Györi ETO KC verteidigt Champions-League-Titel im Handball

CSM Bukarest gewinnt bei Final-Four in Budapest die Bronzemedaille gegen Rostow am Don

Montag, 14. Mai 2018

Budapest (ADZ) - Györi ETO KC verteidigte in einem leidenschaftlich geführten Finalspiel seinen Titel in der EHF-Champions-League der Frauen. In einer erst in der Verlängerung hochklassigen Begegnung konnten sich die Ungarn am Ende knapp mit 27:26 (9:9, 20:20) gegen ZRK Vadar Skopje durchsetzen.

Von Beginn an herrschten in der László-Papp-Arena eine frenetische Atmosphäre und eine extreme Lautstärke. Györ erwischte mit Treffern von Eduarda Amorim und Yvette Broch den besseren Start. Nach einer Zeitstrafe gegen Amorim gelang Alexandra Lacrabere beim Siebenmeter gegen Éva Kiss in der fünften Spielminute der erste Torerfolg für Vardar. Die französischen Unparteiischen ließen in der ersten Halbzeit einige Rustikalität zu, doch spielerisch begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Dass dem 9:9-Halbzeitstand eine Doppelparade von Kari Grimsbo vorausgehen musste, um das Remis zu bewahren, sprach Bände über das Nervenkostüm des Titelverteidigers, der sich zwischenzeitlich an der Vardar-Deckung die Zähne ausgebissen hatte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigten die Mazedonier ihre taktische und spielerische Klasse und gingen mit 9:11 in Führung. Doch auch die frühe zweite Zeitstrafe gegen Amorim konnte Skopje zunächst nicht zum Ausbau der Führung nutzen. Zwei Sekunden vor Ablauf der Zeit erzwang Andrea Lekic zwar einen Siebenmeter, doch Lacrabere scheiterte an Grimsbo. Im Gegenzug setzte sich Anne Mette Hansen mit aller Macht zum 10:11 durch. Es war ein unglaublich packendes Duell, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Erst als nach 58 Minuten und 9 Sekunden Anja Althaus beim Stand von 18:18 wegen Foulspiels hinausgestellt wurde, war zumindest ein rechnerischer Vorteil für Vardar erkennbar. Györ erkämpfte trotz Unterzahl einen Siebenmeter. Cornelia Groot trat gegen Inna Suslina an und glich aus. Lekic und Amorim trafen zum 20:20.

Hajrá-Györ-Rufe begleiteten den Titelverteidiger in die Verlängerung. Nachdem Bernadett Bodi zum 24:23 traf, behielt Györ in den letzten fünf Minuten das Heft in der Hand. Vardar gab sich aber auch nach dem 26:23 noch nicht geschlagen. Lekic erzielte das 27:26. In Überzahl konterte Andrea Canadija nochmals, doch Kiss parierte in der Schlusssekunde und hielt den 27:26-Erfolg fest.

Für die Deutsche Anja Althaus war es nach zwei Champions-League-Siegen mit Viborg HK der dritte Erfolg in der Königsklasse. Im letztjährigen Endspiel zwischen beiden Mannschaften trug die Magdeburgerin noch das Trikot von Vadar.

Als wertvollste Spielerin des Finalturniers wurde die französische Torhüterin Amandine Leynaud (Vadar Skopje) geehrt. Erfolgreichste Torschützin der gesamten Champions-League-Saison wurde Cristina Neagu mit 110 Treffern vor Iveta Luzumova vom deutschen Meister Thüringer HC mit 105 Toren.

CSM Bukarest verlor das Halbfinale gegen Györi ETO KC mit 20:26 (10:12). Im Duell zweier hochkarätiger Mannschaften benötigte Bukarest 20 Minuten, um ins Spiel zu finden und lag zur Pause mit 10:12 zurück. Nach 42 Minuten konnte die Mannschaft von Trainer Per Johansson zwar ausgleichen, doch im Endspurt zeigte sich Györ überlegen und siegte mit 20:26. Im zweiten Halbfinale gewann ZRK Vadar Skopje deutlich mit 25:19 (10:7) gegen Final-Four-Neuling Rostow am Don.

„Die Medaille ist ein großer Unterschied gegenüber dem vierten Platz, denn dann gehst du mit leeren Händen“, hatte CSM-Trainer Johansson vor dem Spiel gesagt. Seine Spielerinnen schienen sich dem angenommen zu haben und legten einen kämpferischen Blitzstart auf das Budapester Parkett. Erst in der zweiten Halbzeit fanden die Russen ins Spiel und konnten zwölf Minuten vor dem Ende sogar zum 25:25 ausgleichen. Die letzten Spielminuten boten dann noch einmal eine große Dramatik. Letztendlich zeigte sich CSM Bukarest nervenstärker und konnte mit 31:30 (19:14) zum zweiten Mal nach 2017 die Bronzemedaille gewinnen.

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