Gute Perspektiven für das neue Schuljahr

Deutschsprachiger Unterricht ist in Kronstadt weiterhin gefragt

Donnerstag, 18. September 2014

Schüler, Lehrer, Eltern und Großeltern, aber auch Absolventen der gewesenen Jahrgänge füllten am Morgen des 15. September den Honterus-Hof. Foto: Elise Wilk

Der Schulbeginn des Unterrichtsjahres 2014-2015 findet in den deutschsprachigen Schulen im Kreis Kronstadt unter guten Voraussetzungen statt. Das betonten Gabriela Adam, Fachschulinspektorin für deutsche Sprache innerhalb des Kronstädter Kreisschulamtes, Helmuth Wagner, Direktor des Honterus-Lyzeums, Wolfgang Wittstock, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Kronstadt (DFDKK) und Thomas Şindilariu, Vorsitzender des Ortsforums Kronstadt bei einer Pressekonferenz anlässlich des Schulbeginns, die am Donnerstag, dem 11. September, stattfand. Für das Forum ist der deutschsprachige Unterricht weiterhin von großer Bedeutung, obwohl es nur noch sehr wenige Kinder gibt, die aus deutschsprachigen Familien kommen. Für die Mehrzahl der Schüler  ist Deutsch eine Sprache, die ihnen gute berufliche Perspektiven in Rumänien und im Ausland sichert.

Neue deutschsprachige Vorschulklassen in Neustadt und Drăguş 

Insgesamt sind an den deutschsprachigen Schulen und Abteilungen im Kreis Kronstadt 2793 Schüler im neuen Schuljahr eingeschrieben, die in 120 Klassenzügen aufgeteilt sind. Bei der Hälfte davon handelt es sich um Vorschul- und Grundschulklassen. Außer Kronstadt findet Grundschulunterricht auf Deutsch auch in Zeiden, Fogarasch, Viktoriastadt, Reps und Rosenau statt. Eine Neuigkeit in diesem Jahr ist die Gründung von zwei deutschsprachigen Vorschulklassen mit je 12 Schülern in Neustadt/Cristian und Drăguş. Gymnasial-Unterricht wird in sechs Schulen durchgeführt, während Lyzeal-Unterricht am Honterus-Lyzeum und als Abteilung am Doamna-Stanca-Kolleg Fogarasch besteht. Der wichtigste Aspekt des deutschsprachigen Unterrichts ist, dass es Fachlehrer gibt, die gut Deutsch können. „Im Falle der Grundschulen gibt es nur qualifizierte Lehrer oder solche, die ihrer Qualifikation nachgehen und sie im nächsten Jahr erhalten werden“, meint Gabriela Adam.

Gute Leistungen beim Honterus-Lyzeum

Helmuth Wagner, Direktor des Johannes-Honterus-Lyzeums, erwähnte die besonders guten Leistungen der größten deutschsprachigen Schule in Rumänien, wo in diesem Jahr 1510 Schüler eingeschrieben sind. Dieses Jahr haben alle Schüler der VIII. Klasse das Kapazitäts-Examen bestanden, und von98 Schülern haben 96 das Abitur bestanden. Die Perspektiven für Honterus-Absolventen sind gut: Studium im Ausland oder an deutschsprachigen Studiengängen, gute Arbeitsplätze bei deutschen Unternehmen. Das ist auch der Grund weshalb so viele Eltern ihre Kinder ins Honterus-Lyzeum einschreiben. Auch sind allgemein die deutschen Sprachkenntnisse der Schüler besser geworden.

Der gesamte Unterricht findet nur vormittags statt, was sich auch positiv auswirkt. Eine wichtige Voraussetzung für den deutschsprachigen Unterricht ist, dass die Fachlehrer die deutsche Sprache beherrschen. Diese sind nicht so leicht zu finden. Leider erfolgt in den XI. und XII. Klassen der Biologie-Unterricht auf Rumänisch. Auch in Physik fehlen Lehrer, die Deutsch sprechen. Glücklicherweise gibt es noch unter den deutschsprachigen Lehrern einige, die sich bereits im Ruhestand befinden, aber trotzdem noch unterrichten. Ihnen sprach Direktor Wagner  besonderen Dank aus. Das größte Problem des deutschsprachigen Unterrichts bleiben die Lehrbücher, da die meisten Verlage nicht interessiert sind, deutsche Lehrbücher zu drucken. Seit vielen Jahren werden die Lehrbücher von einer Schülergeneration an die andere weitergereicht und befinden sich in einem schlechten Zustand. „Es ist der wichtigste Aspekt, der gefördert werden sollte“, meint [indilariu.

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