Branche setzt sich zur Zeit mit einem großen Defizit an Arbeitskräften auseinan-der. Dieses wird sich in den kommenden Jahren verschärfen“, sagt Radu Ticiu, Geschäftsführer bei Startup Hub Temeswar. Ungefähr 12-13.000 Programmierer gäbe es in Temeswar – eine genaue Statistik sei jedoch schwer aufzustellen, sagt der Temeswarer Programmierer. IT-Firmen haben es schwer, Personal zu finden, denn die Unis würden nicht genügend Spezialisten ausbilden. Eine Chance sähe er, unter anderem, im Standortwechsel.

„Es gibt Programmierer, die zum Beispiel aus Bukarest hierher gezogen sind, weil ihnen die Lebensqualität hier gefallen hat“, erläutert er. Zusammen mit anderen Kollegen, die als Mentoren engagiert sind, bringt er sein Können in dem Projekt „CoderDojo“ ein, bei dem Kinder an die IT-Branche herangeführt werden. „Ziel ist, die jungen Leute für diesen Bereich zu begeistern. Ein Kind, das mit Leidenschaft dabei ist, kann in zwei-drei Jahren oder sogar früher das erlangen, was manche selbst nach dem Abschluss der Uni nicht erreicht haben“, betont er. Neben der spannenden Arbeit sei die gute Bezahlung ein Hauptgrund, weshalb viele diesen Beruf wählen. „Man kann auch von zu Hause aus arbeiten, wenn man nicht jeden Tag ins Büro fahren will“, so Radu Ticiu über die Vorteile des Berufs eines IT-Ingenieurs.
Weitere Bereiche, die in Zukunft gute Job-Chancen bieten werden, seien laut Smartree  Buchhaltung,  Logistik und Human Ressources. „Wer nebenbei auch eine Fremdsprache beherrscht, der hat zu 70-80 Prozent Chancen, eine gute Anstellung nach dem Hochschulabschluss zu finden“, schließt  Raluca Peneş.

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