Gut Ding braucht Weile

Renovierung des Banater Museums dauert noch zwei Jahre

Mittwoch, 15. Januar 2014

Voraussichtlich erst ab 2017 wieder für Besucher offen: Das Hunyadi Schloss ist das älteste Gebäude des Kreises Temesch. In diesem Jahr fangen die Renovierungsarbeiten an. Ein Jahr dauert die Einrichtung der dauerhaften Ausstellungen. Foto: Zoltán Pázmány

Es ist eines der größten und eines der ältesten Museen Rumäniens. Die Sammlung des Banater Museums wurde in den letzten 140 Jahren zusammengestellt. Was diese konkret beinhaltet, davon können Temeswarer bis 2017 jedoch nur lesen. Denn seit März 2011 wird das alte Hunyadi Schloss renoviert. Probleme mit dem alten Fundament verzögern die Arbeiten. Ein Flügel war einsturzgefährdet, mehrere Projekte mussten neu eingereicht werden, Grund weshalb der ursprüngliche Fertigungstermin von 2015 auf 2017 verschoben wurde. Und selbst die zusätzlichen drei Jahre könnten nicht genug sein, findet Museumsleiter Dan Ciobotaru. Zumindest konnte man den gefährdeten Teil des Schlosses, dass aus dem 14. Jahrhundert besteht, gerettet werden. Dabei fand bezüglich der Erhaltung der alten Struktur ein regelrechter Kampf mit dem Ministerium für Kultur statt. Denn das erste Bauprojekt sah einen Umbau des Schlosses vor, womit die Leitung nicht einverstanden war. Darum musste ein zweites Projekt in Auftrag gegeben werden. Noch zwei Monate könnten die Arbeiten an der Befestigung des Flügels dauern.

Dann sollen die Arbeiten sowohl an der Außenfassade sowie an den Innenräumen beginnen. Der Kreisrat Temesch hat dafür Gelder von der Europäischen Union beantragt. Rund acht Millionen Euro kostet die Renovierung. Bis spätestens 2016 müssten die Arbeiten fertig sein, besonders weil die EU klare zeitliche Richtlinien festgelegt hat, an die sich der Kreisrat halten muss. Leicht wird es für das beauftragte Unternehmen nicht einfach sein: Die alten Säle des Hunyadi Schlosses müssen frisch angestrichen, die Böden neu gelegt werden. Außerdem muss das gesamte Gebäude neu verkabelt werden und den technischen Standards von heute angepasst.

Das allein dürfte ein Jahr in Anspruch nehmen.   

Mit dem Abschluss der Renovierungsarbeiten fängt erst die Arbeit für Ciobotaru und sein Team an. Mindestens ein Jahr wird das Personal die dauerhaften Ausstellungen zusammenstellen müssen. Bei der Fülle an Gegenständen wird es nicht nur eine konzeptuelle sondern auch eine infrastrukturelle Herausforderung. Besonders weil das Banater Museum ein Mehrspartenmuseum ist und sämtliche Abteilungen im Schloss untergebracht werden müssen.

Dabei klingt es auf den ersten Blick überschaubar: Das Banater Museum besitzt eine Abteilung für Geschichte und Archäologie sowie einer Abteilung für Naturwissenschaften. Die Kunstabteilung wurde in ein Museum umgewandelt und in dem Barockpalast 2006 untergebracht.

Doch jüngste Funde bei Ausgrabungen in der Stadt Temeswar/Timişoara haben die Sammlung um wichtige mittelalterliche Artefakte erweitert.

„Diese Entdeckungen sind für unsere Stadt sehr wichtig“, so Ciobotaru. „Endlich können wir auch Temeswar als eine mittelalterliche Stadt vorstellen und nicht nur als eine barocke.“

Der Historiker ist sich sicher, dass das Banater Museum über ein reiches Angebot verfügen wird, sobald das Hunyadi Schloss fertig restauriert wird. Die Wann-Frage stellt sich Ciobotaru nicht. Selbst 2017 klingt für ihn optimistisch. „Hauptsache, wir schaffen es bis 2021, sollte Temeswar Kulturhauptstadt Europas werden, wäre es der passende Zeitpunkt für eine Wiedereröffnung“, so Ciobotaru. „Doch es könnte auch länger dauern.“

Womit sich das Museum beeilen muss, ist mit der Bergung der archäologischen Funde auf dem Sanktgeorgsplatz sowie auf dem Freiheitsplatz in der Altstadt. Bis am 28. Februar 2014 wird das archäologische Team des Banater Museums die Artefakte ausgraben und sicherstellen.

Am Sanktgeorgsplatz wurde ein türkischer Friedhof sowie vier Wohnungen aus der habsburgischen Zeit ausgegraben. Die wichtigste Entdeckung wurde auf dem Freiheitsplatz gemacht. Das türkische Bad, das in Dokumenten festgehalten ist, wurde bei Arbeiten auf dem Platz entdeckt. Leider kann man die alten Ruinen nicht erhalten. Ciobotaru vermutet, dass man das türkische Bad wieder eingraben wird, um es so für nachkommende Generationen zu behalten. Die Ruinen auf dem Sanktgeorgsplatz sollen Teil des Stadtbildes werden. 

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